*TRIGGERWARNUNG*

Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.

Montag, 22. August 2016

22082016

Schaffe es nicht mich für irgendwas aufzuraffen. Ich will mit keinem reden und mich am liebsten vergraben, irgendwo wo ich nie gefunden werde. Innerlich schreit es nach Zuwendung aber ich stoße jeden weg der versucht mir zu helfen oder nett zu mir zu sein. Es interessiert sich im Endeffekt sowieso keiner dafür, wies mir geht. Das hab ich am Wochenende wieder bemerkt, was dann wahrscheinlich auch das Gefühl der Einsamkeit und des Allein-seins so extrem hat werden lassen, dass ich nicht mehr aufhören könnte zu weinen. Ich wünschte ich wäre einer dieser Menschen, die aktiv Leute dazu bringen können, dass sie sich um sie kümmern. Zum Beispiel Schnitte nicht verstecken oder einfach rumheulen. Tut mir leid wenn das hart klingt, aber irgendwo in mir hab ich so eine Wut gegenüber Menschen die das tun. Wahrscheinlich weil ich eifersüchtig bin, dass ich es nicht tue. Aber um ehrlich zu sein, kann ich mich an keine Zeit erinnern (lol) wo ich mich an jemanden mit meinen Problemen gewandt hätte. Außer damals dann mit 17.
Ich spüre, dass der Wunsch dass sich jemand von sich aus (ich glaube das ist das wichtigste an dem ganzen Spektakel) für mich interessiert und sich um mich kümmern will so riesig ist, dass es mich überwältigt. Am Wochenende war ich auf einer Party, die ganze Nacht speed gezogen und Alkohol getrunken und 2 Typen waren wirklich interessiert an mir meinem Körper und ich habe es so genossen. Geflirtet aber nichts weiter. Es hat Spaß gemacht, in der Nacht ging es mir wirklich gut. Es war schön die Kontrolle bei der ganzen Nummer zu haben. Ich fühl mich... wie ein wandelndes Paradoxon. Einerseits glaube ich, dass ich einen Herzinfarkt bekommen würde wenn ich einen Penis sehe und in der anderen Nacht muss ich mich davon abhalten, mit dem nächstbesten Kerl ins Bett zu springen weil es in meinem Kopf logisch ist, damit die Leere zu stopfen. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich das letzte Mal als ich Sex mit nem Kerl hatte relativ stark dissoziiert war und ich sowieso keine Ahnung habe wieso ich mich von jedem bumsen lasse der mir nur für einige Sekunden das Gefühl gibt geliebt oder gewollt zu werden.

Sonntag, 21. August 2016

Weinen und nicht mehr aufhören können

Mir fehlen die Worte. Es hört einfach nicht auf.

Mittwoch, 17. August 2016

Von der Leere und Löchern

Diese Leere die mich ausfüllt ist überwältigend. Wahrscheinlich ist es die Depression die wieder stärker wird, aber selbst das zu wissen ändert nichts daran, dass dieses Gefühl unglaublich schwer auszuhalten ist. Ich versuche mich davon abzuhalten, risikoreiche Dinge zu tun um diese Leere zu vertreiben. Aber es ist schwer. Ich weiß, dass es mich nicht wieder ganz macht wenn ich mit irgendwelchen Typen schlafe die sich ein bisschen für mich interessieren (eher das Gegenteil), aber irgendwie ist es meine Art die Zuneigung zu erwidern, denn mehr als meinen Körper wollte bisher keiner. Nur scheine ich mich damit abgefunden zu haben und, wie in letzter Zeit alles, ist mir auch das egal. Es ist als wäre ein riesiges Loch in meinem Bauch, ich höre den Wind pfeifen und weiß, dass irgendetwas fehlt. Ich weiß bloß nicht was, und wie ich dieses Loch stopfen könnte.

Donnerstag, 11. August 2016

sichtbar sein ist scheiße

Ich denke er will mich nach dem Weg fragen und ziehe meine neuen Kopfhörer von den Ohren "Kommst du aus diesem Stadtteil?" "Ja" sage ich. "Ich hab dich hier schon zweimal gesehen" (Panik bricht in mir aus, alles schreit nach rennen so schnell mich meine Beine tragen können) "und wollte dir sagen, dass du immer ziemlich gut aussiehst" (ich will sterben) "Magst du gothic?" "ehm" stammle ich "Ich sehe dich immer nur alleine. Hast du einen Freund?" "Nein" (Wieso antwortest du immer noch, renn verdammt nochmal weg und halt deine dumme Fresse) "Ich bin schwul also keine Sorge" sagt er und zeigt mir seine korall lackierten Fingernägel (RENN. WEG.) "Bist du Einzelgängerin?" An das Ende des Gesprächs kann ich mich nicht wirklich erinnern. Panisch krame ich in meiner Innentasche nach meinem Pfefferspray und umklammere es zitternd in meiner Jackentasche. (Gänsehaut bildet sich auf meinem Rücken und mein Herz brennt. Überall Männer. Wieso starren mich alle an. Ich will unsichtbar sein.) Wie mechanisch laufe ich nach Hause, den Blick auf den Boden geheftet während es sich so anfühlt als wär mein Herz mir 3 Meter voraus. Ich beschließe die nächsten Tage nicht die Wohnung zu verlassen.

Dienstag, 9. August 2016

Gesicht. Beton. Immer und immer wieder.

Ich will mir den Arm aufschlitzen und mich im Nicht-Essen verlieren. Mir ist schon seit längerem bewusst, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin. Auf Scheiße folgt in meinem Leben nur noch mehr Scheiße. Jahrelang. Kein Wunder, dass ich so ein Wrack bin. Diese Welt scheint es nicht gut mit mir zu meinen. Ich will schlechtes Wetter und mich Nacht für Nacht aufschneiden und verschwinden und am Ende versteht mich hier sowieso niemand. "Du musst aufhören dir einzureden, dass es dir schlecht geht" "Inka, chill doch einfach mal" Ich hab keine Lust mehr die Verständnisvolle zu sein, ich hab keinen Bock mehr. Dann lasst mich doch alle einfach nur in Ruhe wenn ihr keine Lust mehr auf mich habt. Ich könnt einfach nur kotzen wenn ich an dieses scheiß gegrinse denke wenn sie mich fragen, wie es mir geht- "MIR SCHEINT DIE SONNE AUSM ARSCH, KANNST DUS DENN NICHT SEHEN?"- Aber mit wem soll ich reden. Wem könnte ich jemals irgendwas von dem erzählen, was in mir los ist. Was passiert ist. Es ist zu viel. Viel zu viel. Und ich kann nicht mehr. Dieses verfickte Scheißleben ist ein riesengroßer Scherbenhaufen. Und bei jedem Versuch es irgendwie wieder zusammenzuflicken schneid ich mich an ner Scherbe, lass sie fallen und sie zerbricht nochmal. Es ist nicht wieder ganz zu bekommen. Scherben über Scherben und jedes einzelne Scherbenstück dieses Lebens tut weh. Es tut so weh alles.

Montag, 8. August 2016

Ausmisten

Meine Hand streicht sanft über längst vergangene Tage in meinem Kalender, mit einem leichten ziehen in meiner Brust wünsche ich mir die Zeit zurück. Ich würde es so gerne nochmal erleben. Das Stichwort dabei ist leben. Ich will es spüren. Auch wenn du leider ein Arschloch bist würde ich alles tun um die ersten Monate nochmal zu spüren. Das Gefühl zu erleben, gewollt zu werden. Etliche Stunden mit meiner Therapeutin drum zu streiten, dass ich dem Gefühl nicht traue weil ich nun mal ich bin, und niemand mich jemals haben wollen würde. Und dann doch einknicken. Weil du mich anschaust wenn ich rede und weil du mir sms schreibst und mir Kaffee kaufst. Weil du mir vegetarisches Chili mit in die Schule bringst und die Leute fragen wann wir heiraten. Weil du mir Musik schickst die ich liebe und weil du mir Filme zeigst die ich heute noch manchmal schaue und dabei insgeheim ein bisschen an dich denken muss. Weil du mir in der Nacht schreibst ob du noch vorbeikommen kannst und Little Miss Sunshine mitbringst, weil wir Nachts um 3 zum Hauptbahnhof gehen um uns Bier zu kaufen. Weil du nach dem ersten Kuss zitterst und es kaum schaffst dir eine Zigarette mit deinen wunderschönen Händen zu drehen. Weil ich mitten in der Nacht zu dir fahre und du dir einen Wecker stellst um mich mit dem klapprigen Fahrrad deiner Mutter abzuholen. Und wir sitzen Nachts in der Küche auf dem Boden vor dem Backofen und warten auf die Kroketten, du holst eine Decke und wir sitzen zusammen drunter und mein Herz explodiert ganz leise weil wir uns so unglaublich nah sind. Ich kann nicht sagen in welchem Moment mein Herz sich für dich entschieden hat aber ich weiß, dass es richtig war. Und auch wenn wir nicht lange zusammen waren, kann ich ehrlich sagen dass ich dich geliebt habe. Mit allem von mir, mit voller Wucht. Manchmal glaube ich immer noch, dass es an mir liegt. Dass ich zu viel bin, zu laut, zu aufgedreht und dann plötzlich in einem tiefen Loch, zu viel will, zu viel brauche. Aber manchmal geht es nicht um Schuldzuweisung sondern man hat sich zur falschen Zeit getroffen. Jetzt bist du hunderte Kilometer entfernt und es fühlt sich gut an keine Angst mehr haben zu müssen dich irgendwo mit einer anderen zu sehen weil es mir immer noch das Herz bricht. Weil ich dir mein Vertrauen gegeben hab und du hast es mit Füßen getreten. Wenn ich gefragt werde, ob ich über dich hinweg bin antworte ich mit "Ja" denn theoretisch gesehen ist es so. Ich weiß, dass ich dich nicht mehr liebe. 3 Jahre sind eine lange Zeit, aber da wird immer etwas bleiben und du wirst immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben - auch wenn mir alle sagen wie bescheuert es ist weil du mich so schlecht behandelt hast. Vielleicht ist das hier auch ein Liebesbrief, allerdings einer den ich dir niemals schicken würde da du nicht mehr an mich denkst. Ein bisschen Liebe und ein bisschen Schmerz und vermissen sind übrig geblieben und die packe ich jetzt alle wieder in einen kleinen Tresor in meinem Kopf und stelle ihn auf den Dachboden.

Tschüss, R.

Danke für die schöne Zeit.

Sonntag, 7. August 2016

andere Leben

Manchmal frage ich mich wie ich jemals eine Grenze zwischen "so bin ich eben" und "das ist krankhaft" ziehen soll. Ich habe in ein paar alten Tagebüchern geblättert, das früheste ist von vor 10 Jahren. Ich hab immer viele schöne Sachen aufgeschrieben und nie die negativen Dinge die passiert sind. Anscheinend habe ich die komplett ausgeblendet (zum Beispiel auch das Mobbing damals. Kann mich heute kaum an die Zeit erinnern, ich weiß bloß, dass es schlimm war). Aber in vielen Einträgen merkt man, dass ich wohl wirklich schon immer ein schlechtes Selbstwertgefühl hatte. Wenn ein Kind mit 10 oder 11 Jahren schreibt "immer nur die Reserve zu sein ist kein gutes und schönes Gefühl" macht mich das traurig, vor allem wenn mir bewusst wird, dass ich dieses Kind war. Über die andere Hälfte der Seite ist ein weinendes Auge gemalt. Oder ein Jahr später "Manchmal weine ich auch. Aber nur ganz leise und wenn es dunkel ist". Die späteren Jahre sind dann sehr stark von Selbsthass geprägt, ein Eintrag ist auch besonders hängen geblieben.

16.8.10 Montag, Ganz früh morgens 1:30 (zu der Zeit war ich 13)
manchmal würd ich mich am liebsten auflösen und eine bessere Person an meiner Stelle sehen. es gibt nicht mehr so viele Augenblicke wo ich mein Leben richtig genießen kann. Wie auch?
Da werd ich gemobbt, da hab ich scheiß Liebeskummer, da meint meine Oma ich soll meinen Bauch einziehen obwohl ich mich eh schon zu fett fühle und und und. Vielleicht verstehst du das oder auch nicht, die Gründe hören sich zwar nicht so schlimm für dich an, aber die Sachen gehen mir nie aus dem Kopf und es frisst mich sozusagen von innen auf.

Ich wusste wirklich nicht, dass es so früh schon so schlimm war. Ich kann mich an die Zeit auch nicht erinnern.. die Einträge kommen mir zwar. bekannt vor? aber es fühlt sich nicht so an, als wäre es mein Leben. Zumindest kann ich keinen wirklich Bezug zu den geschriebenen Worten herstellen. Manchmal habe ich das Gefühl, mein Leben wurde quasi von mir abgeschnitten. Ich hab keinen Bezug mehr zu der Person von vor 10, 15 Jahren. Wenns hoch kommt die letzten 4,5 Jahre - die würde ich als mein Leben bezeichnen, oder zumindest das, was ich erlebt habe. Es klingt bescheuert, ich weiß, aber ich wüsste nicht wie ich das anders in Worte fassen sollte.

Samstag, 6. August 2016

Gedankengehen

Ich weiß, dass es weder was neues noch irgendwas interessantes gibt was ich zu erzählen habe. Was ich allerdings so sehr an dieser Seite schätze, dass ich eine Stimme habe. Ich bin nicht mehr stumm auch wenn ich es für die längste Zeit war. Ob ihr das jetzt so versteht, wie ich das meine spielt auch nicht wirklich eine Rolle, es ist mir aber doch eins der wichtigsten Dinge. Und natürlich die lieben Menschen die immer noch zeitweise auf meinem Blog herumgeistern und mir liebe Worte dalassen.

Die Zahl auf der Waage ist um 800g geschrumpft obwohl ich gestern doch noch "viel" gegessen habe (die Anführungszeichen, weil ich theoretisch gesehen weiß, dass es nicht viel war sich aber für mich persönlich so angefühlt hat) und mich außer von meinem Bett zum Bad und zur Küche nicht bewegt habe. Allerdings habe ich 12 Stunden geschlafen und fühle mich sogar ziemlich ausgeruht heute, was traurigerweise eine relativ seltene Erfahrung ist. Ich habe gestern aber zum Beispiel doch noch angefangen was zu malen und das möchte ich gleich auch noch zu Ende malen und später dann fahre ich mit meinem Fahrrad zu meinem Bruder und seiner Freundin um deren Hunde zu sehen. (Natürlich freue ich mich auch auf meinen Bruder und seine Freundin, aber die Hunde lassen mein Herz sich immer so frei fühlen, dass ich mich wirklich glücklich fühle für ein paar Momente) Ich hoffe danach noch woandershin zu fahren, vielleicht zu Freunden und dann irgendwann später todmüde ins Bett fallen. Und nichts trinken, weil ich darauf gerade wirklich keine Lust habe. Der Kontrollverlust ist mir gerade zu bedrohlich. (und mich morgen über die noch niedrigere Zahl auf der Waage freuen)

Meine Therapeutin hat mir übrigens auch erklärt wieso sich die Essstörung einerseits wie ein roter Faden durch mein Leben zieht aber selten durchgehend schlimm ist (zumindest seit... circa Mitte 2014?). Das fällt nämlich in die Kategorie der Dysfunktionalen Bewältigungsstrategien, die aktiv werden wenn... nunja, irgendwas eben bewältigt werden muss. Vorallem wenn es irgendwas nicht greifbares von innen ist, schnellen die Balken auf 100% damit ich bloß meinen Verstand (zumindest das, was davon noch übrig ist) nicht endgültig verliere. Wenn ich so drüber nachdenke ergibt es durchaus Sinn, dass ich gerade das Essen versuche zu kontrollieren und nicht mehr trinken will. Wenn du ohne Einfluss jeglicher Drogen komplett die Kontrolle über deinen Körper verlierst ist das schon extrem beängstigend. Da muss ich das erstmal nicht wieder erleben, ob jetzt durch Drogen oder nicht. Es kommt mir zwar schon wieder ziemlich fern vor, aber ich weiß, dass es passiert ist und es war scheiß beängstigend. Außerdem kann ich jetzt austesten wieviele Kilos ich in 2 Wochen abnehmen kann. Mein Rekord liegt bei 7. Ich frage mich gerade, was wohl in der Zeit los war, dass ich 2 Wochen lang nur aufs Essen fixiert war. Das lustige an der ganzen Geschichte ist ja, dass ich weiß dass es nicht ums Essen geht oder um "endlich dünn sein, weil dann ALLES besser wird". Aber ich weiß, dass es mir gerade ein wenig Sicherheit gibt, bis ich in 2 Wochen wieder Therapie habe und das reicht mir schon. Die Leere in mir mit Essen stopfen ist auch bescheuert weil ich schon noch Angst vor gewissen Zahlen auf der Waage habe. Und vor dem "fett" werden. (Diesmal die Anführungszeichen, weil ich theoretisch gesehen weiß, dass Normalgewicht nicht gleichgesetzt mit fett ist. Und weil ich was, dass es was mit meiner Psyche zu tun hat, dass ich das Gefühl habe meine Oberschenkel und mein Bauch wachsen wenn ich in den Spiegel schaue) Wofür mir meine Therapeutin auch die Augen geöffnet hat, ist dass ich langsam anerkennen muss, dass ich eine Essstörung habe. Immer wenn ich was übers Essen erzähle (beziehungsweise sie mir das aus der Nase ziehen muss, weil ich immernoch das Gefühl habe zu fett zu sein um eine Essstörung zu haben) mach ichs danach runter, als wärs nicht schlimm und gar kein Ding weil "ich es ja eh nie schaffe dünn zu sein", "bin ja noch nie umgekippt wegen dem Essen", "hatte immer noch meine Tage" und was mir noch so für Sachen einfallen um abzustreiten, dass ich ein Problem habe. Ich bin mir um ehrlich zu sein nicht wirklich sicher woran es liegt, dass ich es nicht als Essstörung anerkenne. Vielleicht weil es nicht schlimm genug ist? Obwohl ich glaube, dass für mich persönlich niemals irgendwas schlimm genug sein wird was ich mir antue. Nunja aber daran arbeiten wir ja schließlich. Zumindest. Dass es irgendwann so sein wird, dass ich mir selber einen Wert geben kann der nicht im Minusbereich liegt.
Ich fühle mich gerade.. ein bisschen außen vor. Auch wenn ich zwar die ganze Zeit über "mich" schreibe, fühlt es sich nicht so an als würde es um "mich" gehen. Was auch immer "mich" oder "ich" überhaupt bedeutet. Hätt nicht gedacht, dass ich das auch noch irgendwann in Frage stellen müsste aber daran kann ich nun auch nichts ändern. Der einzige Weg nach vorn ist mittendurch. Das ist mein Mantra. Heute bin ich echt okay. Und die Sonne scheint.

Freitag, 5. August 2016

Hmpfargh#@!?

Ich fühle mich so unendlich erschöpft. Ich habe keine Lust auf gar nichts. Will nicht rausgehen. Will mich nichtmal betrinken (was ja vielleicht auch ein gutes Zeichen ist). Will nicht reden, nichts überspielen, nicht mehr darstellen. Heute morgen waren es 900g weniger auf der Waage aber nichtmal das hat mich gefreut obwohl mir mein Gewicht vor ein paar Tagen beinahe einen Herzinfarkt verpasst hätte. Sogar diese Worte zu schreiben ist anstrengend. Jede noch so kleine Bewegung kostet immens viel Kraft und ich wünsche mir irgendwelche Betäubungsmittel damit ich die nächsten 2 Wochen durchschlafen kann. Ich frage mich, wie ein Kopf sich gleichzeitig unglaublich leer und überfüllt anfühlen kann. Würde so gerne irgendwas machen aber mir fehlt jegliche Kraft/Antrieb oder wasauchimmer. Ich könnte malen. Oder Gitarre spielen. Oder Aufräumen. Oder Bewerbungen schreiben. Oderoderoder. Habe das Gefühl, dass ich im Winter in der Klinik landen werde. Wird aufjedenfall schlimm werden. Sogar schlimmer als all die vergangenen Winter zusammen. Vielleicht sollte ich doch über ein Urlaubssemester und einen geplanten Klinikaufenthalt nachdenken. Denn ob das alles ambulant reicht weiß ich wirklich nicht. Gerade wenn sich die Symptomatik verschlimmert. Jeden Tag mit dem Zug zu fahren ist auch nicht immer ein Zuckerschlecken. Die Balance zwischen Studium und Psyche schlägt fehl, denn ich habe zu wenige Seminare um nach dem 4. Semester weiterhin Bafög zu bekommen, womit dann auch der Traum vom endlichausziehen erledigt wäre. Mir wächst das alles so über den Kopf. Es ist einfach so viel auf einmal. Ich habe Angst. Vor allem was in mir ist von dem ich noch nichts weiß. Vor dem ganzen Zeug mit dem dissoziieren und dem Teil der ein Eigenleben führt, sei es nun innerlich oder äußerlich.

Donnerstag, 4. August 2016

Angst, Verwirrung, Erschöpfung

Aufeinmal in der Dusche sitzen und nicht mehr wissen wie man überhaupt dahin gekommen ist, ist ziemlich gruselig. Zu hören, dass man wohl schon 40 Minuten duschen war, macht das ganze noch schlimmer. Danach im Zimmer dann entdecken, dass man ins Bett gemacht hatte ist das goldene I-Tüpfchen. Keinerlei Erinnerung an aufwachen, aufstehen und ins Bad gehen und duschen ist unheimlich. Einen Teil zu haben, der quasi ein Eigenleben führt ist schon seltsam genug doch es wird schlimmer wenn dann sowas passiert. Es ist alles so verwirrend. Ich habe das heute meiner Therapeutin erzählt und sie meinte, dass das tatsächlich mit einem Trauma zusammenhängen könnte. (Das zu hören hat mir allerdings wirklich gut getan und mir ein bisschen die Angst genommen, dass ich mir das alles zusammenspinne) Der nächsten Termin ist eine Doppelstunde und meine Therapeutin meinte, dass wir es mal mit Konfrontation probieren wollen. Ich weiß nicht wie genau das ablaufen wird, obs was mit emdr zu tun hat oder nicht aber allein das Wort Konfrontation gibt es in meinem Wortschatz nicht. Ich renne lieber davon und schiebe alle Probleme solang weg bis sie irgendwann in mir explodieren. Ich habe Angst vor all dem was noch in mir sein kann. Ich habe Angst, komplett die Kontrolle über meinen Kopf zu verlieren. Ich habe Angst, vor dem was passiert ist. Ich weiß nicht wie ich reagieren werde und was passieren wird und was alles in mir ist. Da ist so viel von dem ich nichts weiß in mir und es droht alles ans Tageslicht zu kommen. Ich weiß nicht wie das alles sein kann. Wie ich nichts wissen konnte. Wie niemand was gemerkt hat. Ich bin so erledigt nach heute, ich habe zwar nichts gemacht aber bin so erschöpft als wär ich den ganzen Tag unterwegs gewesen.
Ich will so gerne schreiben. Die Art von Schreiben, bei der die Worte beinahe magisch aufs Papier fließen und man sich am Ende denkt "Wow, hab ich das gerade gemacht?". Aber es ist so leer in mir. Eine schreiende Leere die mich in den Wahnsinn treibt und ich kann sie nicht deuten. Das ist Vollfressenunddanachkotzenstimmung um wenigstens irgendwas rauszubekommen. Das ist das erbärmliche Gefühl nachdem man kotzeverschmiert und heulend auf dem Boden neben der Toilette zusammenbricht weil einem bewusst wird was man für ein elender Versager ist. Das sind die Kopf- Hals- und Magenschmerzen wenn man jedes bisschen Essen wieder im Klo verschwinden lässt. Ich weiß nicht wohin. Hab mich gestern vielleicht zu stark getriggert und mir ist bewusst geworden, was alles schon in dieser Wohnung passiert ist. Da musste ich erstmal weg aus der Wohnung und meinem Stadtteil. Weg von diesem Schandbefleckten Ort. Gleich habe ich endlich mal wieder Therapie, ich weiß zwar nicht was ich mir immer von meiner Therapeutin erhoffe aber vielleicht kann sie mir helfen einen Durchblick zu bekommen. Was mit mir passiert. Manchmal wünsche ich mir so sehr in eine Klinik zu gehen, weg aus dem gewohnten Umfeld und Leute die für mich da sind. Ich sehe so langsam keinen Ausweg mehr, ich versuche und versuche und gehe zur Therapie aber es wird im Grunde genommen alles nur schlimmer. Wenn das nächste Semester anfängt werde ich sowieso komplett abkacken und manchmal hoffe ich insgeheim dass ich vielleicht einmal bisschen zu tief schneide. Nicht zum sterben aber wenigstens Krankenhausreif. Damit sich jemand um mich kümmert. Damit es Jemanden gibt, den ich interessiere. Aber das gibt es in meinem Leben so oder so nicht. Ich bin zwar da aber es ist niemandem wirklich wichtig. Meine Existenz ist so bescheuert und ich kenne mein eigenes Leben nicht und ich muss aufhören mich anzulügen und für mich einstehen blablabla. Ich will mich einfach nur schneiden. Ich will Zerstörung. Ich will, dass sich jemand für mich interessiert. Und das geht nur wenn es mir schlecht geht. Zumindest wenn es andere Leute merken. Ach keine Ahnung was das hier überhaupt für nen scheiß post ist.


Ich spüre rein garnichts. Nichtmal den Hass auf mich und meinen Körper. 0. Nichts.

Mittwoch, 3. August 2016

Ich hab gerade das Gefühl mit dem Nichts zu verschwimmen und alles in mir zerbricht und stirbt und estutsoweh und ich will nie wieder etwas von alldem spüren. Mein Kopf fühlt sich an als würde er gleich explodieren und mein Herz rast und mir ist flau im Magen. Ich muss hier raus

Hm

Verschiedene Bilder und Szenen kreisen in meinem Kopf wie ein irres Karussel auf einem gruseligen Jahrmarkt aus einem Horrorfilm.

Das rote Bett. gefesselt. nackt. Er drückt mir seine Hand auf den Mund während er mich fickt. 
Die Schande schlucken, spucken und den Mund mit Seife ausspülen. Noch heute kann ich es manchmal schmecken. 

Irgendwann geht das mit dem Wegschieben nicht mehr. Das Kind hat sich gemeldet, anscheinend war sie ganz alleine draußen für circa eine Stunde. Sonst war ich immer wenigstens auf dem Beifahrersitz, es war zwar ur seltsam aber wenigstens.. war ich noch da. Aber dieses Mal nicht. Und das macht mir Angst. Ich darf das wohl alles nicht mehr leugnen vor mir selbst. Aber ich kann es nicht akzeptieren als "meine" Geschichte. Ich wusste ja nicht mal was davon für die längste Zeit. Die Präsenz von dem was in mir ist muss ich akzeptieren und zwar ohne es zu bewerten oder in irgendwelche Schubladen quetschen zu wollen. Das ist das, was meine Therapeutin mir immer sagt. Und sie hat recht. Und ich weiß es. Aber ich will es nicht. Ich will einen riesigen Radiergummi und all die Erinnerungen und Nicht-Erinnerungen aus meinem Leben löschen. Die Leute aus meinem Umfeld haben kein Verständnis mehr für mich, was ich mittlerweile sogar höre sind Sachen wie "Du musst aufhören dir einzureden dass es dir schlecht geht" - Ja, danke. Ich rede mir das alles nur ein weil es ja VOLL LANGWEILIG WÄRE WENN ES MIR EINMAL IN DIESEM DRECKSLEBEN GUT GEHEN WÜRDE. Aber hm. Was soll ich schon sagen. Vielleicht ist es wirklich besser mich volllaufen zu lassen um das Existieren irgendwie zu ertragen. Die Wahrheit wiegt so schwer. Und ich kenne nur einen Bruchteil. Wie meine Therapeutin gesagt hat, ist wohl alles so stark dissoziiert, dass ich wirklich nichts wusste. Ich nenne es den Schwarzen Wobble. Schwer zu begreifen alles. Schwer zu glauben, dass da noch ein Kind in mir ist. Schwer zu fassen, was das Kind wohl alles weiß. Und trotzdem stoße ich es immer wieder weg und will nichts mit ihr zu tun haben. Dabei bin ich die Erwachsene und sollte ihr die Last abnehmen. Doch ich bin feige. Ich hab ne scheiß Angst vor dem, was mal war. Vor dem Schmerz. Vor den Emotionen. Und gleichzeitig dem realen Leben, dem Studium und Freunden und allem drum und dran das gleichzeitig abläuft, weiterläuft während in mir Ruinen wieder ausgegraben werden mit denen ich mich Jahre lang nicht beschäftigt habe. Und ich spüre die Traurigkeit des Kinds tief in mir wie einen Stein in meiner Magengrube aber ich weiß nicht, wie ich mit ihr Kontakt aufnehmen könnte. Sie ist so allein und obwohl ich ihr gerne helfen würde habe ich so eine Angst. Hm. Ist schwachsinnig was hier jetzt alles so steht. Aber heute hören die Gedanken nicht auf um die Wette zu laufen und es ist als würde in meinem Kopf ein Werbespot in Dauerschleife laufen "Heute schon an den Missbrauch gedacht? Hier; ein paar Bilder."

Freitag, 29. Juli 2016

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Die Schatten kratzen an meiner Fassade und lachen hämisch aus jeglichen Ecken in meinem Zimmer. Kann nicht mehr weg, nicht weiter laufen, die Dunkelheit hüllt mich ein und erdrückt mich mit Dingen aus längst vergangenen Tagen die nur darauf warten wiedererlebt zu werden. Ich fütter sie mit Angst und Panik und sie wachsen; wachsen mir über den Kopf und in meinem Kopf und alles droht zu zersplittern und im Endeffekt bin ich wieder klein oder immernoch und liege weinend alleine in der Dunkelheit. Und hier ist nichts warm und niemand der mich hält, bloß böswillige Schatten die all meine Leichen wieder ausgraben um mir meine eigene Geschichte vorzulesen.

Montag, 28. März 2016

Kein Schwanz der Welt wird jemals das Loch in mir stopfen können

Montag, 14. März 2016

Ich hätte vermutlich mit jemandem drum wetten sollen dass die Flashbacks etc wieder kommen sobald ich wieder mit dem Thema Trauma konfrontiert werde. Ich war gestern schon den ganzen Tag sehr unruhig und abends hatte ich dann einen Flashback der mich nachdem die Bilder verschwunden waren für ein paar Minuten körperlich gelähmt hat. Die Nacht hab ich dann 3 Stunden im Halbschlaf verbracht. Duschen erweist sich als ziemlich unangenehm und heute musste dann die Innenseite meiner Oberschenkel dran glauben, in der Hoffnung nie wieder die Berührungen zu spüren. Außerdem macht schneiden den Körper taub genau so wie nichts essen und das sind beides Dinge die die Flashbacks aushaltbarer machen. In 9 Tagen habe ich den nächsten Termin bei der neuen Therapeutin, ich hoffe das wird etwas angenehmer als letzte Woche. Wahrscheinlich bringt es auch der Therapie mehr wenn ich wieder tiefer in den Sumpf rutsche, aber das hatte ich mir auch schon gedacht. Also dass es so passieren würde. Naja, mal sehen wie sich alles noch entwickelt. Studium fängt am 4.4. wieder an und ich bin jetzt schon gestresst. Vielleicht bin ich auch einfach nicht zum leben gemacht.

Freitag, 11. März 2016

11032016

Ist jetzt schon wieder was her, dass ich geschrieben habe.

Heute hatte ich das Erstgespräch bei der neuen Therapeutin. Es war wirklich seltsam nach 3 Jahren mit jemand anderem über alles zu reden. Ich bin schlecht bei ersten Eindrücken. Und ich bin auch schlecht darin, mich zu öffnen. Und ich hab Angst, dass sie denkt, dass es mir zurzeit nicht schlecht genug dafür geht, dass ich die Trauma Therapie anfangen kann. Zurzeit gehts mir auch wirklich ok, ich fühl mich die meiste Zeit bloß etwas neben mir aber so kann ich einigermaßen leben und Flashbacks hatte ich seit ein paar Wochen nicht mehr. Was mich irgendwie beunruhigt. Nicht, weil es gut oder schön ist, Flashbacks zu haben sondern weil es alle Zweifel wieder hochkommen lässt. Ist mir überhaupt etwas passiert? Meiner alten Therapeutin konnte ich in den letzten Wochen aber mehr über die Situation schildern und sie wird sich mit der neuen Therapeutin austauschen, ich denke das wird die nächste Sitzung leichter machen.
Ich bin wie ein funktionierender Junkie. Nur, dass ich keine Drogen nehme sondern eben psychisch krank bin und trotzdem meistens funktioniere. Ach, keine Ahnung. Mir fällt es so schwer zu erzählen wie ich mich wirklich fühle weil ich immer versuche es zu verharmlosen. Vielleicht liegt das auch an dem Teil in mir, der das Trauma immer noch verdrängen will. Aber dieses (nicht-)wissen immer im Hinterkopf zu haben ist schlimm. Alles ist so wirr in mir und ich blick einfach nicht mehr durch. Meine Gedanken springen im Dreieck, mir wird schwindelig und ich will mich einfach nur hinlegen und Jahre im Schlaftablettenschlaf verbringen.

Mittwoch, 2. März 2016

02032016

In letzter Zeit bin ich beinahe durchgehend nervös, beziehungsweise unruhig. Meine Lippen sind komplett aufgebissen und die Haut um meine Fingernägel aufgerissen und blutig und ich kann nicht aufhören zu piddeln. Die Schlaftabletten machen meine Augen tagsüber immer so schwer und an meine Träume kann ich mich nicht erinnern (was vielleicht ja auch gut so ist). Ich hatte schon relativ lang keine Flashbacks mehr worüber ich natürlich froh bin aber andererseits habe ich Angst, dass es bedeutet dass ich vielleicht doch nichts ernstes habe. Und ich habe Angst, dass wenn die Traumatherapie anfängt doch irgendwas hochkommt. Das schlimmste ist einfach, dass ich das alles alleine mit mir rumschleppen muss und ich hätte so gerne jemanden aus meinem Umfeld mit dem ich darüber reden könnte. Aber das geht nicht. Ich bin dazu verdammt das alleine mit mir rumzuschleppen. Allerdings habe ich gerade auch Lust das alles mit Aktivitäten zu verdrängen. Zum Beispiel arbeite ich gerade daran mein Hosen-Schnittmuster abzuändern und meine zweite Hose zu nähen. Außerdem wollte ich bald mal zu meinem Bruder fahren und Bilder von mir einscannen um die eventuell auf Kleidungsstücke zu übertragen. Mal sehen wie lang dieser Tatendrang anhält.
Ich denke an euch.

Sonntag, 28. Februar 2016

rumgeheule

Huch, schon wieder ewig her dass ich mich gemeldet habe. Entschuldigt.
Irgendwie fliegt alles nur an mir vorbei, ich weiß nicht wie ich das beschreiben sollte. Ich kann mich kaum konzentrieren und meine Gedanken nehmen reißaus und fließen wie Wasser durch meine Hände.
Es ist einfach viel zu viel was ich mit mir rumzutragen habe zurzeit und ich schaffe es kaum mich wie ein normaler Mensch zu benehmen, geschweigedenn die normale Anzahl von Dingen am Tag zu machen. Ich lieg nur rum. Melde mich kaum bei den Leuten die mir am Herzen liegen weil ich nicht weiß was ich sagen sollte oder ob ich es schaffe mich mit jemandem zu treffen. Am 11.3. habe ich das Erstgespräch bei der Traumatherapeutin und ich bin sehr gespannt wie das wohl wird. Es tut mir leid aber irgendwie habe ich zurzeit nicht mal was zu sagen. Mein Selbstwertgefühl ist komplett im Keller und ich fühle mich so unglaublich wertlos. Ach, keine Ahnung

Sonntag, 14. Februar 2016

Ein paar Minuten Hölle.

Alles ist so... grau.

Am Donnerstag bei Therapie hab ich anscheinend zu viel über die Vergangenheit geredet oder nachgedacht und plötzlich hatte ich das Gefühl jemand würde mir einen Backstein ins Gesicht schleudern - doch das wäre noch harmlos, dem gegenübergestellt was wirklich in mir ist. Alles krampft. Ich ringe nach Luft doch kann nicht atmen, ich muss husten und fange an zu wimmern, meine Umgebung beginnt zu verschwimmen und alles ist erfüllt von Schmerz. "Konzentrier dich auf die Fliesen und versuch sie zu zählen." 1, 2, 3... mein Magen dreht sich um und ich beginne wieder von vorne. Weiter als 4 komme ich nicht. Meine Therapeutin nimmt meine Hand und macht das Rauschen langsam wieder leiser. Zum Glück überwiegen die Zeiten in denen ich ziemlich gefühllos bin, doch leider mindert dies nicht die Schwere wenn ich von Gefühlen überrollt werde.
Schlafen wird immer unmöglicher und ich bin bloß noch müde.
Am Freitag hab ich mich aber mit einer guten Freundin getroffen die nach Berlin gezogen ist und die ich seit ca 2 Monaten nicht mehr gesehen hatte. Es war so schön und so vertraut und ich hab mir als erste Mahlzeit des Tages ein Bier bestellt. Apropos, ich könnt jetzt schon wieder eins trinken.
Aber gleich fahren wir zu meiner Oma - wahrscheinlich gibts Kuchen was mir gerade nicht so in den Kram passt. Abgesehen davon, dass ich keinen essen sollte habe ich sowieso die ganze Zeit Bauchschmerzen. Rückenschmerzen. Muskelschmerzen. Kopfschmerzen. Bekomm nicht mal was vernünftiges hier hin geschrieben, aber die Tage sind alle so leer und mein nächster Ankerpunkt ist wieder Donnerstag. Da geh ich zu meinem Psychiater den ich seit über 2 Jahren ca nicht mehr gesehen habe. Zum Glück hat meine liebe Therapeutin mir angeboten, ihm in einer Mail grob zu erklären was gerade los ist und dass wir mal schauen sollen, ob man bei der Medikation nicht noch etwas verbessern könnte. Hab natürlich ja gesagt. Weil. Weil ich ihm nie sagen könnte, dass ich irgendwas schlimmes habe und mehr Hilfe brauche. Es ist so dumm und kindisch aber meine Therapeutin kann mich mittlerweile wie ein Buch lesen und sowas brauche ich weil ich manche Dinge nicht aussprechen kann. Und sie weiß, was ist. Sie weiß wie sie mir dabei helfen kann, unaussprechliche Dinge in Worte (oder zumindest auf Papier) zu bringen. Puh. Ich glaube das macht alles keinen Sinn da es total unzusammenhängende Dinge sind die hier stehen. Aber so schauts gerade auch in meinem Kopf aus.

Mittwoch, 10. Februar 2016

alles steht still

Ein Wimpernschlag und schon wieder sind keineahnungwieviele Stunden vergangen und ich befinde mich immer noch am selben Fleck.
Ich fühle mich nicht mal sonderlich depressiv, oder zumindest hab ich mich schon depressiver gefühlt (kann man das so sagen?), es ist bloß eine mich komplett einnehmende gähnende Leere in mir. Ich könnte wahrscheinlich überfahren werden und würde es nicht mitbekommen aber irgendwo wär es mir sicherlich auch egal. Ständig frage ich mich, was denn bloß los ist mit mir - was total bescheuert ist, denn ich weiß es ja: Trauma, Flashbacks, Depressiv, Bulimie - mit anderen Worten also komplett gestört. Doch nichtmal diese ganzen Diagnosen bringen mir irgendwas. Wo soll ich anfangen? Will ich anfangen? Lohnt es sich überhaupt? Ist das alles denn überhaupt real? Es fühlt sich teilweise so furchtbar irreal an, dass ich am liebsten aus dem Fenster springen würde um zu gucken ob es nicht doch bloß ein Albtraum ist.

(ca. 10 Minuten später) Jetzt fühl ich mich doch so ziemlich depressiv. Meine Mutter läuft hektisch in der Wohnung rum und sammelt ihre Sachen zusammen um zu ihrem Nebenjob zu fahren und ruft irgendetwas unverständliches. Also stehe ich auf und gehe zu ihr, umarme sie und würde am liebsten für immer so verbleiben. Wie früher manchmal, vor dem schlafengehen. Ich hab meine Mama ganz fest und lange umarmt und hatte das Gefühl unsere Herzen wären mit einem Band verbunden und ich wollte sie partout nicht loslassen. Ich schnorre sie wegen Geld für Tabak an weil ich nicht mal mehr dafür Geld habe und sie sagt sie bringt mir auf dem Rückweg welchen mit. Ich sacke auf der Küchenbank zusammen und vergrabe meinen Kopf in meinen Armen "Wenn dir das, was du die ganze Zeit tust nicht gut tut, musst du mal was anderes probieren." Ein Kloß bildet sich in meinem Hals und verursacht Schmerzen "Aufräumen, saugen, frische Luft. Mal über die Pläne für deinen Schreibtisch nachdenken, vielleicht ein neues Nähprojekt." Meine Sicht verschwimmt und ich starre schief an die Decke um die Tränen so lange zurückzuhalten bis sie aus der Tür ist "Wir müssen auch nochmal zum Nähladen." "Ich kann nicht rausgehen" stammle ich "Doch das kannst du. Ich bin bei dir, du musst dir jetzt nicht einreden, dass du Angst hast rauszugehen." Das muss ich mir nicht einreden. Das ist so. Oder? "Ich muss jetzt los. Pass auf dich auf." "Ja, mach ich" sag ich in einem Atemzug, und als die Tür zufällt kann ich nicht aufhören zu schluchzen. Verloren laufe ich durch die Wohnung und umklammere meinen eigenen Körper in der Hoffnung nicht auseinanderzufallen. Vor Tränen kaum etwas sehend taumel ich in mein Zimmer und lasse mich wieder ins Bett fallen. Ich wiege mich vor und zurück und fühle mich nackt, entblößt, missbraucht. Ich bin wieder klein. Und meine Hand ist nicht meine und dieses Zimmer sieht komisch aus. Es tut weh. Alles tut so weh. Wieso hilft mir niemand?
Ich schaff einfach gar nichts. Morgen hab ich wenigstens wieder Therapie, aber was mir das bringen soll weiß ich auch nicht. Ich will nichts mehr.

Samstag, 6. Februar 2016

Ich will will will will rausgehen. Es ist jetzt 18:52h und ich bin um 20:00h verabredet.
Und schon beginnt mein Herz wieder zu rumpeln und meine Lungen erzittern bei jedem Atemzug. Ich will diese Angst endlich ausstellen. Ich will den Schalter der in meinem Kopf umgelegt wurde, wieder ausschalten und alles wieder verdrängen. So weit weg verdrängen, dass es nie wieder existiert. Ich versuche ganz bewusst zu atmen. Ein und aus. Ein und aus. Ein und aus. Es kribbelt seltsam in mir und an mir und ich glaube, dass ich mich jetzt einfach fertig mache um mich abzulenken und diese scheiß Panik zu vergessen. Naja, das wäre übertrieben, aber sie zumindest etwas in den Hintergrund zu drängen. Fuck, ich hab so ne riesen Angst. Ich hoffe nur, dass meine Mama mich später mit dem Auto abholt.
fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett

Mit 17 war ich wenigstens nicht so ein übergewichtiges Walross wie jetzt. Das ganze Fett und Fleisch an diesem Körper kotzt mich an und es muss weg weg weg. Alles ist so widerlich und schwabbelig an mir, dass mir wirklich schlecht wird wenn ich in den Spiegel gucke. Sogar meine Arme sind fett und wabbelig geworden. 
Ich vermisse das feiern gehen und die ganze Nacht mit Hilfe von weißem Pulver wach bleiben und durchgehend zu dnb zu tanzen. Zurzeit würde ich das allein schon wegen der Panik nicht schaffen. Und das Speed würde mein Körper gerade vermutlich auch nicht so gut wegstecken. Ich vermisse es breit zu sein, doch für Gras ist mein Kreislauf zu schwach geworden weil er ein Arschloch ist. Und egal wie oft ich schon gesagt habe, dass ich sterben will - jedes Mal wenn ich das Gefühl habe, es ist so weit, bekomm ich ne scheiß Angst. Ich muss aufjedenfall abnehmen und wieder mit Work-Outs anfangen. Oh. Und wiegen. Und am besten das Gewicht immer aufschreiben, aber lieber im privaten denn für die Öffentlichkeit ist das eine zu große Schande (und zwar wirklich, ich übertreibe nicht mal). Überall nur Fett an diesem scheiß Körper, ich könnt kotzen. Bei jedem Schritt wackelt der Fetthaufen auf zwei Beinen (ich). 

Das sind ein paar Bilder von vor ein paar Jahren. Auf dem unteren Foto war ich kurz vor meinem tiefsten Gewicht glaub ich. Ist zwar immernoch nicht wirklich dünn, aber zumindest akzeptabel.

Freitag, 5. Februar 2016

hass

Wie viel Schmerz kann man ertragen, bevor man dran zugrunde geht?
Wie viel Wodka muss ich trinken bis ich mich wieder sauber fühle?
Wie tief muss ich schneiden, um den Schmerz aus mir rauszuholen?
Wie wenig muss ich essen, um endlich nicht mehr gesehen zu werden?

Es ist so ziemlich lichtlos alles. Die Tage vergehen und ich vegetiere in meinem Bett dahin und zähle die Stunden bis ich wieder zu meiner Therapeutin gehen kann (131). Weil ich anscheinend total dumm bin und glaube, dass sie mir irgendwie helfen kann. Ich klammere mich an jedes ihrer Worte als wären sie der seidene Faden der mich noch am Leben hält. 131 Stunden sind eine ziemlich lange Zeit und ich würde am liebsten durchschlafen, was natürlich ein bescheuerter Wunsch ist weil ich sowieso nicht durchschlafen kann. Ich verbringe zu viel zeit vor dem Spiegel was den Hass auf den Körper durchs Dach schießen lässt, ich schaue mir Bilder von dünnen Mädchen an und könnte heulen wenn ich meinen fetten, widerlichen Körper spüre. Ich denke an meinen ex Freund und überlege ob ich überhaupt jemals geliebt werden kann. Ich denke daran, dass ich mein Herz wie eine Hure an die nächstbesten Leute verschenke nur damit ich einen Menschen habe der mir einen Sinn gibt. Aber mein Herz ist wertlos deswegen wills auch niemand haben und obwohl ich das weiß, bestehe ich darauf jedes Mal erneut auf die Fresse zu fliegen - hab ich ja eh genau so verdient. Meine Schuld. Schuld. Schuld. Schuld. Ich denke an das was war, das unaussprechliche was mir meine Stimme raubt. Mit jeder Faser meines Körpers wünsche ich mir einfach nur normal zu sein. Und nicht diesen Albtraum mein Leben nennen zu müssen. Und nicht meiner Familie die Herzen rausreißen zu müssen weil ich meine Existenz nicht mehr ertrage. Das Wort Schmerz hat mittlerweile vermutlich seine Bedeutung verloren da ich es so oft benutze. Aber alles in mir schreit. Und der Körper tut weh. Atmen ist schrecklich schwer gerade. Ich hab das Gefühl schon die Endstation erreicht zu haben. Dass es nach dem hier nichts mehr für mich gibt. Keine Hoffnung, kein Licht, keine Wärme.
Ich werds nicht packen. Alles viel zu viel. Ich will verschwinden.

schmerz

Ich setze mich zu meiner Mama an den Tisch und lege eine Scheibe Vollkornbrot (96) auf mein Brett. Ich trinke erstmal meinen Kaffe und spiele Candy Crush, bis ich mich dann dazu entschließe Kräuterfrischkäse (45) auf mein Brot zu schmieren. Das Brot wird zerschnitten und ich esse die einzelnen Stücke weil ich ja was trinken gehen will und dafür brauche ich eine Grundlage.
Als mir bewusst wird dass ich gleich werde rausgehen müssen setzt sich die Angst in jeden meiner Knochen. Mir wird schwummrig, mein Herz wimmert und mein Kreislauf will sich verabschieden. Ich höre also gute Laune Musik und versuche zu atmen und mir klarzumachen, dass ich nicht in Gefahr bin. Ich werde nicht sterben, ich bin in Sicherheit, alles ist in Ordnung. Obwohls natürlich nicht so ist, aber ich will ein bisschen Spaß haben und für ein paar Stunden vergessen welche Schatten in mir hausen. Nach dem ersten Bier ist alles schon besser und ich freue mich mit einer guten Freundin über belanglose Dinge quatschen zu können und ihr zuzuhören wenn sie Geschichten erzählt und sich dann dafür entschuldigt, dass sie so viel redet. Die Stunden verfliegen und plötzlich ist es halb zehn und ich bin sehr betrunken und warte darauf, abgeholt zu werden. Ich weiß ab circa sieben Uhr nicht mehr wirklich so genau was wir gemacht haben und vielleicht ist das auch besser so, ich hoffe einfach dass ich nichts erzählt habe.

Jetzt lieg ich wieder im Bett und die Schatten erfreuen sich an der Leere die mich ausfüllt, weil meine Existenz wieder so sinnlos geworden ist. Ich starre auf meinen Arm und bin so wütend darauf, dass wenn ich mich mal so geschnitten habe dass es wenigstens klafft, sich die Haut zusammenzieht und man am nächsten Tag nur diesen bescheuerten Strich sieht. Wie soll man das Ernst nehmen. Sogar zu dumm um mich vernünftig aufzuschneiden. Wie kann ich diese Schmerzen nur rauslassen? Alles in und an mir besteht nur noch aus Schmerz und Panik und verschwindenwollen. Und es ist kein Licht in Sicht und ich wünsche mir einfach, all die dunklen Dinge zurück in eine Kiste einzusperren und auf dem Dachboden in meinem Hirn zu verstecken um sie bloß nie wieder zu finden. Alles schlecht, alles scheiße, alles leer, alles voller schmerz, ich bin zu viel viel viel und ich will mir meine Augen zuhalten und mich vor der Welt verstecken.
Da bloß alles was ich mir wünsche niemals in Erfüllung gehen wird und auch niemand mir den Schmerz nimmt, muss ich das irgendwie kompensieren. Ich will Zerstörung. Den Körper so zurichten, wie er sich anfühlt. Geschunden und voller schmerz.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Prost allerseits

Wenn mich die Panik nicht zerfrisst, dann erfüllt mich eine Gleichgültigkeit die ich nicht beschreiben kann.

Von Essen wird mir übel und ich habe wieder meinen Spiegel mit Klamotten überdeckt weil ich den Körper nicht mehr sehen kann. 5 Kilo mehr würden dir gut stehen / Wie viel wiegst du eigentlich / Was hast du denn heute gegessen? Also erstmal, vielleicht lieber 15 Kilo weniger damit nicht mehr das ganze Fett an meinem Körper bei jeder Bewegung so schwabbelt, dass ich das Gefühl habe gleich das Gleichgewicht zu verlieren. Ich weiß noch, ich hab mal für 2 Wochen jeden Tag ca 100 Kalorien gegessen und war fast jeden Tag im Fitnessstudio und danach war ich fast schon schlank, zumindest mal nah dran. Dann wieder alles angefressen weil ich doch ein dummer Versager bin. Meine Diagnose ist Bulimie weil ich fett bin. Und nein, ich habe keine Essstörung weil ich immer noch ein wabbelnder Fetthaufen auf 2 Beinen bin. Ja, vielleicht will ich mit dem Essen auch nur kompensieren, dass ich mit nichts anderem mehr klar komme. Vielleicht schaff ichs ja dieses Mal dünn zu werden - Wenn ich ein einziges Mal, mal dünn sein würde, könnte ich danach vielleicht wieder normal werden. Ja ist klar. Nein. Ich werde nie dünn sein, dafür bin ich zu schwach. Obwohl kotzen eigentlich auch zu mir passt, weil ich ekelhaft und eine Schande bin und man mich am besten einfach hätte abtreiben sollen.
Meine Mama macht sich Sorgen, ich bin ihr Sorgenkind. Schon immer. Sie denkt es seien die Depressionen und ich wünschte es wären Depressionen und nicht die Diagnose, die mich jetzt in den Abgrund saugt. So fall ich innerlich ganz alleine und schleppe die Schande mit mir rum, doch niemand außer mir kann sie sehen und hören. Was fürn Leben. Bei keinem dieser Worte verzieh ich auch nur eine Miene, weil es mir irgendwie so egal ist und gleichzeitig alles in mir tötet. Vielleicht bin ich ja auch tot und merk deswegen irgendwie nichts mehr. Ich werde mich heute betrinken und vielleicht ein paar schöne Stunden verbringen und generell kann ich die nächsten Tage durchgehend trinken wenn ich lustig bin, weil Karneval ist und 24/7 trinken so legitimiert wird. Immerhin etwas!

Ihr müsst diesen Schwachsinn nicht lesen, ergibt wahrscheinlich eh keinen Sinn. Ich trinke auf euch, auf dass sich irgendwann der Nebel lichtet und wir das Leben sehen können.

Mittwoch, 3. Februar 2016

it hurts it hurts it hurts

Ich bin so unglaublich müde.
Und alles in mir schmerzt und droht mich zu ertränken
Ich würd so gern für ein paar Jahre aus dem Leben auschecken und zurückkommen wenn alles wieder okay ist. Falls es überhaupt jemals so sein sollte. So verloren habe ich mich noch nie gefühlt, ich kann alles was in meinem Kopf ist nicht mehr zuordnen und Emotionen oder Emotionslosigkeit überfallen mich aus dem nichts und ich bin ihnen schutzlos ausgeliefert. Ich will doch bloß, dass das alles bitte bald ein Ende hat und erträglich wird. Denn tragen kann ichs gerade wirklich nicht. Fühl mich so schwach und mein wimmerndes Herz springt mir fast aus der Brust, bei dem Versuch den Schatten zu entfliehen. Ich mach mir Sorgen um das kleine Mädchen und es schnürt mir die Luft ab bei dem Versuch zu erahnen was ihr widerfahren ist. Wieso hilft mir denn niemand? Wieso nimmt mir niemand meinen Schmerz der in schwarzen Flecken meinen Körper übersät? Das klingt alles so erbärmlich und ich schäme mich wirklich dafür, so widerlich und schwach zu sein. Mein Kopf ist so leer und doch von einem Rauschen gefüllt welches mich von der Realität trennt. Gott, ich will bitte bitte einfach nur, dass es aufhört so schrecklich weh zu tun.
Alles scheint so sinnlos zu sein und ich frage mich ernsthaft ob ich dieses Jahr die 21 packe. Wann darf ich endlich leben? Wann kommen die guten Seiten meines Lebens?
Und was ist, wenn für mich einfach nie welche eingeplant waren?

Dienstag, 2. Februar 2016

knocked out

Ganz flüchtig hatte ich einen Geruch in der Nase, wirklich nur für eine Sekunde und sofort wurde alles in mir ganz schwummrig und schwindelig. Meine Mutter ist dann mit mir in den Supermarkt gegangen um mir Wasser und einen Smoothie zu kaufen, doch das hat leider nichts gebracht. Mein Herz hat so schnell gerast, dass ich es im ganzen Körper gespürt habe. Meine Hände und Füße habe ich nicht mehr wirklich gespürt und mir liefen die ganze Zeit Kälteschauer über den Körper. Hab gezittert und mein Kopf hat sich angefühlt als würde er brennen und in mir hämmerte mein kleines Kind und schrie nur: ich werde sterben ich werde sterben ich werde sterben, hier und jetzt, ich werde sterben. Im Endeffekt hat meine Mutter dann den Krankenwagen gerufen und dann mit Blaulicht ab ins Krankenhaus - hab wohl ein abnormales EKG und muss das morgen beim Hausarzt nochmal überprüfen lassen. War jedoch wahrscheinlich eine Panikattacke, aber so eine hatte ich noch nie. Es war als hätte mein Körper Angst aber ich wusste nichts davon. War seltsam. Und die ganzen Männer haben meinem Wohlbefinden wahrscheinlich auch nicht gut getan, aber was solls, lieg jetzt wieder zu Hause im Bett und bin einfach nur unglaublich müde. Morgen muss ich zum Arzt und dann mit Kommilitonen an der Hausarbeit arbeiten. Ich bin so erledigt. Wie lange soll das noch so weitergehen?

Montag, 1. Februar 2016

Splitterfasernackt

"Der erste Mann, mit dem ich Sex habe, riecht nach Alkohol und kaltem Zigarettenrauch. Seine Hände sind rauh und klebrig, seine Haare ungepflegt, und von seinem Atem wird mir zuerst schlecht, dann schwindlig.
Er wirft mich auf ein Sofa mit altmodischem Blumenmuster und hält mich mit seiner einen Hand fest, während die andere an seinem Gürtel herumfummelt. Ich weine. Ich sage irgendwelche bittenden Worte, ich stammle zusammenhanglose Sätze, ich flehe ihn an, ich flüstere nein, nein. Nein.
Meine Stimme fühlt sich fremd an, sie stolpert über meine viel zu trockenen Lippen. Ich versuche sie zu halten, denn wenn ich sie verliere, dann verliere ich auch mich. (...)
Ich starre die gelbweiße Zimmerdecke an. Sie kommt mir blenden grell vor. Meine Arme liegen schlaff neben mir, ich will sie bewegen, aber sie gehorchen mir nicht mehr. Mein Kopf ist leer und voll von Rauschen. Ich erzähle mir eine Geschichte, die ein schönes Ende hat, aber ich höre kaum zu.
'Komm', wispert mir da eine leise Stimme ind Ohr; die Stimme gehört mir, aber ich erkenne sie nicht.
'Komm', flüstert sie, 'ich bringe dich weg von hier, vertrau mir.' (...)
Schweigend nehme ich ihre Hand an und lasse mich fortführen. Weg von dem Sofa, weg von dem Mann, weg von meinem Körper. In der hintersten Zimmerecke bleibt das kleine Mädchen schließlich stehen, seine kalte Berührung umschließt mein wimmerndes Herz.
'Weiter weg können wir nicht gehen', flüstert es kaum hörbar. Ich drehe mich um und blicke auf meine hilflose Hülle. Ich sehe in meine leeren Augen, betrachte die bleichen dünnen Beine, die merkwürdig verkrümmt zur Seite ragen. Ich nehme Abschied von dem geschädigten Körper. Er gehört nicht mehr mir. Die Trennung ist leicht, alles andere wäre schwerer.
'Mach die Augen zu', flüstert da die Stimme. 'Mach sie erst wieder auf, wenn ich es dir erlaube.'
Ich gehorche ihr. Keine Sekunde wage ich zu zögern. Ich blende ihn aus, meinen Körper, das tote Stück Fleisch; ich lasse ihn allein, ich lasse ihn zurück. Ich gebe ihn auf." 
(Ausschnitt aus dem Buch Splitterfasernackt von Lilly Lindner, S.15f)
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Manchmal wünsch ich mir, ich könnte mich erinnern. Irgendwo in mir schimmert ein kleiner Funke Hoffnung, der daran glaubt, dass mir dann alles leichter fallen würde. Die Konstante die mir hier in der Realität jedoch bleibt, ist das fallen. Ich falle hin und ich falle in Abgründe nur um danach immer weiter zu fallen. Ich weiß nicht mehr wo oben und wo unten ist, es ist alles bloß noch ein riesiges Chaos und ich steck mittendrin.
Wieso hat mein kleines Ich nichts gesagt oder getan um diesen Schmerz den ich jetzt aushalten muss zu verhindern? Das kleine Mädchen trägt immer noch das gelbe Mulan Nachthemd. Sie geistert in dunkeln Gängen meines Kopfes umher und spielt manchmal mit den Lichtschaltern, sodass das Grauen mir vor Augen geführt wird. Vielleicht fragt sie sich, weshalb ich sie all die Jahre allein mit dem Schmerz gelassen habe. Und jetzt will sie mich einholen und auch endlich groß werden, doch sie versteht nicht, dass das Leben so nicht funktioniert.
Es hilft nicht mehr von Mama abends beim Zubettgehen fest in seine Decken eingewickelt werden, um Nachts von niemandem verletzt zu werden. Es hilft keine Decke mehr, in die meine Mama damals gute Träume für mich hineingenäht hat. Es hilft nicht mehr, sich dreimal im Kreis zu drehen und an schöne Dinge zu denken um den Albträumen zu entfliehen die einen mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen haben. Denn sie haben mich eingeholt und es gibt rein gar nichts was sie jemals beenden könnte.
Flankiert von meinen Schatten wander ich wie eine Leiche durch dieses Leben, obwohl ich mich am liebsten aus diesem Körper herausreißen würde um schreiend davonzulaufen und niemals zurückblicken zu müssen. Doch die Vergangenheit ist überall. Damals, im hier und jetzt und in der Zukunft. Sie hüllt mich ein und ich ersticke dran. Die Zeit hat nichts in mir geheilt, das einzige was sie tut, ist meine Wunden immer weiter aufzureißen, bis ich endlich dran verende.

Vielleicht wars ja immer so bestimmt.

Jetzt gerade ist die einzige Zukunft die ich für mich seh der nächste Tag und alles was danach kommt ist pechschwarz. Ich will einfach nur verschwinden. Die Zeit rennt doch ich komme nicht mehr mit weil ich immer noch 7 bin und somit ist die Realität mir um 13 Jahre voraus. Ich glaube wirklich dass ich niemals alt werde. Es ist schwierig zu existieren wenn dir deine Seele zerfleischt wurde. Was ist man dann überhaupt noch? Was bin ich? Wie konnte ich so viele Jahre nichts von all dem wissen? Und was ist wenn es doch nicht wahr ist? Was ist wenn es wahr ist? Wie soll ich damit leben können? Ich wünschte, dass das alles nur ein Albtraum wäre aus dem ich irgendwann aufwachen könnte. Dem ist nur leider nicht so. Das ist die Wahrheit und wohl leider auch mein Leben. Der Alkohol macht mein Hirn gerade wenigstens einigermaßen erträglich aber ich weiß wirklich nicht was ich machen soll oder wohin mit mir. Ich glaube nicht dass ich einer dieser Menschen bin der etwas positives aus all dem negativen schöpfen kann. Ich hab wirklich geglaubt, das schlimmste sei überstanden und jetzt ist mein Körper 20 und ich bin wieder ein Kind. Das alles hier macht bestimmt keinen Sinn aber ich muss irgendwo diesen ganzen Scheiß rauslassen weil ich gerade wirklich gar nichts im Leben habe was mir irgendeinen Sinn geben könnte. Dieses Leben, alles kommt mir so irreal vor - als würde ich aus der Distanz zuschauen wie alles zugrunde geht und nichts dagegen machen können. hm. Ich schätze ich bin nicht zum leben gemacht. Es ist so viel Scheiße passiert und ich hasse mich dafür, dass ich zu schwach bin damit umzugehen. Ich schaff einfach gar nichts. Bin ein Versager auf ganzer Linie und alles was ich anpacke verwandelt sich in scheiße. Wieso zur Hölle versuch ichs überhaupt noch? Es tut einfach nur noch alles weh. Und ich schaffs nicht mal mehr nen Strich zwischen Uni und Privatleben zu ziehen, und alle müssen drunter leiden. Weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll, in mir gibt es nichts anderes mehr als Schmerz. Aber vielleicht hab ich ja auch einfach sonst nichts verdient. Hab einfach keine Ahnung mehr. Obwohl, was soll mehr denn schon heißen, ich hatte nie ne Ahnung. Ob es wohl jemals anders werden wird? Wie lange halte ich das alles aus? Mittlerweile sind schon 2 oder 3 Stunden vergangen und die Sektflasche ist gleich leer. Ich bins sowieso. Und das alles macht immer noch keinen Sinn.

Sonntag, 31. Januar 2016

a hole that nothing can fill

Ich frag mich was noch bleibt wenn man alles verloren hat. 
Wenn ein Teil von dir vor Jahren im Wald verscharrt wurde.
Ein nackter, geschundener Kinderkörper eingewickelt in Müllsäcke und so tief unter der Erde vergraben, dass er niemals entdeckt werden wird. 

Jede Straße auf der ich laufe ist mit Glasscherben übersät und mit jedem Schritt bohren sich die Scherben tiefer in meine Füße und ich hinterlasse blutige Fußspuren auf dem kalten Asphalt. 
Die Luft die ich atme, fühlt sich an wie Wasser in meinen Lungen und lässt mich in mir ertrinken. Sie füllt mich mit all den Dingen die mir das kleine Mädchen gab, welches ich vor Jahren im hintersten Winkel meines Gehirn eingesperrt hatte. Ein Sturm tobt und treibt mir Tränen in die Augen, meine Sicht verschwimmt und ich taumle in der eisigen Dunkelheit auf den Abgrund zu.

Da ist ein Loch in mir und es wird nie wieder verschwinden. Es gibt ein Zitat: "Am Ende des Tages, ist das einzige was wir wirklich haben, wir selbst." Doch was ist, wenn dir das genommen wurde? Wenn du nicht einmal mehr dich selbst hast? Wenn du deine Hände anschaust und es nicht deine sind. Wenn du in den Spiegel guckst doch da nirgendwo ein Ich erkennst? Was tun, wenn deine Realität nicht die der anderen ist? Und du in Wahrheit vor über 10 Jahren irgendwo in der Zeit festhängst und immer noch das kleine Kind von damals bist?
Da gibt es kein vor und zurück, sondern bloß ein immer tiefer fallen.

Freitag, 29. Januar 2016



und wenn die Nacht einbricht
wär ich so gern betrunken
um alles was ich erlebt habe
in einem Filmriss zu vergessen
doch so viel Wodka wie ich bräuchte
gibts nirgends auf der Welt
und so bin ich für immer dazu verbannt
den ganzen Horror beinahe jeden Tag
erneut zu erleben und 
erneut daran zu zerbrechen.

"fühlen"

Kann man sich irgendwie fühlen, wenn man sich emotional so betäubt fühlt? Das schreibt man ja immer. "Ich fühle mich xyz" Ich fühl mich gleichgültig. Irgendwie ist mir alles egal.
Essen? Scheißegal.
Uni? Scheißegal.
Soziale Kontakte? Scheißegal.

Irgendwie verliert alles um mich herum seine Bedeutung und die Diagnose von gestern liegt mir immer noch schwer im Magen. Ich mein, eigentlich ist es ja bloß eine Bezeichnung für die verschiedenen Symptome die ich zurzeit durchlebe - aber diesen Stempel abzukriegen macht das alles so furchtbar real das alles in mir abhauen! schreit. Aber wo soll man hin, wenn man sich selbst nicht mehr erträgt? Depressionen und Essstörungen sind so alltäglich geworden, dass jeder Idiot meint es zu verstehen deswegen hab ich mich schon lange damit abgefunden dass es kaum einer versteht oder gar ernst nimmt wenn man wagt es auszusprechen. Aber traumatisiert? In der Kindheit? Durch das wohl schrecklichste Verbrechen was Menschen verüben können? So schlimm, dass man es jahrelang verdrängt? Ich? Nein. Niemals. Doch die schwarze Tinte auf dem pinken Überweisungszettel spuckt es mir lachend ins Gesicht und alle meine Schatten stimmen ein.

In letzter Zeit lege ich einen Selbst-Sarkasmus an den Tag der mich oft wirklich zum lachen bringt was höchstwahrscheinlich ziemlich wahnsinnig aussehn muss, aber wenn Leute das von mir denken würden hätten sie wenigstens recht. Ich kann mein Leben gar nicht ernst nehmen, es kommt mir wirklich alles vor wie ein riesiger Witz - der so schlecht ist, dass man gerade deswegen drüber lachen muss.

Donnerstag, 28. Januar 2016

F43.1

Aufwachen.
Warten bis ich allein in der Wohnung bin.
In die Küche schleichen und die Kaffeekanne holen.
Kaffe trinken bis ich meine ewig müden Augen aufhalten kann und mein Herz beginnt zu rasen. Ich muss gleich raus, bisschen an mir rumschnippeln, Arm verbinden und raus aus der Wohnung, aus dem Haus, aus der Siedlung. Die Bewegung meiner Beine fühlt sich mechanisch an, meine Lunge wird zusammengepresst und meine Augen scannen im sekundentakt meine Umgebung ab. Fühlt sich trotzdem gar nichts sicher an. Alles in mir schreit Gefahr und erst als ich vor der Tür meiner Therapeutin stehe spüre ich Erlösung.
Ich erzähle monoton wies mir geht, was so passiert ist. Sie redet von Klinik doch ich hör Knast.
Schlussendlich habe ich eine Überweisung zu meinem Psychiater bekommen der einen Konsiliarbericht anfertigen soll, damit ich bis zum Beginn einer Traumatherapie wenigstens noch wöchentlich zu meiner Therapeutin gehen kann. Außerdem soll ich vielleicht zusätzlich zum SSRI noch ein beruhigendes Medikament bekommen was ich aufjedenfall befürworten würde, solang es mir die Schmerzen nimmt und das atmen erträglicher macht.

Als besonderes Geschenk erhalte ich eine weitere Diagnose die meine Falschheit in dieser Welt nur noch bestätigt. Na wunderbar.

Mittwoch, 27. Januar 2016

Quatsch

Im Nachhinein fühle ich mich so dumm, dass ich es nicht ein mal umschreiben könnte. Wie zur Hölle konnte ich bloß so naiv sein, zu glauben dass ich ein normales Leben führen könnte, in dem es mir gut geht? Ein kleiner Teil in mir wusste immer dass es nicht geht, doch er hat sich versteckt und mich von dem schönen Leben kosten lassen - und es mir jetzt endgültig genommen.
Ich muss heute rausgehen und in die Nachbarstadt fahren um mit einer Kommilitonin an einer Hausarbeit zu schreiben. Der bloße Gedanke daran, alleine rauszugehen und auch noch mit dem Zug zu fahren versetzt mich in betäubende Panik. Prophylaktisch werde ich nichts essen und mir alles aufschlitzen, sodass ich vielleicht für den Horror da draußen taub bin. Anders weiß ich mir nicht zu helfen und das ist so erbärmlich. Ich fühle mich so unendlich alleine und würde meinen Schmerz so gerne hinausschreien, sodass mir jemand hilft doch mein Mund wird mir zugehalten, denn ich bin für immer zum schweigen verdammt.
Andauernd habe ich diese Vorstellungen im Kopf, wie ich mir mein Hirn wegschieße oder Arterien öffne was mir eine scheiß Angst macht. Kennt ihr das, wenn ihr zwar suizidal seid aber euch nicht umbringen wollt? Das ist bestimmt dumm, aber ich habe Angst irgendwann die Kontrolle zu verlieren und mir dann die Arme längs aufzuschlitzen sodass der Horror ein Ende hat. Zumindest für mich.
Alles in mir schreit vor Schmerzen und jeder Blick brennt mir Löcher in die Haut, ich verirre mich immer tiefer im dunklen Wald und es ist so schrecklich kalt und dunkel. Ich würd mich so gern wieder zu Hause fühlen. Tut mir leid für den Quatsch

Dienstag, 26. Januar 2016

Blogaward

Oh. Außerdem wurde ich noch getaggt von der lieben Jay.
Und werde jetzt dann die Fragen beantworten, ein wenig Ablenkung kann ich gerade gut gebrauchen.
Also

1. Du in einem Wort?
Zurzeit würde ich sagen trifft Verwirrung es ganz gut
2. Hättest du gerne die Macht, das Leben anhalten, vor und zurückspulen zu können? Warum? Warum nicht?
Ist eine schwierige Frage, finde ich. Ich würde so vieles anders machen wenn ich zurückspulen könnte, jedoch irgendwann das Leben einfach anhalten und für immer schlafen wahrscheinlich. Außerdem muss ich gerade an den Film Butterfly Effect denken, wo jede noch so kleine Handlung die man in der Vergangenheit verändert die Gegenwart komplett auf den Kopf stellt. Wahrscheinlich ist es wirklich dumm, aber irgendwie glaube ich dran, dass alles im Leben einen Sinn hat und einen dahin bringt, wo man hin soll. Deswegen glaube ich, es ist irgendwie schon alles richtig so.
3. Wenn dein Leben ein Film wäre, wäre es Drama oder Komödie?
Puh. Gerade würde ich wirklich zu Drama tendieren, im Grey's Anatomy Stil. Amoklauf, Fehlgeburt, Mann stirbt fast, Flugzeugabsturz, Krebs. Die Art Drama, in dem einfach so viel Scheiße passiert dass man es garnicht mehr Ernst nehmen kann.
4. Welcher ist dein größter Wunsch?
Ich wär so gern normal und fähig dazu, zu leben.
5. Was erhoffst du dir für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass ich irgendwann alt werden will. Ich will leben wollen irgendwann.
6. Welchen Ort möchtest du unbedingt einmal bereisen?
Irgendwie ist es dumm, aber ich würde total gerne nach Südamerika die alten Maya und Inca Ruinen besichtigen weil ich halt auch Inka heiße. Hab diese Vorstellung schon so ewig, ich glaub das wär schön. Und irgendwann würde ich super gerne die Nordlichter sehen.
7. Was siehst du, wenn du bei dir aus dem Fenster schaust? Gefällt dir die Aussicht?
Die ganzen benutzten Kaffeetassen die sich wie eine Skyline auf meiner Fensterbank türmen, schmutzige Fenster, einen Pride Sticker der drauf klebt und wenn die Sonne scheint einen Regenbogen an meine Wand zaubert und graue Häuser, Bäume und den Himmel. Ach weiß nicht, es gibt denke ich schlimmere Fensteraussichten.
8. Würdest du gerne Gedankenlesen können?
Nein. Ich glaube nicht. 
9. Bist du zufrieden mit dir selbst, nicht nur auf das Optische bezogen? Warum? Warum nicht?
An sich glaube ich irgendwie schon dass ich zufrieden bin mit mir selbst wenn ich quasi im "Normalzustand" bin. Gerade ist es leider garnicht so was aber mit allem zusammenhängt was ich so durchmache zurzeit und ich kann nur hoffen, dass es irgendwann aufhört (haha)
10. Wovon träumst du, wenn du schläfst, am häufigsten?
Irgendein Schwachsinn, unzusammenhängende Dinge. Oder Verfolgt werden oder fallen. In letzter Zeit aber erinner ich mich nie an meine Träume worüber ich um ehrlich zu sein ganz froh bin.
11. Welchen Sinn siehst du darin, dass wir hier sind?
Oh Gott, ich wünschte ich würde das wissen. Da ich gerade meine Psycho-Brille trage, seh ich kaum einen Sinn in irgendwas. Vielleicht komme ich auf diese Frage zurück wenn ich wieder im Normalzustand bin. Will mich irgendjemand resetten? 

Tut mir leid dass ich mir jetzt keine neuen Fragen ausdenke, mein Hirn ist irgendwie total matschig. Aber danke an Jay (das hat wirklich gut getan mit den Fragen und ich konnte mich etwas beruhigen) und alle anderen die meinen Blog wieder/immernoch/überhaupt lesen und mir liebe Worte da lassen. Ich hoffe das Leben schenkt euch heute einen wunderbaren Tag und ich wünschte ich könnte euch all eure Schmerzen nehmen. 

Obliviate

Die Welt um mich herum verschwimmt vor meinen Augen
mein Körper beginnt zu beben
und ich merke wie die Luft wieder knapp wird
Übelkeit macht sich in mir breit und jemand
sticht mir ein Messer wieder und wieder in den Unterleib
ich wünsche mir zu verbluten bis ich merke
dass es doch kein Messer ist
ich presse mir die Hand auf den Mund
doch es ist nicht meine
alles kribbelt und ich löse mich auf
ein rauschen wird mir über die Augen gelegt
und der Körper gehört nicht mehr mir.
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Ich überlege teilweise wirklich mich einweisen zu lassen, auch wenn die zuständige Klinik für Notfälle einen einfach nur mit Medikamenten vollpumpt aber solang ich nichts mehr fühle wäre mir das so ziemlich recht gerade. Außerdem könnte ich feige Sau somit auch den ganzen Sachen für die Uni entfliehen die mich zusätzlich noch unter Druck setzen. Es ist armselig, ich weiß und ich fühl mich auch abscheulich dafür so zu denken. Und egal wie schrecklich ich mich die meiste Zeit fühle, am schlimmsten finde ich es jedoch zu merken wie viele Sorgen ich meiner Mutter schon wieder bereite. Auch wenn sie es nicht beabsichtigt, fühle ich mich so schrecklich dadurch dass ich mir wirklich einfach wünsche niemals geboren worden zu sein. Jedes Mal wenn sie mir sagt, dass sie mich lieb hat fühlt es sich an wie ein Stich ins Herz weil ich ihr immer nur Leid zufüge und ihr niemals irgendwelche Sorgen abnehmen, sondern nur noch mehr auf sie raufladen konnte. Ich sollte nicht einmal das Recht haben zu atmen bei all dem Schmerz den ich anderen Personen zufüge, nur weil ich so dumm und erbärmlich bin. Ich kann nicht mal alleine rausgehen weil mir die Panik auf den Schultern sitzt, kann nicht atmen und mein Herz springt mir beinahe aus der Brust. Ich bin zu garnichts im Stande, außer anderen Menschen die mich lieben Schmerzen zuzufügen. Wieso wurde ich auf diese Welt gesetzt? Wieso muss ich meiner Mama immer und immer wieder so weh tun, das wollte ich nie. Schon als ich winzig war wollte ich ihr niemals zur Last fallen und alles immer richtig machen um ihr zu helfen, doch im Endeffekt hab ich ihr dann doch nur Sorgen bereitet. Wie heißt nochmal der Zauberspruch bei Harry Potter, der einen aus dem Gedächtnis von anderen löscht? Obliviate? Den würde ich gerne bei meiner Familie anwenden und dann einfach irgendwo in der Gosse verrecken. So wie ich das verdient habe. 


Montag, 25. Januar 2016

schwach(sinn?)

Ich weiß garnicht genau was ich überhaupt schreiben soll. Die Tage ziehen wie ein grauer Nebelschleier an mir vorbei und ich bin paralysiert und kann nur dabei zusehen wie alles um mich zerfällt, und irgendwo in mir wünschte ich, einer der Trümmer würde das ganze Leid endlich beenden.
Ich muss zu meiner Versicherung und eine Liste von den Therapeuten die mir abgesagt haben vorlegen, sodass ich eventuell in 2-3 Wochen bei einer Therapeutin ohne Kassensitz eine Traumatherapie beginnen kann. Hab bloß keine Ahnung wie ich das anstellen soll, traue mich die meiste Zeit nicht einmal alleine rauszugehen, geschweige denn in die Innenstadt. Für die Uni muss ich noch 2 Hausarbeiten schreiben, doch ich schaffe es wirklich nicht mich auf irgendwas zu konzentrieren denn das einzige an das ich zurzeit aktiv denken kann ist wie ich mich am besten zerstören und benebeln kann um all den passiven Gedanken in mir zu entfliegen. Ich habe heute so viele Klingen gefunden, dass ich irgendwie das Gefühl hatte mein Leben will mir irgendetwas sagen. Da ich mich schon morgens so schrecklich gefühlt habe, hatte ich allerdings eh keine hohen Erwartungen an den heutigen Tag.
Außerdem steigt mein Wahnsinn immer weiter an, in den letzten Tagen hab ich manchmal das Gefühl etwas an meinem Nacken zu spüren was mich zusammenzucken und mein Herz für einen Moment aussetzen lässt. Dann beginnt der ganze Kreislauf von vorn und am Ende bin ich einfach nur noch irritiert und versuche wieder im hier und jetzt anzukommen. Manchmal hab ich total aus dem Kontext gerissene Gedanken die einfach so in meinem Kopf auftauchen und sich irgendwie so fremd anfühlen.

Tut mir Leid, dass das so ein bescheuerter Post ohne Sinn oder wenigstens etwas Poesie ist aber ich bin gerade so unfähig zu leben und allem was damit zu tun hat.

Freitag, 22. Januar 2016

Es gibt niemanden der meine Hand nimmt und mich durch das Dunkle geleitet.

Ich stehe ganz alleine am Abgrund der mein Leben ist und frage mich, wie es nur dazu kommen konnte. Ich würde gerne alles schlechte aus mir rausschneiden, all die Bilder und Empfindungen aus meinem Kopf reißen und die faulen Stellen aus meinem Herz entfernen damit es endlich aufhört das Gift durch meinen Körper zu pumpen.
Ich will die Handabdrücke auf meinem Körper abwaschen doch sie sind mir für immer und ewig unter die Haut gebrannt.

Das Loch in meiner Seele frisst mich auf, macht mich taub und ich will allesallesallesalles an und in mir aufschlitzen und in meinem Blut und meinem Versagen ertrinken.

Donnerstag, 21. Januar 2016

200116

Jeden. Verdammten. Tag.
Egal wo, wann oder was auch immer ich tue - es holt mich ein. Gestern war es in der Uni vor meinem Referat. Es hat damit begonnen, dass mein ganzer Körper gekribbelt hat und ich plötzlich wieder schreckliche Unterleibsschmerzen hatte. Ich hab meine Arme verschränkt und mich ganz sachte vor und zurück gewogen und einfach nur gehofft dass es wieder aufhört. Dem war bloß nicht so. Anscheinend muss man es mir angesehen haben wie schlecht es mir ging, denn meine Dozentin hat gefragt ob es mir gut ginge und ob ich nicht kurz raus gehen wolle. Ich bin dann mit einer Freundin raus gegangen und zu den Toiletten damit ich mir Wasser ins Gesicht klatschen konnte. Am ganzen Körper zitternd hat jemand meine Lunge zusammengepresst und ich konnte nicht mehr atmen und ich musste husten und würgen. Bitte bitte bitte bitte lass es aufhören hat es in mir geschrien und als ich in den Spiegel geschaut habe, habe ich mich nicht erkannt. Ich habe meine Hand an meine Wange gelegt um mich davon zu überzeugen, dass ich das im Spiegel bin aber ich war schon wieder weg.
Als ich wieder im Seminar saß, hat mein Körper aber nicht aufgehört zu zittern und zu krampfen und ich bin mit einer anderen Freundin rausgegangen um eine Zigarette zu rauchen, in der Hoffnung dass mich die Kälte vielleicht zurück holt. Ich bin immer weiter verschwunden und meine Stimme war monoton und ich hart wie ein Stein. Während ich unten war, meinte meine Dozentin wohl dass sie überlegen würde einen Krankenwagen zu rufen doch meine Freundin der ich zumindest etwas über die Dissoziation erzählt hatte, hat ihr gesagt dass bei dem was ich habe auch kein Krankenwagen helfen würde. Als ich nach der Pause wieder oben war meinte meine Dozentin noch, dass ich das Referat nicht halten müsse und das wir schon eine Lösung finden würden dass ich die Prüfungsleistung anders ablegen könnte da sie ja merkt wie schlecht es mir geht und auch gesehen hatte dass ich mich vorbereitet habe. Es kamen auch noch andere Kommilitonen die mir gesagt haben, dass ich immer mit ihnen reden kann wenn ich was brauche. Letztendlich habe ich dann aber das Referat gehalten und meine Dozentin hat betont, wie super das war und wie bewundernswert dass ich das trotz allem gemacht habe. Außerdem hat sie mir noch gewünscht, dass es mir bald besser geht.
Ich bin danach komplett erledigt und überwältigt und verwirrt von den positiven Reaktionen nach Hause gefahren.

Mittwoch, 20. Januar 2016

190116

Mein Körper gehört nicht mehr mir.
Unkontrollierbare Schmerzen im Unterleib und Rücken, seltsame Gänsehautschauer und willkürliche Zuckungen und verrücktes Zittern meiner Muskeln. Und mir ist schlecht. So furchtbar schlecht, dass ich kurz davor stehe mich übergeben zu müssen.
Gestern war ein anstrengender Tag, ich hab morgen eine Klausur geschrieben und hatte danach noch ein anderes Seminar bis 17:45 und als ich das Gebäude unseres Fachbereiches verlassen habe war es schon wieder dunkel. Ich habe mittlerweile schon 3 Absagen von Traumatherapeuten bekommen, heute kann ich noch eine anrufen und wenn das nicht klappt, kann ich mich bei einer am Telefon sehr lieb klingenden Therapeutin ohne Kassensitz melden, die zu Ende Januar einen Platz frei hätte. Ich bin gerade wirklich im Überlebensmodus und weiß garnicht wie ich alles was zurzeit anfällt schaffen soll - Alle Prüfungsleistungen für die Uni, überhaupt aus dem Haus gehen erweist sich schon als schwierig für mich, Soziale Kontakte nicht vernachlässigen, Bafög Antrag stellen und demnächst soll ich mir auch noch einen Job suchen. Ich habe aber keinen Nerv dafür, mein Inneres schreit und ich kann nichts tun als zu schweigen und funktionieren und das tut unglaublich weh. Ich erwische mich zwischenzeitlich dabei, wie meine Gedanken Amok laufen und ich will mir an den Kopf schlagen und schreien aber das geht nicht wenn man draußen ist. Und dann merk ich wieder wie alles aus mir verschwindet und ich fühl mich wie ein Stein; kalt und hart, meine Stimme ist monoton und ich bin froh dass sie überhaupt noch da ist. Ich bin Inka, 20 Jahre alt, Studentin im ersten Semester. Ich bin Erwachsen, hier sind überall Leute. Mir kann nichts passieren. Mirkannnichtspassierenmirkannnichtspassierenmirkannhiernichtspassieren. 
Und bevor ich das Gebäude betrete um gleich die Klausur zu schreiben denke ich mir, ich bin jetzt in der Uni ich habe keine Zeit dafür. Bloß funktioniert das eben nicht so. Es war so schwierig meine Gedanken festzuhalten und mir irgendwas aus den Fingern zu saugen und mich daran zu erinnern was ich am Tag zuvor zu dem Thema gelesen hatte. Es hat mich so unglaublich viel Kraft gekostet und zwischendurch sind die blauen Kulli Worte einfach vor meinen Augen verschwommen und ich konnte nur ins Nichts starren und mir wünschen, dass es endlich vorbei ist.

Seit gestern weiß ich, dass ich außer meinem inneren Kind noch den abgestumpften Teil in mir habe.

Montag, 18. Januar 2016

Ich weiß nicht wieso, aber es scheint morgens immer am schlimmsten zu sein. Mein Körper spielt komplett verrückt und ich habe das Gefühl er wurde mir gerade genommen. Irgendwas schweres liegt auf meiner Brust und ich kann kaum atmen, mein Kopf fühlt sich so an als stünde er kurz vor einer Explosion und plötzlich kommt mir Magensäure den Hals hochgeschossen und ich muss zur Toilette rennen um ein paar mal zu würgen und Galle aus meinem Magen zu kotzen. Irgendwas passiert gerade mit mir und mein Hirn verzerrt die Wirklichkeit

Sonntag, 17. Januar 2016

Am Ende bleibt ein Aschehaufen

Es ist schlimm draußen zu sein.
Ich atme so flach es nur geht und die Panik sitzt mir im Nacken als ich das Bahngleis betrete. Zitternd setze ich mich auf eine der Bänke und wünsche mir unsichtbar zu werden, dass mich bloß niemand anschaut. Ein Mann setzt sich neben mich und ich verfalle in eine Schockstarre; mein Herz pocht so schnell dass ich es in meinen Ohren rauschen höre. Hör doch einfach auf zu schlagen, dann wär der ganze Albtraum vorbei. Als die Bahn einfährt stehe ich in Zeitlupe auf, steige ein und 15 Minuten Ewigkeit beginnen. Ich richte meinen Blick auf eine Katsche in einem der Fensterrahmen und verschwinde so langsam vor mich hin bis ich endlich aussteigen kann. Bei meiner Kommilitonin angekommen frage ich nach einem Kühlakku und presse es mir solange auf die Pulsader bis meine Hand beginnt zu kribbeln und die eiseskälte meine Adern hoch kriecht. Bin soweit wieder da wie ich es zurzeit verkrafte.
Mein Körper funktioniert wie eine gut geölte Maschine obwohl innendrin gerade alles am zerschmoren ist und ich wünschte, er würde endlich in Flammen aufgehen und endgültig den Geist aufgeben. Wie bei einem Waldbrand verbreitet sich das Feuer in mir und zerrt an jedem meiner Nerven und ich kann nichts dagegen tun - außer am Rand stehen und zusehen wie alles in Schutt und Asche zerfällt.

Samstag, 16. Januar 2016

wahnsinnig

Ich kann nicht mehr aufhören zu weinen und zu schluchzen und die Worte, die ich gerade schreibe verschwimmen vor meinen Augen. Ich fühle mich ganz klein und will einfach nur, dass meine Mama mich in den Arm nimmt und mir sagt, dass alles wieder gut wird. Auch wenn es nicht so ist, das weiß mein kleines Ich ja nicht.
Das macht mir alles eine scheiß Angst und ich glaube, ich bin komplett wahnsinnig geworden. Ich habe Angst rauszugehen und will für immer in meinem Bett bleiben und nie wieder in der Nähe von irgendwelchen Menschen sein. Ich muss aber später noch raus, zu einer Kommilitonin fahren und unsere Präsentation für Soziologie fertig machen, weiß jetzt schon nicht wie ich das alles schaffen soll. Die einzige Nahrung die ich in den letzten Tage zu mir nehme ist maximal eine Mahlzeit die danach auch direkt wieder in der Toilette landet und das einzige was ich trinke ist Kaffee (der bleibt auch drin) und Wasser um besser kotzen zu können. Ich fühle mich super irritiert in meiner Umgebung und hab einfach keine Ahnung was mit mir los ist - ich will einfach nur, dass es aufhört. Bittebittebittebitte lass es aufhören. Alles fühlt sich so unglaublich irreal an und ich hab mich noch weiter von allem entfernt; vielleicht bin ich irgendwann so weit weg, dass mich dort niemals einer meiner Schatten ergreifen und erneut missbrauchen kann.
Ich hole meinen alten Teddy aus dem Regal und halte ihn ganz fest im Arm, wieso weiß ich nicht aber er hilft mir mich zu beruhigen. Sein Fell sieht ganz zerzottelt aus, was daran liegt dass er in die Waschmaschine musste als wir früher mal die Läuse hatten. Ich war traurig als sein glattes Fell verschwunden war, hatte mich aber mit der Zeit an sein neues Aussehen gewöhnt. Ich streichle seinen Kopf und merkwürdigerweise beruhigen mich seine Glaskugel-Augen. "Ich hab dich lieb Petzi" sagt mein inneres Kind, drückt Petzi an seine flache Brust und kommt langsam zur Ruhe und schläft wieder ein.

Freitag, 15. Januar 2016

I am one of God's mistakes, a crying tragic waste of skin.

Es ist so grauenhaft hier drin und ich will einfach nur weg. Weiter weg, als mein Hirn mich schon aus meinem Körper manövrieren kann. Ich erstarre einfach und sehe verschwommen eine Diashow die mir wohl den Teil meines Leben zeigt, den ich niemals wieder sehen wollte. Wenigstens bin ich schon so weit entfernt, dass es mich kaum beeinflusst. Ich will ins Koma fallen und nie wieder aufwachen müssen. Seltsamerweise ist das einzige, was mir zurzeit wichtig erscheint, dass es meiner Mama und meiner Schwester gut geht und sie bloß nichts mitbekommen. Still sein und niemanden hinter die Fassade blicken lassen. Wer weiß, vielleicht hab ich das ja damals gelernt.
Ich hoffe inständig nächste Woche in der Uni umzukippen und ins Krankenhaus zu kommen damit ich meine Prüfungsleistungen nicht ablegen muss. Am liebsten würde ich einfach verrecken. Doch dieser Wunsch wird mir wohl auch verwehrt bleiben. Wie immer.
Es ist alles so unglaublich wirr und ich kann keinen Worten von anderen folgen da mein Kopf immer abschweift und ich mir vorkomme, als sei ich durch eine Wand von allem um mich herum und von mir selbst getrennt. Es ist schon lange her, dass ich mir gewünscht habe tot zu sein doch mittlerweile ist es wieder soweit. Ich will doch bloß dass es aufhört. Ich halte das nicht aus. Ich verkrieche mich unter der Decke und atme ganz flach und stelle mir einfach vor dass ich tot bin und vielleicht lässt er mich dann in Ruhe. Falsch gedacht, er lässt mich nicht in Ruhe. Und ich spüre die brennenden Berührungen auf meiner Haut, mein Körper kribbelt und ich verabschiede mich. Von allem was mir so durch den Kopf rasen könnte, wäre mir eine Kugel eindeutig lieber als all diese Dinge.

Donnerstag, 14. Januar 2016

Während mein Erbrochenes in Zeitlupe im Abfluss verschwindet lasse ich den heutigen Tag noch einmal Revue passieren - Ich habe meiner Therapeutin das Bild gezeigt, dass ich wohl vor Jahren mal gemalt haben muss und ihr dann einen kleinen Einblick in mein Inneres gewährt, zumindest so tief wie ich es mit Worten umschreiben konnte. Sie schien besorgt und meinte, ich solle eine Trauma Therapie anfangen bei einer Psychologin für Erwachsene (das bin ich ja mittlerweile, fühlt sich bloß immernoch nicht so an) und hat mir einen Kontakt mitgegeben wo ich mich nächste Woche Mittwoch telefonisch melden soll um eventuell einen Termin zu bekommen. Außerdem meinte sie, dass ich stationäre Behandlung in Erwägung ziehen soll. Mittlerweile ist meine Kotze im Abfluss verschwunden und ich wünschte, ich würde mich wenigstens schlecht fühlen. Aber das ist nicht der Fall. Ich spüre rein gar nichts.

Guten Morgen,

Ich will einfach nur aus meinem Körper steigen, da er sowieso nicht mehr mir gehört.
Trinke so viel Kaffee und esse einfach nichts mehr bis mein Herz nicht mehr weiß was los ist und sich aus dem Brustkorb reißt und verschwindet. Und ich dieses Monster, dessen Präsenz das einzige ist was ich in den letzten Tagen noch spüren kann, vielleicht nie wieder fühle.
Aufwachen tut weh. Es tut so sehr weh und mich beschleicht die Ahnung, dass es nie aufhören wird zu bluten. Egal wie viel ich versuche, die Narbe in mir wird immer wieder aufreißen bis sie mich letztendlich ganz verschluckt. Vielleicht schneide ich mir auch einfach meine Augenlider ab, sodass ich meine Augen nie wieder schließen muss. Doch ich denke, selbst das wird mir nicht helfen können. Wieso schaffe ich es nicht mehr das alles wegzuschieben, es hat doch vorher immer funktioniert. Ich weiß nicht ob ich vorher schonmal so einen permanenten tauben Schmerz verspürt habe, der mir das Gefühl gibt innerlich in dunklen Szenen zu ertrinken. Es ist nur noch da. Es gibt nichts anderes mehr, das ist alles was noch in mir ist. In meinem Kopf und jeden Tag wenn ich am Bahnhof stehe auf dem Weg zur Uni muss ich mich davon abhalten vor den nächsten ICE zu springen da ich ja eigentlich ein ganz normales Mädchen bin. Mir ist nie was passiert. Nie nie nie nie nie nie nie nie nie nie! Meine innerliche Stimme beginnt zu schreien, doch die Schatten bleiben da und strecken ihre knochigen Finger nach mir aus um neue Bilder in meinen Kopf zu legen. Und es schmerzt so sehr, dass ich es nicht einmal mehr spüre. Ich habe das Gefühl zu ersticken an all dem was hoch kommt und was ich nicht zuordnen kann und das einzige was mein Gehirn zurzeit tun kann ist abdriften und mich an einen anderen Ort zu bringen, an dem einfach nichts ist. Ich weiß nicht weiter gerade, ich weiß nicht wie ich das in mir in Worte fassen sollte. Es ist zu groß und zu schwer und so dunkel und ich seh nichts mehr und will einfach nur verschwinden

Mittwoch, 13. Januar 2016

Die Zigarette danach.

Jetzt ist ein wenig Ruhe eingekehrt.
Verwunderlich, dass aus solch jämmerlichen Kratzern so viel Blut kommt. Es hat mich beinahe wütend gemacht als ich Taschentuch für Taschentuch auf die Stelle an meinem Arm gedrückt habe und dabei zusehen konnte wie es sich langsam von Weiß zu Dunkelrot verfärbt und ich dabei rein gar nichts spüre. Wenigstens habe ich gespürt, dass irgendwas an meinem Arm ist. Meinem Arm. Ich sollte aufstehen und mir meine Hände noch waschen aber nicht einmal für diese 6 Meter Wanderung habe ich Kraft, oder überhaupt Lust. 2 Schmerztabletten sollten mir dabei helfen meine Augen zu schließen und dabei keine scheußlichen Dinge zu sehen, ich will dunklen Schlaf - ohne alles. Einfach nur, dass die Zeit verstreicht und ich nichts davon mitbekomme. Haben Schmerztabletten Kalorien?

12 Stunden

Auf eine gewisse Art und Weise fühle ich mich losgelöst von meinem Körper. Das einzige was ich will ist ihn verletzen. Aufschneiden. Jeden Zentimeter, jeder Millimeter meiner Haut soll geöffnet sein und mich hier rauslassen. Es fühlt sich so seltsam an hier drin. Ich glaube er reagiert körperlich nicht auf die Realität. Mir ist schlecht, ich habe Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen und meine Muskeln entscheiden sich spontan dazu plötzlich zu verkrampfen und ich schlage mir verzweifelt an den Kopf oder bohre meine Fingernägel so tief in die Haut bis ich irgendwie wieder da bin. Zumindest so weit, dass ich noch irgendwas mitbekomme.
In 12 Stunden hab ich Therapie. Nur noch 12 Stunden, wenn ich nicht schlafen kann werde ich diese wohl runterzählen. Ich weiß nicht einmal, was genau ich mir davon erhoffe - so wie ich mich kenne, werde ich es nicht über mich bringen ihr irgendwas zu sagen obwohl es mich gerade erstickt. Vielleicht ja auch gerade deswegen.
Ich verschwinde gerade

Mir ist so übel, dass ich mich übergeben will. Gleichzeitig will ich meinen Körper öffnen und alles rausfließen lassen. Alles schwarze, schmutzige was in mir ist. Ich muss mich zurück holen. Nur noch 12 Stunden. Noch 12 Stunden. Ich kann nicht mal mehr wirklich atmen. Irgendwas hat mich verlassen, das was mich zum Menschen macht. Als wäre mir mein Inneres gestohlen worden und man hat mich leer zurückgelassen. Wasisthierloswasisthierloswasisthierloswasistnurlosmitmir

Dienstag, 12. Januar 2016

too much too much too much

Ich fühle mich so seltsam, seit Tagen. Auf einmal kam all das graue, eiskalte und schmerzhafte zurück und jetzt sitze ich hier und will einfach nur verschwinden. Meine Gedanken sind so müde und es ist unglaublich kräftezehrend und schmerzhaft, alles in mir zurück in den Nebel zu drängen. Mein Körper befindet sich in einer Art Alarmzustand, als stünde ich unter Strom. Wenn ich am Donnerstag dann bei meiner Therapeutin sitze werde ich eh nichts sagen können, ich schaffe es nicht das was in mir ist in Worte zu verpacken und sie auf den Tisch zu legen. Hässliche, stinkende Päckchen voller Panik und Ekel die ich mit mir rumtrage. Aber bisher sind sie verschnürt und verklebt und ich kann nur erahnen was sich dort drin befindet. Wie soll ich es schaffen sie aus mir rauszuholen? Mein dunkelstes Geheimnis, von dem ich die meiste Zeit selbst nichts mehr wisse? Mir ist seit Tagen schlecht und ich habe Kopfschmerzen. Einerseits begleitet mich die Angst, dass ich es nicht schaffen werde irgendwas über die Lippen zu bringen wenn ich ihr gegenüber sitze. Andererseits habe ich Angst, was sie sagen würde wenn ich es schaffe. Ich weiß es selber nicht. Aber es ist so riesig und schrecklich und es nimmt mich ein und ich will einfach nur aus meinem Körper fliehen. Vielleicht kennt ihr das Gefühl, als wäre euch euer Körper genommen worden - nicht einmal das, es fühlt sich nur so unsagbar falsch an. Das macht alles keinen Sinn und es tut mir leid, ich muss es nur wenigstens irgendwo rauslassen können. Ich schaffe es nicht mehr das alles mit mir alleine rumzutragen.

Sonntag, 10. Januar 2016

Entschuldigt,

ich noch einmal. Ich weiß nicht mal ob überhaupt noch jemand diesen Blog liest, da ich ja wirklich nur noch sporadisch hier aktiv bin.
Vor allem dann, wenn es wieder sehr dunkel wird und ich nicht weiß wohin oder an wen ich mich wenden könnte. Ich weiß auch nicht, wieso mich diese Schatten der Vergangenheit immer wieder einholen doch ich spüre sie wieder stärker werden in mir. Und ich bin alleine damit und ich weiß nicht, wie zur Hölle ich damit umgehen soll. Ich traue mich kaum, überhaupt daran zu denken, dass es wahr sein könnte was mir zwischenzeitlich vor die Augen gemalt wird. Ich könnte es nicht aussprechen. Aber es ist wieder da und es fühlt sich nicht so an als könnte ich es wieder in den Nebel scheuchen und ich drehe mich im Kreis und will weglaufen, doch das Licht ist schneller als ich und Schatten schneiden mir mit ihren eiskalten Fingern die Haut auf und lassen blutrote Erinnerungen in meinen Kopf fließen.

I don't know what to do

Es ist seltsam.
Zu wissen, dass etwas in dir ist, von dem du nicht weißt ob es real ist -
Und wenn es so wäre, würdest du es nicht aushalten. Eine Wunde die immer noch blutet, doch du hast dich an den Schmerz gewöhnt und denkst nicht weiter drüber nach. Denn wenn du es tun würdest, würde der Schmerz dich auffressen.
Ich bin emotional nicht mehr so gut geschützt wie früher, ich bin mehr in der realen Welt und all die Gefühle die ich die Jahre zuvor nicht fühlen konnte treiben mich in den Wahnsinn.
Und erneut erheben sich schemenhaft Szenen aus dem Nebel in meinem Kopf und ich bin angreifbar. Sie wanken auf mich zu.
Egal wie fest ich meinen Kopf schüttle, egal wie fest ich mir mit der Faust an den Kopf schlage - sie lassen sich nicht erschüttern. Ich erfriere in dem Moment, ich bin Ihnen ausgeliefert und kann nichts tun. Meine Stimmbänder wurden durchgeschnitten und meine Gliedmaßen sind gefesselt. So liege ich am Boden und muss es wohl über mich ergehen lassen. Seit Tagen kaum was gegessen um den Körper in kürzester Zeit wieder so emotionslos zu machen, dass ich es vielleicht aushalte wenn die Schemen des Nebels plötzlich klare Konturen bekommen.
Ich befinde mich im Ausnahmezustand, ich will nichts von dem Wissen. Es soll sich verpissen und mich in Ruhe lassen. Gerade spielt mein Körper schon wieder verrückt, meine Muskeln verkrampfen und ich spüre das tiefe Bedürfnis meinen Kopf durch eine Glasscheibe zu schlagen um die inneren Leinwände zu zerstören.

Ich habe Angst.

Samstag, 9. Januar 2016

touched by a demon

On some days I wonder how it can be
that being me feels more like a burden than a blessing
when the sky is grey and the air is filled with the smell of rain
and i look up begging for rain so no one will see me cry
because i know the tears will flow, like they always do.
Locked in an invisible box, unable to connect with 
people and everything around me
In a room full of people and 
still I feel so lonely. 

I think about all the boys that broke my heart
my father leaving me, a man whose face I can’t remember but there are other parts of him that are branded in the depths of my brain, 
all the boys at school who tore my little heart apart every fucking day and
sometimes I still hear them laugh at me, 
I still feel their eyes on me waiting for me to fail -
and I always did, I always do

My whole life, a story of people leaving without looking back
my heart badly scarred, you wouldn’t even recognize it 
still I give away so much of me too easily
because I crave safety 
like a starving man craves food
and I long for love 
like someone I don’t wanna know