Ich weiß, dass es weder was neues noch irgendwas interessantes gibt was ich zu erzählen habe. Was ich allerdings so sehr an dieser Seite schätze, dass ich eine Stimme habe. Ich bin nicht mehr stumm auch wenn ich es für die längste Zeit war. Ob ihr das jetzt so versteht, wie ich das meine spielt auch nicht wirklich eine Rolle, es ist mir aber doch eins der wichtigsten Dinge. Und natürlich die lieben Menschen die immer noch zeitweise auf meinem Blog herumgeistern und mir liebe Worte dalassen.
Die Zahl auf der Waage ist um 800g geschrumpft obwohl ich gestern doch noch "viel" gegessen habe (die Anführungszeichen, weil ich theoretisch gesehen weiß, dass es nicht viel war sich aber für mich persönlich so angefühlt hat) und mich außer von meinem Bett zum Bad und zur Küche nicht bewegt habe. Allerdings habe ich 12 Stunden geschlafen und fühle mich sogar ziemlich ausgeruht heute, was traurigerweise eine relativ seltene Erfahrung ist. Ich habe gestern aber zum Beispiel doch noch angefangen was zu malen und das möchte ich gleich auch noch zu Ende malen und später dann fahre ich mit meinem Fahrrad zu meinem Bruder und seiner Freundin um deren Hunde zu sehen. (Natürlich freue ich mich auch auf meinen Bruder und seine Freundin, aber die Hunde lassen mein Herz sich immer so frei fühlen, dass ich mich wirklich glücklich fühle für ein paar Momente) Ich hoffe danach noch woandershin zu fahren, vielleicht zu Freunden und dann irgendwann später todmüde ins Bett fallen. Und nichts trinken, weil ich darauf gerade wirklich keine Lust habe. Der Kontrollverlust ist mir gerade zu bedrohlich.
(und mich morgen über die noch niedrigere Zahl auf der Waage freuen)
Meine Therapeutin hat mir übrigens auch erklärt wieso sich die Essstörung einerseits wie ein roter Faden durch mein Leben zieht aber selten durchgehend schlimm ist (zumindest seit... circa Mitte 2014?). Das fällt nämlich in die Kategorie der Dysfunktionalen Bewältigungsstrategien, die aktiv werden wenn... nunja, irgendwas eben bewältigt werden muss. Vorallem wenn es irgendwas nicht greifbares von innen ist, schnellen die Balken auf 100% damit ich bloß meinen Verstand (zumindest das, was davon noch übrig ist) nicht endgültig verliere. Wenn ich so drüber nachdenke ergibt es durchaus Sinn, dass ich gerade das Essen versuche zu kontrollieren und nicht mehr trinken will. Wenn du ohne Einfluss jeglicher Drogen komplett die Kontrolle über deinen Körper verlierst ist das schon extrem beängstigend. Da muss ich das erstmal nicht wieder erleben, ob jetzt durch Drogen oder nicht. Es kommt mir zwar schon wieder ziemlich fern vor, aber ich weiß, dass es passiert ist und es war scheiß beängstigend. Außerdem kann ich jetzt austesten wieviele Kilos ich in 2 Wochen abnehmen kann. Mein Rekord liegt bei 7. Ich frage mich gerade, was wohl in der Zeit los war, dass ich 2 Wochen lang nur aufs Essen fixiert war. Das lustige an der ganzen Geschichte ist ja, dass ich weiß dass es nicht ums Essen geht oder um "endlich dünn sein, weil dann ALLES besser wird". Aber ich weiß, dass es mir gerade ein wenig Sicherheit gibt, bis ich in 2 Wochen wieder Therapie habe und das reicht mir schon. Die Leere in mir mit Essen stopfen ist auch bescheuert weil ich schon noch Angst vor gewissen Zahlen auf der Waage habe. Und vor dem "fett" werden. (Diesmal die Anführungszeichen, weil ich theoretisch gesehen weiß, dass Normalgewicht nicht gleichgesetzt mit fett ist. Und weil ich was, dass es was mit meiner Psyche zu tun hat, dass ich das Gefühl habe meine Oberschenkel und mein Bauch wachsen wenn ich in den Spiegel schaue) Wofür mir meine Therapeutin auch die Augen geöffnet hat, ist dass ich langsam anerkennen muss, dass ich eine Essstörung habe. Immer wenn ich was übers Essen erzähle (beziehungsweise sie mir das aus der Nase ziehen muss, weil ich immernoch das Gefühl habe zu fett zu sein um eine Essstörung zu haben) mach ichs danach runter, als wärs nicht schlimm und gar kein Ding weil "ich es ja eh nie schaffe dünn zu sein", "bin ja noch nie umgekippt wegen dem Essen", "hatte immer noch meine Tage" und was mir noch so für Sachen einfallen um abzustreiten, dass ich ein Problem habe. Ich bin mir um ehrlich zu sein nicht wirklich sicher woran es liegt, dass ich es nicht als Essstörung anerkenne. Vielleicht weil es nicht schlimm genug ist? Obwohl ich glaube, dass für mich persönlich niemals irgendwas schlimm genug sein wird was ich mir antue. Nunja aber daran arbeiten wir ja schließlich. Zumindest. Dass es irgendwann so sein wird, dass ich mir selber einen Wert geben kann der nicht im Minusbereich liegt.
Ich fühle mich gerade.. ein bisschen außen vor. Auch wenn ich zwar die ganze Zeit über "mich" schreibe, fühlt es sich nicht so an als würde es um "mich" gehen. Was auch immer "mich" oder "ich" überhaupt bedeutet. Hätt nicht gedacht, dass ich das auch noch irgendwann in Frage stellen müsste aber daran kann ich nun auch nichts ändern.
Der einzige Weg nach vorn ist mittendurch. Das ist mein Mantra. Heute bin ich echt okay. Und die Sonne scheint.
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