Auf eine gewisse Art und Weise fühle ich mich losgelöst von meinem Körper. Das einzige was ich will ist ihn verletzen. Aufschneiden. Jeden Zentimeter, jeder Millimeter meiner Haut soll geöffnet sein und mich hier rauslassen. Es fühlt sich so seltsam an hier drin. Ich glaube er reagiert körperlich nicht auf die Realität. Mir ist schlecht, ich habe Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen und meine Muskeln entscheiden sich spontan dazu plötzlich zu verkrampfen und ich schlage mir verzweifelt an den Kopf oder bohre meine Fingernägel so tief in die Haut bis ich irgendwie wieder da bin. Zumindest so weit, dass ich noch irgendwas mitbekomme.
In 12 Stunden hab ich Therapie. Nur noch 12 Stunden, wenn ich nicht schlafen kann werde ich diese wohl runterzählen. Ich weiß nicht einmal, was genau ich mir davon erhoffe - so wie ich mich kenne, werde ich es nicht über mich bringen ihr irgendwas zu sagen obwohl es mich gerade erstickt. Vielleicht ja auch gerade deswegen.
Ich verschwinde gerade
Mir ist so übel, dass ich mich übergeben will. Gleichzeitig will ich meinen Körper öffnen und alles rausfließen lassen. Alles schwarze, schmutzige was in mir ist. Ich muss mich zurück holen. Nur noch 12 Stunden. Noch 12 Stunden. Ich kann nicht mal mehr wirklich atmen. Irgendwas hat mich verlassen, das was mich zum Menschen macht. Als wäre mir mein Inneres gestohlen worden und man hat mich leer zurückgelassen. Wasisthierloswasisthierloswasisthierloswasistnurlosmitmir
„Wasisthierloswasisthierloswasisthierloswasistnurlosmitmir“
AntwortenLöschenWas hier los ist? Du scheinst nach all den Jahren des Elends noch immer der Auffassung zu sein, Du habest Verantwortung zu tragen für das, was Dir geschehen sei, da Du Dich dem Verlangen des Täters ja nicht widersetzt hättest. Dem ist nicht so. Du trägst keinerlei Mitverantwortung für das, was Dir geschehen ist, auch dann nicht, wenn Du in einer gewissen Weise aktiv mitgewirkt haben solltest an dem, was Dir geschah. Du hast es in diesem Falle getan, um schlimmere Unbill von Dir fern zu halten. Missbrauchstäter verstehen es ausserordentlich gut ihre Opfer durch Strafandrohung gleichsam in einer seelischen Zwangsjacke in die Untätigkeit zu zwingen und darüber hinaus mit Schuldgefühlen zu beschweren.
Dass Du den Ekel wie aus Dir heraus bluten lassen willst ist nur zu verständlich. Versuche es einmal so anzuschauen: Wenn Du nicht etwas sehr Reines tief in Dir verborgen mit Dir beständig herumtragen würdest, dann könntest Du auch keinen Ekel empfinden. Dieses Reine in Dir hat Dich bisher auch immer beschützt, wenn Du innerlich damit gerungen hast aus dem Leben zu scheiden. Es hat Dich beschützt, weil es stärker als das ist, was Du als Deine dunkle Seite erlebst.
Sprich mit Deiner zukünftigen Trauma Therapeutin darüber. Ich bin ganz sicher, dass sie Dir helfen kann.
Bernhard Albrecht