Huch, schon wieder ewig her dass ich mich gemeldet habe. Entschuldigt.
Irgendwie fliegt alles nur an mir vorbei, ich weiß nicht wie ich das beschreiben sollte. Ich kann mich kaum konzentrieren und meine Gedanken nehmen reißaus und fließen wie Wasser durch meine Hände.
Es ist einfach viel zu viel was ich mit mir rumzutragen habe zurzeit und ich schaffe es kaum mich wie ein normaler Mensch zu benehmen, geschweigedenn die normale Anzahl von Dingen am Tag zu machen. Ich lieg nur rum. Melde mich kaum bei den Leuten die mir am Herzen liegen weil ich nicht weiß was ich sagen sollte oder ob ich es schaffe mich mit jemandem zu treffen. Am 11.3. habe ich das Erstgespräch bei der Traumatherapeutin und ich bin sehr gespannt wie das wohl wird. Es tut mir leid aber irgendwie habe ich zurzeit nicht mal was zu sagen. Mein Selbstwertgefühl ist komplett im Keller und ich fühle mich so unglaublich wertlos. Ach, keine Ahnung
*TRIGGERWARNUNG*
Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.
Sonntag, 28. Februar 2016
Sonntag, 14. Februar 2016
Ein paar Minuten Hölle.
Alles ist so... grau.
Am Donnerstag bei Therapie hab ich anscheinend zu viel über die Vergangenheit geredet oder nachgedacht und plötzlich hatte ich das Gefühl jemand würde mir einen Backstein ins Gesicht schleudern - doch das wäre noch harmlos, dem gegenübergestellt was wirklich in mir ist. Alles krampft. Ich ringe nach Luft doch kann nicht atmen, ich muss husten und fange an zu wimmern, meine Umgebung beginnt zu verschwimmen und alles ist erfüllt von Schmerz. "Konzentrier dich auf die Fliesen und versuch sie zu zählen." 1, 2, 3... mein Magen dreht sich um und ich beginne wieder von vorne. Weiter als 4 komme ich nicht. Meine Therapeutin nimmt meine Hand und macht das Rauschen langsam wieder leiser. Zum Glück überwiegen die Zeiten in denen ich ziemlich gefühllos bin, doch leider mindert dies nicht die Schwere wenn ich von Gefühlen überrollt werde.
Schlafen wird immer unmöglicher und ich bin bloß noch müde.
Am Freitag hab ich mich aber mit einer guten Freundin getroffen die nach Berlin gezogen ist und die ich seit ca 2 Monaten nicht mehr gesehen hatte. Es war so schön und so vertraut und ich hab mir als erste Mahlzeit des Tages ein Bier bestellt. Apropos, ich könnt jetzt schon wieder eins trinken.
Aber gleich fahren wir zu meiner Oma - wahrscheinlich gibts Kuchen was mir gerade nicht so in den Kram passt. Abgesehen davon, dass ich keinen essen sollte habe ich sowieso die ganze Zeit Bauchschmerzen. Rückenschmerzen. Muskelschmerzen. Kopfschmerzen. Bekomm nicht mal was vernünftiges hier hin geschrieben, aber die Tage sind alle so leer und mein nächster Ankerpunkt ist wieder Donnerstag. Da geh ich zu meinem Psychiater den ich seit über 2 Jahren ca nicht mehr gesehen habe. Zum Glück hat meine liebe Therapeutin mir angeboten, ihm in einer Mail grob zu erklären was gerade los ist und dass wir mal schauen sollen, ob man bei der Medikation nicht noch etwas verbessern könnte. Hab natürlich ja gesagt. Weil. Weil ich ihm nie sagen könnte, dass ich irgendwas schlimmes habe und mehr Hilfe brauche. Es ist so dumm und kindisch aber meine Therapeutin kann mich mittlerweile wie ein Buch lesen und sowas brauche ich weil ich manche Dinge nicht aussprechen kann. Und sie weiß, was ist. Sie weiß wie sie mir dabei helfen kann, unaussprechliche Dinge in Worte (oder zumindest auf Papier) zu bringen. Puh. Ich glaube das macht alles keinen Sinn da es total unzusammenhängende Dinge sind die hier stehen. Aber so schauts gerade auch in meinem Kopf aus.
Am Donnerstag bei Therapie hab ich anscheinend zu viel über die Vergangenheit geredet oder nachgedacht und plötzlich hatte ich das Gefühl jemand würde mir einen Backstein ins Gesicht schleudern - doch das wäre noch harmlos, dem gegenübergestellt was wirklich in mir ist. Alles krampft. Ich ringe nach Luft doch kann nicht atmen, ich muss husten und fange an zu wimmern, meine Umgebung beginnt zu verschwimmen und alles ist erfüllt von Schmerz. "Konzentrier dich auf die Fliesen und versuch sie zu zählen." 1, 2, 3... mein Magen dreht sich um und ich beginne wieder von vorne. Weiter als 4 komme ich nicht. Meine Therapeutin nimmt meine Hand und macht das Rauschen langsam wieder leiser. Zum Glück überwiegen die Zeiten in denen ich ziemlich gefühllos bin, doch leider mindert dies nicht die Schwere wenn ich von Gefühlen überrollt werde.
Schlafen wird immer unmöglicher und ich bin bloß noch müde.
Am Freitag hab ich mich aber mit einer guten Freundin getroffen die nach Berlin gezogen ist und die ich seit ca 2 Monaten nicht mehr gesehen hatte. Es war so schön und so vertraut und ich hab mir als erste Mahlzeit des Tages ein Bier bestellt. Apropos, ich könnt jetzt schon wieder eins trinken.
Aber gleich fahren wir zu meiner Oma - wahrscheinlich gibts Kuchen was mir gerade nicht so in den Kram passt. Abgesehen davon, dass ich keinen essen sollte habe ich sowieso die ganze Zeit Bauchschmerzen. Rückenschmerzen. Muskelschmerzen. Kopfschmerzen. Bekomm nicht mal was vernünftiges hier hin geschrieben, aber die Tage sind alle so leer und mein nächster Ankerpunkt ist wieder Donnerstag. Da geh ich zu meinem Psychiater den ich seit über 2 Jahren ca nicht mehr gesehen habe. Zum Glück hat meine liebe Therapeutin mir angeboten, ihm in einer Mail grob zu erklären was gerade los ist und dass wir mal schauen sollen, ob man bei der Medikation nicht noch etwas verbessern könnte. Hab natürlich ja gesagt. Weil. Weil ich ihm nie sagen könnte, dass ich irgendwas schlimmes habe und mehr Hilfe brauche. Es ist so dumm und kindisch aber meine Therapeutin kann mich mittlerweile wie ein Buch lesen und sowas brauche ich weil ich manche Dinge nicht aussprechen kann. Und sie weiß, was ist. Sie weiß wie sie mir dabei helfen kann, unaussprechliche Dinge in Worte (oder zumindest auf Papier) zu bringen. Puh. Ich glaube das macht alles keinen Sinn da es total unzusammenhängende Dinge sind die hier stehen. Aber so schauts gerade auch in meinem Kopf aus.
Mittwoch, 10. Februar 2016
alles steht still
Ein Wimpernschlag und schon wieder sind keineahnungwieviele Stunden vergangen und ich befinde mich immer noch am selben Fleck.
Ich fühle mich nicht mal sonderlich depressiv, oder zumindest hab ich mich schon depressiver gefühlt (kann man das so sagen?), es ist bloß eine mich komplett einnehmende gähnende Leere in mir. Ich könnte wahrscheinlich überfahren werden und würde es nicht mitbekommen aber irgendwo wär es mir sicherlich auch egal. Ständig frage ich mich, was denn bloß los ist mit mir - was total bescheuert ist, denn ich weiß es ja: Trauma, Flashbacks, Depressiv, Bulimie - mit anderen Worten also komplett gestört. Doch nichtmal diese ganzen Diagnosen bringen mir irgendwas. Wo soll ich anfangen? Will ich anfangen? Lohnt es sich überhaupt? Ist das alles denn überhaupt real? Es fühlt sich teilweise so furchtbar irreal an, dass ich am liebsten aus dem Fenster springen würde um zu gucken ob es nicht doch bloß ein Albtraum ist.
(ca. 10 Minuten später) Jetzt fühl ich mich doch so ziemlich depressiv. Meine Mutter läuft hektisch in der Wohnung rum und sammelt ihre Sachen zusammen um zu ihrem Nebenjob zu fahren und ruft irgendetwas unverständliches. Also stehe ich auf und gehe zu ihr, umarme sie und würde am liebsten für immer so verbleiben. Wie früher manchmal, vor dem schlafengehen. Ich hab meine Mama ganz fest und lange umarmt und hatte das Gefühl unsere Herzen wären mit einem Band verbunden und ich wollte sie partout nicht loslassen. Ich schnorre sie wegen Geld für Tabak an weil ich nicht mal mehr dafür Geld habe und sie sagt sie bringt mir auf dem Rückweg welchen mit. Ich sacke auf der Küchenbank zusammen und vergrabe meinen Kopf in meinen Armen "Wenn dir das, was du die ganze Zeit tust nicht gut tut, musst du mal was anderes probieren." Ein Kloß bildet sich in meinem Hals und verursacht Schmerzen "Aufräumen, saugen, frische Luft. Mal über die Pläne für deinen Schreibtisch nachdenken, vielleicht ein neues Nähprojekt." Meine Sicht verschwimmt und ich starre schief an die Decke um die Tränen so lange zurückzuhalten bis sie aus der Tür ist "Wir müssen auch nochmal zum Nähladen." "Ich kann nicht rausgehen" stammle ich "Doch das kannst du. Ich bin bei dir, du musst dir jetzt nicht einreden, dass du Angst hast rauszugehen." Das muss ich mir nicht einreden. Das ist so. Oder? "Ich muss jetzt los. Pass auf dich auf." "Ja, mach ich" sag ich in einem Atemzug, und als die Tür zufällt kann ich nicht aufhören zu schluchzen. Verloren laufe ich durch die Wohnung und umklammere meinen eigenen Körper in der Hoffnung nicht auseinanderzufallen. Vor Tränen kaum etwas sehend taumel ich in mein Zimmer und lasse mich wieder ins Bett fallen. Ich wiege mich vor und zurück und fühle mich nackt, entblößt, missbraucht. Ich bin wieder klein. Und meine Hand ist nicht meine und dieses Zimmer sieht komisch aus. Es tut weh. Alles tut so weh. Wieso hilft mir niemand?
Ich schaff einfach gar nichts. Morgen hab ich wenigstens wieder Therapie, aber was mir das bringen soll weiß ich auch nicht. Ich will nichts mehr.
Ich fühle mich nicht mal sonderlich depressiv, oder zumindest hab ich mich schon depressiver gefühlt (kann man das so sagen?), es ist bloß eine mich komplett einnehmende gähnende Leere in mir. Ich könnte wahrscheinlich überfahren werden und würde es nicht mitbekommen aber irgendwo wär es mir sicherlich auch egal. Ständig frage ich mich, was denn bloß los ist mit mir - was total bescheuert ist, denn ich weiß es ja: Trauma, Flashbacks, Depressiv, Bulimie - mit anderen Worten also komplett gestört. Doch nichtmal diese ganzen Diagnosen bringen mir irgendwas. Wo soll ich anfangen? Will ich anfangen? Lohnt es sich überhaupt? Ist das alles denn überhaupt real? Es fühlt sich teilweise so furchtbar irreal an, dass ich am liebsten aus dem Fenster springen würde um zu gucken ob es nicht doch bloß ein Albtraum ist.
(ca. 10 Minuten später) Jetzt fühl ich mich doch so ziemlich depressiv. Meine Mutter läuft hektisch in der Wohnung rum und sammelt ihre Sachen zusammen um zu ihrem Nebenjob zu fahren und ruft irgendetwas unverständliches. Also stehe ich auf und gehe zu ihr, umarme sie und würde am liebsten für immer so verbleiben. Wie früher manchmal, vor dem schlafengehen. Ich hab meine Mama ganz fest und lange umarmt und hatte das Gefühl unsere Herzen wären mit einem Band verbunden und ich wollte sie partout nicht loslassen. Ich schnorre sie wegen Geld für Tabak an weil ich nicht mal mehr dafür Geld habe und sie sagt sie bringt mir auf dem Rückweg welchen mit. Ich sacke auf der Küchenbank zusammen und vergrabe meinen Kopf in meinen Armen "Wenn dir das, was du die ganze Zeit tust nicht gut tut, musst du mal was anderes probieren." Ein Kloß bildet sich in meinem Hals und verursacht Schmerzen "Aufräumen, saugen, frische Luft. Mal über die Pläne für deinen Schreibtisch nachdenken, vielleicht ein neues Nähprojekt." Meine Sicht verschwimmt und ich starre schief an die Decke um die Tränen so lange zurückzuhalten bis sie aus der Tür ist "Wir müssen auch nochmal zum Nähladen." "Ich kann nicht rausgehen" stammle ich "Doch das kannst du. Ich bin bei dir, du musst dir jetzt nicht einreden, dass du Angst hast rauszugehen." Das muss ich mir nicht einreden. Das ist so. Oder? "Ich muss jetzt los. Pass auf dich auf." "Ja, mach ich" sag ich in einem Atemzug, und als die Tür zufällt kann ich nicht aufhören zu schluchzen. Verloren laufe ich durch die Wohnung und umklammere meinen eigenen Körper in der Hoffnung nicht auseinanderzufallen. Vor Tränen kaum etwas sehend taumel ich in mein Zimmer und lasse mich wieder ins Bett fallen. Ich wiege mich vor und zurück und fühle mich nackt, entblößt, missbraucht. Ich bin wieder klein. Und meine Hand ist nicht meine und dieses Zimmer sieht komisch aus. Es tut weh. Alles tut so weh. Wieso hilft mir niemand?
Ich schaff einfach gar nichts. Morgen hab ich wenigstens wieder Therapie, aber was mir das bringen soll weiß ich auch nicht. Ich will nichts mehr.
Samstag, 6. Februar 2016
Ich will will will will rausgehen. Es ist jetzt 18:52h und ich bin um 20:00h verabredet.
Und schon beginnt mein Herz wieder zu rumpeln und meine Lungen erzittern bei jedem Atemzug. Ich will diese Angst endlich ausstellen. Ich will den Schalter der in meinem Kopf umgelegt wurde, wieder ausschalten und alles wieder verdrängen. So weit weg verdrängen, dass es nie wieder existiert. Ich versuche ganz bewusst zu atmen. Ein und aus. Ein und aus. Ein und aus. Es kribbelt seltsam in mir und an mir und ich glaube, dass ich mich jetzt einfach fertig mache um mich abzulenken und diese scheiß Panik zu vergessen. Naja, das wäre übertrieben, aber sie zumindest etwas in den Hintergrund zu drängen.Fuck, ich hab so ne riesen Angst. Ich hoffe nur, dass meine Mama mich später mit dem Auto abholt.
Und schon beginnt mein Herz wieder zu rumpeln und meine Lungen erzittern bei jedem Atemzug. Ich will diese Angst endlich ausstellen. Ich will den Schalter der in meinem Kopf umgelegt wurde, wieder ausschalten und alles wieder verdrängen. So weit weg verdrängen, dass es nie wieder existiert. Ich versuche ganz bewusst zu atmen. Ein und aus. Ein und aus. Ein und aus. Es kribbelt seltsam in mir und an mir und ich glaube, dass ich mich jetzt einfach fertig mache um mich abzulenken und diese scheiß Panik zu vergessen. Naja, das wäre übertrieben, aber sie zumindest etwas in den Hintergrund zu drängen.
fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett fett
Mit 17 war ich wenigstens nicht so ein übergewichtiges Walross wie jetzt. Das ganze Fett und Fleisch an diesem Körper kotzt mich an und es muss weg weg weg. Alles ist so widerlich und schwabbelig an mir, dass mir wirklich schlecht wird wenn ich in den Spiegel gucke. Sogar meine Arme sind fett und wabbelig geworden.
Ich vermisse das feiern gehen und die ganze Nacht mit Hilfe von weißem Pulver wach bleiben und durchgehend zu dnb zu tanzen. Zurzeit würde ich das allein schon wegen der Panik nicht schaffen. Und das Speed würde mein Körper gerade vermutlich auch nicht so gut wegstecken. Ich vermisse es breit zu sein, doch für Gras ist mein Kreislauf zu schwach geworden weil er ein Arschloch ist. Und egal wie oft ich schon gesagt habe, dass ich sterben will - jedes Mal wenn ich das Gefühl habe, es ist so weit, bekomm ich ne scheiß Angst. Ich muss aufjedenfall abnehmen und wieder mit Work-Outs anfangen. Oh. Und wiegen. Und am besten das Gewicht immer aufschreiben, aber lieber im privaten denn für die Öffentlichkeit ist das eine zu große Schande (und zwar wirklich, ich übertreibe nicht mal). Überall nur Fett an diesem scheiß Körper, ich könnt kotzen. Bei jedem Schritt wackelt der Fetthaufen auf zwei Beinen (ich).
Das sind ein paar Bilder von vor ein paar Jahren. Auf dem unteren Foto war ich kurz vor meinem tiefsten Gewicht glaub ich. Ist zwar immernoch nicht wirklich dünn, aber zumindest akzeptabel.
Freitag, 5. Februar 2016
hass
Wie viel Schmerz kann man ertragen, bevor man dran zugrunde geht?
Wie viel Wodka muss ich trinken bis ich mich wieder sauber fühle?
Wie tief muss ich schneiden, um den Schmerz aus mir rauszuholen?
Wie wenig muss ich essen, um endlich nicht mehr gesehen zu werden?
Es ist so ziemlich lichtlos alles. Die Tage vergehen und ich vegetiere in meinem Bett dahin und zähle die Stunden bis ich wieder zu meiner Therapeutin gehen kann (131). Weil ich anscheinend total dumm bin und glaube, dass sie mir irgendwie helfen kann. Ich klammere mich an jedes ihrer Worte als wären sie der seidene Faden der mich noch am Leben hält. 131 Stunden sind eine ziemlich lange Zeit und ich würde am liebsten durchschlafen, was natürlich ein bescheuerter Wunsch ist weil ich sowieso nicht durchschlafen kann. Ich verbringe zu viel zeit vor dem Spiegel was den Hass auf den Körper durchs Dach schießen lässt, ich schaue mir Bilder von dünnen Mädchen an und könnte heulen wenn ich meinen fetten, widerlichen Körper spüre. Ich denke an meinen ex Freund und überlege ob ich überhaupt jemals geliebt werden kann. Ich denke daran, dass ich mein Herz wie eine Hure an die nächstbesten Leute verschenke nur damit ich einen Menschen habe der mir einen Sinn gibt. Aber mein Herz ist wertlos deswegen wills auch niemand haben und obwohl ich das weiß, bestehe ich darauf jedes Mal erneut auf die Fresse zu fliegen - hab ich ja eh genau so verdient. Meine Schuld. Schuld. Schuld. Schuld. Ich denke an das was war, das unaussprechliche was mir meine Stimme raubt. Mit jeder Faser meines Körpers wünsche ich mir einfach nur normal zu sein. Und nicht diesen Albtraum mein Leben nennen zu müssen. Und nicht meiner Familie die Herzen rausreißen zu müssen weil ich meine Existenz nicht mehr ertrage. Das Wort Schmerz hat mittlerweile vermutlich seine Bedeutung verloren da ich es so oft benutze. Aber alles in mir schreit. Und der Körper tut weh. Atmen ist schrecklich schwer gerade. Ich hab das Gefühl schon die Endstation erreicht zu haben. Dass es nach dem hier nichts mehr für mich gibt. Keine Hoffnung, kein Licht, keine Wärme.
Ich werds nicht packen. Alles viel zu viel. Ich will verschwinden.
Wie viel Wodka muss ich trinken bis ich mich wieder sauber fühle?
Wie tief muss ich schneiden, um den Schmerz aus mir rauszuholen?
Wie wenig muss ich essen, um endlich nicht mehr gesehen zu werden?
Es ist so ziemlich lichtlos alles. Die Tage vergehen und ich vegetiere in meinem Bett dahin und zähle die Stunden bis ich wieder zu meiner Therapeutin gehen kann (131). Weil ich anscheinend total dumm bin und glaube, dass sie mir irgendwie helfen kann. Ich klammere mich an jedes ihrer Worte als wären sie der seidene Faden der mich noch am Leben hält. 131 Stunden sind eine ziemlich lange Zeit und ich würde am liebsten durchschlafen, was natürlich ein bescheuerter Wunsch ist weil ich sowieso nicht durchschlafen kann. Ich verbringe zu viel zeit vor dem Spiegel was den Hass auf den Körper durchs Dach schießen lässt, ich schaue mir Bilder von dünnen Mädchen an und könnte heulen wenn ich meinen fetten, widerlichen Körper spüre. Ich denke an meinen ex Freund und überlege ob ich überhaupt jemals geliebt werden kann. Ich denke daran, dass ich mein Herz wie eine Hure an die nächstbesten Leute verschenke nur damit ich einen Menschen habe der mir einen Sinn gibt. Aber mein Herz ist wertlos deswegen wills auch niemand haben und obwohl ich das weiß, bestehe ich darauf jedes Mal erneut auf die Fresse zu fliegen - hab ich ja eh genau so verdient. Meine Schuld. Schuld. Schuld. Schuld. Ich denke an das was war, das unaussprechliche was mir meine Stimme raubt. Mit jeder Faser meines Körpers wünsche ich mir einfach nur normal zu sein. Und nicht diesen Albtraum mein Leben nennen zu müssen. Und nicht meiner Familie die Herzen rausreißen zu müssen weil ich meine Existenz nicht mehr ertrage. Das Wort Schmerz hat mittlerweile vermutlich seine Bedeutung verloren da ich es so oft benutze. Aber alles in mir schreit. Und der Körper tut weh. Atmen ist schrecklich schwer gerade. Ich hab das Gefühl schon die Endstation erreicht zu haben. Dass es nach dem hier nichts mehr für mich gibt. Keine Hoffnung, kein Licht, keine Wärme.
Ich werds nicht packen. Alles viel zu viel. Ich will verschwinden.
schmerz
Ich setze mich zu meiner Mama an den Tisch und lege eine Scheibe Vollkornbrot (96) auf mein Brett. Ich trinke erstmal meinen Kaffe und spiele Candy Crush, bis ich mich dann dazu entschließe Kräuterfrischkäse (45) auf mein Brot zu schmieren. Das Brot wird zerschnitten und ich esse die einzelnen Stücke weil ich ja was trinken gehen will und dafür brauche ich eine Grundlage.
Als mir bewusst wird dass ich gleich werde rausgehen müssen setzt sich die Angst in jeden meiner Knochen. Mir wird schwummrig, mein Herz wimmert und mein Kreislauf will sich verabschieden. Ich höre also gute Laune Musik und versuche zu atmen und mir klarzumachen, dass ich nicht in Gefahr bin. Ich werde nicht sterben, ich bin in Sicherheit, alles ist in Ordnung. Obwohls natürlich nicht so ist, aber ich will ein bisschen Spaß haben und für ein paar Stunden vergessen welche Schatten in mir hausen. Nach dem ersten Bier ist alles schon besser und ich freue mich mit einer guten Freundin über belanglose Dinge quatschen zu können und ihr zuzuhören wenn sie Geschichten erzählt und sich dann dafür entschuldigt, dass sie so viel redet. Die Stunden verfliegen und plötzlich ist es halb zehn und ich bin sehr betrunken und warte darauf, abgeholt zu werden. Ich weiß ab circa sieben Uhr nicht mehr wirklich so genau was wir gemacht haben und vielleicht ist das auch besser so, ich hoffe einfach dass ich nichts erzählt habe.
Jetzt lieg ich wieder im Bett und die Schatten erfreuen sich an der Leere die mich ausfüllt, weil meine Existenz wieder so sinnlos geworden ist. Ich starre auf meinen Arm und bin so wütend darauf, dass wenn ich mich mal so geschnitten habe dass es wenigstens klafft, sich die Haut zusammenzieht und man am nächsten Tag nur diesen bescheuerten Strich sieht. Wie soll man das Ernst nehmen. Sogar zu dumm um mich vernünftig aufzuschneiden. Wie kann ich diese Schmerzen nur rauslassen? Alles in und an mir besteht nur noch aus Schmerz und Panik und verschwindenwollen. Und es ist kein Licht in Sicht und ich wünsche mir einfach, all die dunklen Dinge zurück in eine Kiste einzusperren und auf dem Dachboden in meinem Hirn zu verstecken um sie bloß nie wieder zu finden. Alles schlecht, alles scheiße, alles leer, alles voller schmerz, ich bin zu viel viel viel und ich will mir meine Augen zuhalten und mich vor der Welt verstecken.
Da bloß alles was ich mir wünsche niemals in Erfüllung gehen wird und auch niemand mir den Schmerz nimmt, muss ich das irgendwie kompensieren. Ich will Zerstörung. Den Körper so zurichten, wie er sich anfühlt. Geschunden und voller schmerz.
Als mir bewusst wird dass ich gleich werde rausgehen müssen setzt sich die Angst in jeden meiner Knochen. Mir wird schwummrig, mein Herz wimmert und mein Kreislauf will sich verabschieden. Ich höre also gute Laune Musik und versuche zu atmen und mir klarzumachen, dass ich nicht in Gefahr bin. Ich werde nicht sterben, ich bin in Sicherheit, alles ist in Ordnung. Obwohls natürlich nicht so ist, aber ich will ein bisschen Spaß haben und für ein paar Stunden vergessen welche Schatten in mir hausen. Nach dem ersten Bier ist alles schon besser und ich freue mich mit einer guten Freundin über belanglose Dinge quatschen zu können und ihr zuzuhören wenn sie Geschichten erzählt und sich dann dafür entschuldigt, dass sie so viel redet. Die Stunden verfliegen und plötzlich ist es halb zehn und ich bin sehr betrunken und warte darauf, abgeholt zu werden. Ich weiß ab circa sieben Uhr nicht mehr wirklich so genau was wir gemacht haben und vielleicht ist das auch besser so, ich hoffe einfach dass ich nichts erzählt habe.
Jetzt lieg ich wieder im Bett und die Schatten erfreuen sich an der Leere die mich ausfüllt, weil meine Existenz wieder so sinnlos geworden ist. Ich starre auf meinen Arm und bin so wütend darauf, dass wenn ich mich mal so geschnitten habe dass es wenigstens klafft, sich die Haut zusammenzieht und man am nächsten Tag nur diesen bescheuerten Strich sieht. Wie soll man das Ernst nehmen. Sogar zu dumm um mich vernünftig aufzuschneiden. Wie kann ich diese Schmerzen nur rauslassen? Alles in und an mir besteht nur noch aus Schmerz und Panik und verschwindenwollen. Und es ist kein Licht in Sicht und ich wünsche mir einfach, all die dunklen Dinge zurück in eine Kiste einzusperren und auf dem Dachboden in meinem Hirn zu verstecken um sie bloß nie wieder zu finden. Alles schlecht, alles scheiße, alles leer, alles voller schmerz, ich bin zu viel viel viel und ich will mir meine Augen zuhalten und mich vor der Welt verstecken.
Da bloß alles was ich mir wünsche niemals in Erfüllung gehen wird und auch niemand mir den Schmerz nimmt, muss ich das irgendwie kompensieren. Ich will Zerstörung. Den Körper so zurichten, wie er sich anfühlt. Geschunden und voller schmerz.
Donnerstag, 4. Februar 2016
Prost allerseits
Wenn mich die Panik nicht zerfrisst, dann erfüllt mich eine Gleichgültigkeit die ich nicht beschreiben kann.
Von Essen wird mir übel und ich habe wieder meinen Spiegel mit Klamotten überdeckt weil ich den Körper nicht mehr sehen kann. 5 Kilo mehr würden dir gut stehen / Wie viel wiegst du eigentlich / Was hast du denn heute gegessen? Also erstmal, vielleicht lieber 15 Kilo weniger damit nicht mehr das ganze Fett an meinem Körper bei jeder Bewegung so schwabbelt, dass ich das Gefühl habe gleich das Gleichgewicht zu verlieren. Ich weiß noch, ich hab mal für 2 Wochen jeden Tag ca 100 Kalorien gegessen und war fast jeden Tag im Fitnessstudio und danach war ich fast schon schlank, zumindest mal nah dran. Dann wieder alles angefressen weil ich doch ein dummer Versager bin. Meine Diagnose ist Bulimie weil ich fett bin. Und nein, ich habe keine Essstörung weil ich immer noch ein wabbelnder Fetthaufen auf 2 Beinen bin. Ja, vielleicht will ich mit dem Essen auch nur kompensieren, dass ich mit nichts anderem mehr klar komme. Vielleicht schaff ichs ja dieses Mal dünn zu werden - Wenn ich ein einziges Mal, mal dünn sein würde, könnte ich danach vielleicht wieder normal werden. Ja ist klar. Nein. Ich werde nie dünn sein, dafür bin ich zu schwach. Obwohl kotzen eigentlich auch zu mir passt, weil ich ekelhaft und eine Schande bin und man mich am besten einfach hätte abtreiben sollen.
Meine Mama macht sich Sorgen, ich bin ihr Sorgenkind. Schon immer. Sie denkt es seien die Depressionen und ich wünschte es wären Depressionen und nicht die Diagnose, die mich jetzt in den Abgrund saugt. So fall ich innerlich ganz alleine und schleppe die Schande mit mir rum, doch niemand außer mir kann sie sehen und hören. Was fürn Leben. Bei keinem dieser Worte verzieh ich auch nur eine Miene, weil es mir irgendwie so egal ist und gleichzeitig alles in mir tötet. Vielleicht bin ich ja auch tot und merk deswegen irgendwie nichts mehr. Ich werde mich heute betrinken und vielleicht ein paar schöne Stunden verbringen und generell kann ich die nächsten Tage durchgehend trinken wenn ich lustig bin, weil Karneval ist und 24/7 trinken so legitimiert wird. Immerhin etwas!
Ihr müsst diesen Schwachsinn nicht lesen, ergibt wahrscheinlich eh keinen Sinn. Ich trinke auf euch, auf dass sich irgendwann der Nebel lichtet und wir das Leben sehen können.
Von Essen wird mir übel und ich habe wieder meinen Spiegel mit Klamotten überdeckt weil ich den Körper nicht mehr sehen kann. 5 Kilo mehr würden dir gut stehen / Wie viel wiegst du eigentlich / Was hast du denn heute gegessen? Also erstmal, vielleicht lieber 15 Kilo weniger damit nicht mehr das ganze Fett an meinem Körper bei jeder Bewegung so schwabbelt, dass ich das Gefühl habe gleich das Gleichgewicht zu verlieren. Ich weiß noch, ich hab mal für 2 Wochen jeden Tag ca 100 Kalorien gegessen und war fast jeden Tag im Fitnessstudio und danach war ich fast schon schlank, zumindest mal nah dran. Dann wieder alles angefressen weil ich doch ein dummer Versager bin. Meine Diagnose ist Bulimie weil ich fett bin. Und nein, ich habe keine Essstörung weil ich immer noch ein wabbelnder Fetthaufen auf 2 Beinen bin. Ja, vielleicht will ich mit dem Essen auch nur kompensieren, dass ich mit nichts anderem mehr klar komme. Vielleicht schaff ichs ja dieses Mal dünn zu werden - Wenn ich ein einziges Mal, mal dünn sein würde, könnte ich danach vielleicht wieder normal werden. Ja ist klar. Nein. Ich werde nie dünn sein, dafür bin ich zu schwach. Obwohl kotzen eigentlich auch zu mir passt, weil ich ekelhaft und eine Schande bin und man mich am besten einfach hätte abtreiben sollen.
Meine Mama macht sich Sorgen, ich bin ihr Sorgenkind. Schon immer. Sie denkt es seien die Depressionen und ich wünschte es wären Depressionen und nicht die Diagnose, die mich jetzt in den Abgrund saugt. So fall ich innerlich ganz alleine und schleppe die Schande mit mir rum, doch niemand außer mir kann sie sehen und hören. Was fürn Leben. Bei keinem dieser Worte verzieh ich auch nur eine Miene, weil es mir irgendwie so egal ist und gleichzeitig alles in mir tötet. Vielleicht bin ich ja auch tot und merk deswegen irgendwie nichts mehr. Ich werde mich heute betrinken und vielleicht ein paar schöne Stunden verbringen und generell kann ich die nächsten Tage durchgehend trinken wenn ich lustig bin, weil Karneval ist und 24/7 trinken so legitimiert wird. Immerhin etwas!
Ihr müsst diesen Schwachsinn nicht lesen, ergibt wahrscheinlich eh keinen Sinn. Ich trinke auf euch, auf dass sich irgendwann der Nebel lichtet und wir das Leben sehen können.
Mittwoch, 3. Februar 2016
it hurts it hurts it hurts
Ich bin so unglaublich müde.
Und alles in mir schmerzt und droht mich zu ertränken
Ich würd so gern für ein paar Jahre aus dem Leben auschecken und zurückkommen wenn alles wieder okay ist. Falls es überhaupt jemals so sein sollte. So verloren habe ich mich noch nie gefühlt, ich kann alles was in meinem Kopf ist nicht mehr zuordnen und Emotionen oder Emotionslosigkeit überfallen mich aus dem nichts und ich bin ihnen schutzlos ausgeliefert. Ich will doch bloß, dass das alles bitte bald ein Ende hat und erträglich wird. Denn tragen kann ichs gerade wirklich nicht. Fühl mich so schwach und mein wimmerndes Herz springt mir fast aus der Brust, bei dem Versuch den Schatten zu entfliehen. Ich mach mir Sorgen um das kleine Mädchen und es schnürt mir die Luft ab bei dem Versuch zu erahnen was ihr widerfahren ist. Wieso hilft mir denn niemand? Wieso nimmt mir niemand meinen Schmerz der in schwarzen Flecken meinen Körper übersät? Das klingt alles so erbärmlich und ich schäme mich wirklich dafür, so widerlich und schwach zu sein. Mein Kopf ist so leer und doch von einem Rauschen gefüllt welches mich von der Realität trennt. Gott, ich will bitte bitte einfach nur, dass es aufhört so schrecklich weh zu tun.
Alles scheint so sinnlos zu sein und ich frage mich ernsthaft ob ich dieses Jahr die 21 packe. Wann darf ich endlich leben? Wann kommen die guten Seiten meines Lebens?
Und was ist, wenn für mich einfach nie welche eingeplant waren?
Und alles in mir schmerzt und droht mich zu ertränken
Ich würd so gern für ein paar Jahre aus dem Leben auschecken und zurückkommen wenn alles wieder okay ist. Falls es überhaupt jemals so sein sollte. So verloren habe ich mich noch nie gefühlt, ich kann alles was in meinem Kopf ist nicht mehr zuordnen und Emotionen oder Emotionslosigkeit überfallen mich aus dem nichts und ich bin ihnen schutzlos ausgeliefert. Ich will doch bloß, dass das alles bitte bald ein Ende hat und erträglich wird. Denn tragen kann ichs gerade wirklich nicht. Fühl mich so schwach und mein wimmerndes Herz springt mir fast aus der Brust, bei dem Versuch den Schatten zu entfliehen. Ich mach mir Sorgen um das kleine Mädchen und es schnürt mir die Luft ab bei dem Versuch zu erahnen was ihr widerfahren ist. Wieso hilft mir denn niemand? Wieso nimmt mir niemand meinen Schmerz der in schwarzen Flecken meinen Körper übersät? Das klingt alles so erbärmlich und ich schäme mich wirklich dafür, so widerlich und schwach zu sein. Mein Kopf ist so leer und doch von einem Rauschen gefüllt welches mich von der Realität trennt. Gott, ich will bitte bitte einfach nur, dass es aufhört so schrecklich weh zu tun.
Alles scheint so sinnlos zu sein und ich frage mich ernsthaft ob ich dieses Jahr die 21 packe. Wann darf ich endlich leben? Wann kommen die guten Seiten meines Lebens?
Und was ist, wenn für mich einfach nie welche eingeplant waren?
Dienstag, 2. Februar 2016
knocked out

Ganz flüchtig hatte ich einen Geruch in der Nase, wirklich nur für eine Sekunde und sofort wurde alles in mir ganz schwummrig und schwindelig. Meine Mutter ist dann mit mir in den Supermarkt gegangen um mir Wasser und einen Smoothie zu kaufen, doch das hat leider nichts gebracht. Mein Herz hat so schnell gerast, dass ich es im ganzen Körper gespürt habe. Meine Hände und Füße habe ich nicht mehr wirklich gespürt und mir liefen die ganze Zeit Kälteschauer über den Körper. Hab gezittert und mein Kopf hat sich angefühlt als würde er brennen und in mir hämmerte mein kleines Kind und schrie nur: ich werde sterben ich werde sterben ich werde sterben, hier und jetzt, ich werde sterben. Im Endeffekt hat meine Mutter dann den Krankenwagen gerufen und dann mit Blaulicht ab ins Krankenhaus - hab wohl ein abnormales EKG und muss das morgen beim Hausarzt nochmal überprüfen lassen. War jedoch wahrscheinlich eine Panikattacke, aber so eine hatte ich noch nie. Es war als hätte mein Körper Angst aber ich wusste nichts davon. War seltsam. Und die ganzen Männer haben meinem Wohlbefinden wahrscheinlich auch nicht gut getan, aber was solls, lieg jetzt wieder zu Hause im Bett und bin einfach nur unglaublich müde. Morgen muss ich zum Arzt und dann mit Kommilitonen an der Hausarbeit arbeiten. Ich bin so erledigt. Wie lange soll das noch so weitergehen?
Montag, 1. Februar 2016
Splitterfasernackt
"Der erste Mann, mit dem ich Sex habe, riecht nach Alkohol und kaltem Zigarettenrauch. Seine Hände sind rauh und klebrig, seine Haare ungepflegt, und von seinem Atem wird mir zuerst schlecht, dann schwindlig.
Er wirft mich auf ein Sofa mit altmodischem Blumenmuster und hält mich mit seiner einen Hand fest, während die andere an seinem Gürtel herumfummelt. Ich weine. Ich sage irgendwelche bittenden Worte, ich stammle zusammenhanglose Sätze, ich flehe ihn an, ich flüstere nein, nein. Nein.
Meine Stimme fühlt sich fremd an, sie stolpert über meine viel zu trockenen Lippen. Ich versuche sie zu halten, denn wenn ich sie verliere, dann verliere ich auch mich. (...)
Ich starre die gelbweiße Zimmerdecke an. Sie kommt mir blenden grell vor. Meine Arme liegen schlaff neben mir, ich will sie bewegen, aber sie gehorchen mir nicht mehr. Mein Kopf ist leer und voll von Rauschen. Ich erzähle mir eine Geschichte, die ein schönes Ende hat, aber ich höre kaum zu.
'Komm', wispert mir da eine leise Stimme ind Ohr; die Stimme gehört mir, aber ich erkenne sie nicht.
'Komm', flüstert sie, 'ich bringe dich weg von hier, vertrau mir.' (...)
Schweigend nehme ich ihre Hand an und lasse mich fortführen. Weg von dem Sofa, weg von dem Mann, weg von meinem Körper. In der hintersten Zimmerecke bleibt das kleine Mädchen schließlich stehen, seine kalte Berührung umschließt mein wimmerndes Herz.
'Weiter weg können wir nicht gehen', flüstert es kaum hörbar. Ich drehe mich um und blicke auf meine hilflose Hülle. Ich sehe in meine leeren Augen, betrachte die bleichen dünnen Beine, die merkwürdig verkrümmt zur Seite ragen. Ich nehme Abschied von dem geschädigten Körper. Er gehört nicht mehr mir. Die Trennung ist leicht, alles andere wäre schwerer.
'Mach die Augen zu', flüstert da die Stimme. 'Mach sie erst wieder auf, wenn ich es dir erlaube.'
Ich gehorche ihr. Keine Sekunde wage ich zu zögern. Ich blende ihn aus, meinen Körper, das tote Stück Fleisch; ich lasse ihn allein, ich lasse ihn zurück. Ich gebe ihn auf."
(Ausschnitt aus dem Buch Splitterfasernackt von Lilly Lindner, S.15f)
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Manchmal wünsch ich mir, ich könnte mich erinnern. Irgendwo in mir schimmert ein kleiner Funke Hoffnung, der daran glaubt, dass mir dann alles leichter fallen würde. Die Konstante die mir hier in der Realität jedoch bleibt, ist das fallen. Ich falle hin und ich falle in Abgründe nur um danach immer weiter zu fallen. Ich weiß nicht mehr wo oben und wo unten ist, es ist alles bloß noch ein riesiges Chaos und ich steck mittendrin.
Wieso hat mein kleines Ich nichts gesagt oder getan um diesen Schmerz den ich jetzt aushalten muss zu verhindern? Das kleine Mädchen trägt immer noch das gelbe Mulan Nachthemd. Sie geistert in dunkeln Gängen meines Kopfes umher und spielt manchmal mit den Lichtschaltern, sodass das Grauen mir vor Augen geführt wird. Vielleicht fragt sie sich, weshalb ich sie all die Jahre allein mit dem Schmerz gelassen habe. Und jetzt will sie mich einholen und auch endlich groß werden, doch sie versteht nicht, dass das Leben so nicht funktioniert.
Es hilft nicht mehr von Mama abends beim Zubettgehen fest in seine Decken eingewickelt werden, um Nachts von niemandem verletzt zu werden. Es hilft keine Decke mehr, in die meine Mama damals gute Träume für mich hineingenäht hat. Es hilft nicht mehr, sich dreimal im Kreis zu drehen und an schöne Dinge zu denken um den Albträumen zu entfliehen die einen mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen haben. Denn sie haben mich eingeholt und es gibt rein gar nichts was sie jemals beenden könnte.
Flankiert von meinen Schatten wander ich wie eine Leiche durch dieses Leben, obwohl ich mich am liebsten aus diesem Körper herausreißen würde um schreiend davonzulaufen und niemals zurückblicken zu müssen. Doch die Vergangenheit ist überall. Damals, im hier und jetzt und in der Zukunft. Sie hüllt mich ein und ich ersticke dran. Die Zeit hat nichts in mir geheilt, das einzige was sie tut, ist meine Wunden immer weiter aufzureißen, bis ich endlich dran verende.
Vielleicht wars ja immer so bestimmt.
Jetzt gerade ist die einzige Zukunft die ich für mich seh der nächste Tag und alles was danach kommt ist pechschwarz. Ich will einfach nur verschwinden. Die Zeit rennt doch ich komme nicht mehr mit weil ich immer noch 7 bin und somit ist die Realität mir um 13 Jahre voraus. Ich glaube wirklich dass ich niemals alt werde. Es ist schwierig zu existieren wenn dir deine Seele zerfleischt wurde. Was ist man dann überhaupt noch? Was bin ich? Wie konnte ich so viele Jahre nichts von all dem wissen? Und was ist wenn es doch nicht wahr ist? Was ist wenn es wahr ist? Wie soll ich damit leben können? Ich wünschte, dass das alles nur ein Albtraum wäre aus dem ich irgendwann aufwachen könnte. Dem ist nur leider nicht so. Das ist die Wahrheit und wohl leider auch mein Leben. Der Alkohol macht mein Hirn gerade wenigstens einigermaßen erträglich aber ich weiß wirklich nicht was ich machen soll oder wohin mit mir. Ich glaube nicht dass ich einer dieser Menschen bin der etwas positives aus all dem negativen schöpfen kann. Ich hab wirklich geglaubt, das schlimmste sei überstanden und jetzt ist mein Körper 20 und ich bin wieder ein Kind. Das alles hier macht bestimmt keinen Sinn aber ich muss irgendwo diesen ganzen Scheiß rauslassen weil ich gerade wirklich gar nichts im Leben habe was mir irgendeinen Sinn geben könnte. Dieses Leben, alles kommt mir so irreal vor - als würde ich aus der Distanz zuschauen wie alles zugrunde geht und nichts dagegen machen können. hm. Ich schätze ich bin nicht zum leben gemacht. Es ist so viel Scheiße passiert und ich hasse mich dafür, dass ich zu schwach bin damit umzugehen. Ich schaff einfach gar nichts. Bin ein Versager auf ganzer Linie und alles was ich anpacke verwandelt sich in scheiße. Wieso zur Hölle versuch ichs überhaupt noch? Es tut einfach nur noch alles weh. Und ich schaffs nicht mal mehr nen Strich zwischen Uni und Privatleben zu ziehen, und alle müssen drunter leiden. Weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll, in mir gibt es nichts anderes mehr als Schmerz. Aber vielleicht hab ich ja auch einfach sonst nichts verdient. Hab einfach keine Ahnung mehr. Obwohl, was soll mehr denn schon heißen, ich hatte nie ne Ahnung. Ob es wohl jemals anders werden wird? Wie lange halte ich das alles aus? Mittlerweile sind schon 2 oder 3 Stunden vergangen und die Sektflasche ist gleich leer. Ich bins sowieso. Und das alles macht immer noch keinen Sinn.
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