*TRIGGERWARNUNG*

Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.

Sonntag, 7. August 2016

andere Leben

Manchmal frage ich mich wie ich jemals eine Grenze zwischen "so bin ich eben" und "das ist krankhaft" ziehen soll. Ich habe in ein paar alten Tagebüchern geblättert, das früheste ist von vor 10 Jahren. Ich hab immer viele schöne Sachen aufgeschrieben und nie die negativen Dinge die passiert sind. Anscheinend habe ich die komplett ausgeblendet (zum Beispiel auch das Mobbing damals. Kann mich heute kaum an die Zeit erinnern, ich weiß bloß, dass es schlimm war). Aber in vielen Einträgen merkt man, dass ich wohl wirklich schon immer ein schlechtes Selbstwertgefühl hatte. Wenn ein Kind mit 10 oder 11 Jahren schreibt "immer nur die Reserve zu sein ist kein gutes und schönes Gefühl" macht mich das traurig, vor allem wenn mir bewusst wird, dass ich dieses Kind war. Über die andere Hälfte der Seite ist ein weinendes Auge gemalt. Oder ein Jahr später "Manchmal weine ich auch. Aber nur ganz leise und wenn es dunkel ist". Die späteren Jahre sind dann sehr stark von Selbsthass geprägt, ein Eintrag ist auch besonders hängen geblieben.

16.8.10 Montag, Ganz früh morgens 1:30 (zu der Zeit war ich 13)
manchmal würd ich mich am liebsten auflösen und eine bessere Person an meiner Stelle sehen. es gibt nicht mehr so viele Augenblicke wo ich mein Leben richtig genießen kann. Wie auch?
Da werd ich gemobbt, da hab ich scheiß Liebeskummer, da meint meine Oma ich soll meinen Bauch einziehen obwohl ich mich eh schon zu fett fühle und und und. Vielleicht verstehst du das oder auch nicht, die Gründe hören sich zwar nicht so schlimm für dich an, aber die Sachen gehen mir nie aus dem Kopf und es frisst mich sozusagen von innen auf.

Ich wusste wirklich nicht, dass es so früh schon so schlimm war. Ich kann mich an die Zeit auch nicht erinnern.. die Einträge kommen mir zwar. bekannt vor? aber es fühlt sich nicht so an, als wäre es mein Leben. Zumindest kann ich keinen wirklich Bezug zu den geschriebenen Worten herstellen. Manchmal habe ich das Gefühl, mein Leben wurde quasi von mir abgeschnitten. Ich hab keinen Bezug mehr zu der Person von vor 10, 15 Jahren. Wenns hoch kommt die letzten 4,5 Jahre - die würde ich als mein Leben bezeichnen, oder zumindest das, was ich erlebt habe. Es klingt bescheuert, ich weiß, aber ich wüsste nicht wie ich das anders in Worte fassen sollte.

2 Kommentare:

  1. Es ist schön, dass du jetzt wieder mehr schreibst. Ich mag es deine Worte zu lesen.

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