*TRIGGERWARNUNG*
Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.
Dienstag, 9. August 2016
Gesicht. Beton. Immer und immer wieder.
Ich will mir den Arm aufschlitzen und mich im Nicht-Essen verlieren. Mir ist schon seit längerem bewusst, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin. Auf Scheiße folgt in meinem Leben nur noch mehr Scheiße. Jahrelang. Kein Wunder, dass ich so ein Wrack bin. Diese Welt scheint es nicht gut mit mir zu meinen. Ich will schlechtes Wetter und mich Nacht für Nacht aufschneiden und verschwinden und am Ende versteht mich hier sowieso niemand. "Du musst aufhören dir einzureden, dass es dir schlecht geht" "Inka, chill doch einfach mal" Ich hab keine Lust mehr die Verständnisvolle zu sein, ich hab keinen Bock mehr. Dann lasst mich doch alle einfach nur in Ruhe wenn ihr keine Lust mehr auf mich habt. Ich könnt einfach nur kotzen wenn ich an dieses scheiß gegrinse denke wenn sie mich fragen, wie es mir geht- "MIR SCHEINT DIE SONNE AUSM ARSCH, KANNST DUS DENN NICHT SEHEN?"- Aber mit wem soll ich reden. Wem könnte ich jemals irgendwas von dem erzählen, was in mir los ist. Was passiert ist. Es ist zu viel. Viel zu viel. Und ich kann nicht mehr. Dieses verfickte Scheißleben ist ein riesengroßer Scherbenhaufen. Und bei jedem Versuch es irgendwie wieder zusammenzuflicken schneid ich mich an ner Scherbe, lass sie fallen und sie zerbricht nochmal. Es ist nicht wieder ganz zu bekommen. Scherben über Scherben und jedes einzelne Scherbenstück dieses Lebens tut weh. Es tut so weh alles.
Montag, 8. August 2016
Ausmisten
Meine Hand streicht sanft über längst vergangene Tage in meinem Kalender, mit einem leichten ziehen in meiner Brust wünsche ich mir die Zeit zurück. Ich würde es so gerne nochmal erleben. Das Stichwort dabei ist leben. Ich will es spüren. Auch wenn du leider ein Arschloch bist würde ich alles tun um die ersten Monate nochmal zu spüren. Das Gefühl zu erleben, gewollt zu werden. Etliche Stunden mit meiner Therapeutin drum zu streiten, dass ich dem Gefühl nicht traue weil ich nun mal ich bin, und niemand mich jemals haben wollen würde. Und dann doch einknicken. Weil du mich anschaust wenn ich rede und weil du mir sms schreibst und mir Kaffee kaufst. Weil du mir vegetarisches Chili mit in die Schule bringst und die Leute fragen wann wir heiraten. Weil du mir Musik schickst die ich liebe und weil du mir Filme zeigst die ich heute noch manchmal schaue und dabei insgeheim ein bisschen an dich denken muss. Weil du mir in der Nacht schreibst ob du noch vorbeikommen kannst und Little Miss Sunshine mitbringst, weil wir Nachts um 3 zum Hauptbahnhof gehen um uns Bier zu kaufen. Weil du nach dem ersten Kuss zitterst und es kaum schaffst dir eine Zigarette mit deinen wunderschönen Händen zu drehen. Weil ich mitten in der Nacht zu dir fahre und du dir einen Wecker stellst um mich mit dem klapprigen Fahrrad deiner Mutter abzuholen. Und wir sitzen Nachts in der Küche auf dem Boden vor dem Backofen und warten auf die Kroketten, du holst eine Decke und wir sitzen zusammen drunter und mein Herz explodiert ganz leise weil wir uns so unglaublich nah sind. Ich kann nicht sagen in welchem Moment mein Herz sich für dich entschieden hat aber ich weiß, dass es richtig war. Und auch wenn wir nicht lange zusammen waren, kann ich ehrlich sagen dass ich dich geliebt habe. Mit allem von mir, mit voller Wucht. Manchmal glaube ich immer noch, dass es an mir liegt. Dass ich zu viel bin, zu laut, zu aufgedreht und dann plötzlich in einem tiefen Loch, zu viel will, zu viel brauche. Aber manchmal geht es nicht um Schuldzuweisung sondern man hat sich zur falschen Zeit getroffen. Jetzt bist du hunderte Kilometer entfernt und es fühlt sich gut an keine Angst mehr haben zu müssen dich irgendwo mit einer anderen zu sehen weil es mir immer noch das Herz bricht. Weil ich dir mein Vertrauen gegeben hab und du hast es mit Füßen getreten. Wenn ich gefragt werde, ob ich über dich hinweg bin antworte ich mit "Ja" denn theoretisch gesehen ist es so. Ich weiß, dass ich dich nicht mehr liebe. 3 Jahre sind eine lange Zeit, aber da wird immer etwas bleiben und du wirst immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen haben - auch wenn mir alle sagen wie bescheuert es ist weil du mich so schlecht behandelt hast. Vielleicht ist das hier auch ein Liebesbrief, allerdings einer den ich dir niemals schicken würde da du nicht mehr an mich denkst. Ein bisschen Liebe und ein bisschen Schmerz und vermissen sind übrig geblieben und die packe ich jetzt alle wieder in einen kleinen Tresor in meinem Kopf und stelle ihn auf den Dachboden.
Tschüss, R.
Danke für die schöne Zeit.
Tschüss, R.
Danke für die schöne Zeit.
Sonntag, 7. August 2016
andere Leben
Manchmal frage ich mich wie ich jemals eine Grenze zwischen "so bin ich eben" und "das ist krankhaft" ziehen soll. Ich habe in ein paar alten Tagebüchern geblättert, das früheste ist von vor 10 Jahren. Ich hab immer viele schöne Sachen aufgeschrieben und nie die negativen Dinge die passiert sind. Anscheinend habe ich die komplett ausgeblendet (zum Beispiel auch das Mobbing damals. Kann mich heute kaum an die Zeit erinnern, ich weiß bloß, dass es schlimm war). Aber in vielen Einträgen merkt man, dass ich wohl wirklich schon immer ein schlechtes Selbstwertgefühl hatte. Wenn ein Kind mit 10 oder 11 Jahren schreibt "immer nur die Reserve zu sein ist kein gutes und schönes Gefühl" macht mich das traurig, vor allem wenn mir bewusst wird, dass ich dieses Kind war. Über die andere Hälfte der Seite ist ein weinendes Auge gemalt. Oder ein Jahr später "Manchmal weine ich auch. Aber nur ganz leise und wenn es dunkel ist". Die späteren Jahre sind dann sehr stark von Selbsthass geprägt, ein Eintrag ist auch besonders hängen geblieben.
16.8.10 Montag, Ganz früh morgens 1:30 (zu der Zeit war ich 13)
manchmal würd ich mich am liebsten auflösen und eine bessere Person an meiner Stelle sehen. es gibt nicht mehr so viele Augenblicke wo ich mein Leben richtig genießen kann. Wie auch?
Da werd ich gemobbt, da hab ich scheiß Liebeskummer, da meint meine Oma ich soll meinen Bauch einziehen obwohl ich mich eh schon zu fett fühle und und und. Vielleicht verstehst du das oder auch nicht, die Gründe hören sich zwar nicht so schlimm für dich an, aber die Sachen gehen mir nie aus dem Kopf und es frisst mich sozusagen von innen auf.
Ich wusste wirklich nicht, dass es so früh schon so schlimm war. Ich kann mich an die Zeit auch nicht erinnern.. die Einträge kommen mir zwar. bekannt vor? aber es fühlt sich nicht so an, als wäre es mein Leben. Zumindest kann ich keinen wirklich Bezug zu den geschriebenen Worten herstellen. Manchmal habe ich das Gefühl, mein Leben wurde quasi von mir abgeschnitten. Ich hab keinen Bezug mehr zu der Person von vor 10, 15 Jahren. Wenns hoch kommt die letzten 4,5 Jahre - die würde ich als mein Leben bezeichnen, oder zumindest das, was ich erlebt habe. Es klingt bescheuert, ich weiß, aber ich wüsste nicht wie ich das anders in Worte fassen sollte.
16.8.10 Montag, Ganz früh morgens 1:30 (zu der Zeit war ich 13)
manchmal würd ich mich am liebsten auflösen und eine bessere Person an meiner Stelle sehen. es gibt nicht mehr so viele Augenblicke wo ich mein Leben richtig genießen kann. Wie auch?
Da werd ich gemobbt, da hab ich scheiß Liebeskummer, da meint meine Oma ich soll meinen Bauch einziehen obwohl ich mich eh schon zu fett fühle und und und. Vielleicht verstehst du das oder auch nicht, die Gründe hören sich zwar nicht so schlimm für dich an, aber die Sachen gehen mir nie aus dem Kopf und es frisst mich sozusagen von innen auf.
Ich wusste wirklich nicht, dass es so früh schon so schlimm war. Ich kann mich an die Zeit auch nicht erinnern.. die Einträge kommen mir zwar. bekannt vor? aber es fühlt sich nicht so an, als wäre es mein Leben. Zumindest kann ich keinen wirklich Bezug zu den geschriebenen Worten herstellen. Manchmal habe ich das Gefühl, mein Leben wurde quasi von mir abgeschnitten. Ich hab keinen Bezug mehr zu der Person von vor 10, 15 Jahren. Wenns hoch kommt die letzten 4,5 Jahre - die würde ich als mein Leben bezeichnen, oder zumindest das, was ich erlebt habe. Es klingt bescheuert, ich weiß, aber ich wüsste nicht wie ich das anders in Worte fassen sollte.
Samstag, 6. August 2016
Gedankengehen
Ich weiß, dass es weder was neues noch irgendwas interessantes gibt was ich zu erzählen habe. Was ich allerdings so sehr an dieser Seite schätze, dass ich eine Stimme habe. Ich bin nicht mehr stumm auch wenn ich es für die längste Zeit war. Ob ihr das jetzt so versteht, wie ich das meine spielt auch nicht wirklich eine Rolle, es ist mir aber doch eins der wichtigsten Dinge. Und natürlich die lieben Menschen die immer noch zeitweise auf meinem Blog herumgeistern und mir liebe Worte dalassen.
Die Zahl auf der Waage ist um 800g geschrumpft obwohl ich gestern doch noch "viel" gegessen habe (die Anführungszeichen, weil ich theoretisch gesehen weiß, dass es nicht viel war sich aber für mich persönlich so angefühlt hat) und mich außer von meinem Bett zum Bad und zur Küche nicht bewegt habe. Allerdings habe ich 12 Stunden geschlafen und fühle mich sogar ziemlich ausgeruht heute, was traurigerweise eine relativ seltene Erfahrung ist. Ich habe gestern aber zum Beispiel doch noch angefangen was zu malen und das möchte ich gleich auch noch zu Ende malen und später dann fahre ich mit meinem Fahrrad zu meinem Bruder und seiner Freundin um deren Hunde zu sehen. (Natürlich freue ich mich auch auf meinen Bruder und seine Freundin, aber die Hunde lassen mein Herz sich immer so frei fühlen, dass ich mich wirklich glücklich fühle für ein paar Momente) Ich hoffe danach noch woandershin zu fahren, vielleicht zu Freunden und dann irgendwann später todmüde ins Bett fallen. Und nichts trinken, weil ich darauf gerade wirklich keine Lust habe. Der Kontrollverlust ist mir gerade zu bedrohlich.(und mich morgen über die noch niedrigere Zahl auf der Waage freuen)
Meine Therapeutin hat mir übrigens auch erklärt wieso sich die Essstörung einerseits wie ein roter Faden durch mein Leben zieht aber selten durchgehend schlimm ist (zumindest seit... circa Mitte 2014?). Das fällt nämlich in die Kategorie der Dysfunktionalen Bewältigungsstrategien, die aktiv werden wenn... nunja, irgendwas eben bewältigt werden muss. Vorallem wenn es irgendwas nicht greifbares von innen ist, schnellen die Balken auf 100% damit ich bloß meinen Verstand (zumindest das, was davon noch übrig ist) nicht endgültig verliere. Wenn ich so drüber nachdenke ergibt es durchaus Sinn, dass ich gerade das Essen versuche zu kontrollieren und nicht mehr trinken will. Wenn du ohne Einfluss jeglicher Drogen komplett die Kontrolle über deinen Körper verlierst ist das schon extrem beängstigend. Da muss ich das erstmal nicht wieder erleben, ob jetzt durch Drogen oder nicht. Es kommt mir zwar schon wieder ziemlich fern vor, aber ich weiß, dass es passiert ist und es war scheiß beängstigend. Außerdem kann ich jetzt austesten wieviele Kilos ich in 2 Wochen abnehmen kann. Mein Rekord liegt bei 7. Ich frage mich gerade, was wohl in der Zeit los war, dass ich 2 Wochen lang nur aufs Essen fixiert war. Das lustige an der ganzen Geschichte ist ja, dass ich weiß dass es nicht ums Essen geht oder um "endlich dünn sein, weil dann ALLES besser wird". Aber ich weiß, dass es mir gerade ein wenig Sicherheit gibt, bis ich in 2 Wochen wieder Therapie habe und das reicht mir schon. Die Leere in mir mit Essen stopfen ist auch bescheuert weil ich schon noch Angst vor gewissen Zahlen auf der Waage habe. Und vor dem "fett" werden. (Diesmal die Anführungszeichen, weil ich theoretisch gesehen weiß, dass Normalgewicht nicht gleichgesetzt mit fett ist. Und weil ich was, dass es was mit meiner Psyche zu tun hat, dass ich das Gefühl habe meine Oberschenkel und mein Bauch wachsen wenn ich in den Spiegel schaue) Wofür mir meine Therapeutin auch die Augen geöffnet hat, ist dass ich langsam anerkennen muss, dass ich eine Essstörung habe. Immer wenn ich was übers Essen erzähle (beziehungsweise sie mir das aus der Nase ziehen muss, weil ich immernoch das Gefühl habe zu fett zu sein um eine Essstörung zu haben) mach ichs danach runter, als wärs nicht schlimm und gar kein Ding weil "ich es ja eh nie schaffe dünn zu sein", "bin ja noch nie umgekippt wegen dem Essen", "hatte immer noch meine Tage" und was mir noch so für Sachen einfallen um abzustreiten, dass ich ein Problem habe. Ich bin mir um ehrlich zu sein nicht wirklich sicher woran es liegt, dass ich es nicht als Essstörung anerkenne. Vielleicht weil es nicht schlimm genug ist? Obwohl ich glaube, dass für mich persönlich niemals irgendwas schlimm genug sein wird was ich mir antue. Nunja aber daran arbeiten wir ja schließlich. Zumindest. Dass es irgendwann so sein wird, dass ich mir selber einen Wert geben kann der nicht im Minusbereich liegt.
Ich fühle mich gerade.. ein bisschen außen vor. Auch wenn ich zwar die ganze Zeit über "mich" schreibe, fühlt es sich nicht so an als würde es um "mich" gehen. Was auch immer "mich" oder "ich" überhaupt bedeutet. Hätt nicht gedacht, dass ich das auch noch irgendwann in Frage stellen müsste aber daran kann ich nun auch nichts ändern. Der einzige Weg nach vorn ist mittendurch. Das ist mein Mantra. Heute bin ich echt okay. Und die Sonne scheint.
Die Zahl auf der Waage ist um 800g geschrumpft obwohl ich gestern doch noch "viel" gegessen habe (die Anführungszeichen, weil ich theoretisch gesehen weiß, dass es nicht viel war sich aber für mich persönlich so angefühlt hat) und mich außer von meinem Bett zum Bad und zur Küche nicht bewegt habe. Allerdings habe ich 12 Stunden geschlafen und fühle mich sogar ziemlich ausgeruht heute, was traurigerweise eine relativ seltene Erfahrung ist. Ich habe gestern aber zum Beispiel doch noch angefangen was zu malen und das möchte ich gleich auch noch zu Ende malen und später dann fahre ich mit meinem Fahrrad zu meinem Bruder und seiner Freundin um deren Hunde zu sehen. (Natürlich freue ich mich auch auf meinen Bruder und seine Freundin, aber die Hunde lassen mein Herz sich immer so frei fühlen, dass ich mich wirklich glücklich fühle für ein paar Momente) Ich hoffe danach noch woandershin zu fahren, vielleicht zu Freunden und dann irgendwann später todmüde ins Bett fallen. Und nichts trinken, weil ich darauf gerade wirklich keine Lust habe. Der Kontrollverlust ist mir gerade zu bedrohlich.
Ich fühle mich gerade.. ein bisschen außen vor. Auch wenn ich zwar die ganze Zeit über "mich" schreibe, fühlt es sich nicht so an als würde es um "mich" gehen. Was auch immer "mich" oder "ich" überhaupt bedeutet. Hätt nicht gedacht, dass ich das auch noch irgendwann in Frage stellen müsste aber daran kann ich nun auch nichts ändern. Der einzige Weg nach vorn ist mittendurch. Das ist mein Mantra. Heute bin ich echt okay. Und die Sonne scheint.
Freitag, 5. August 2016
Hmpfargh#@!?
Ich fühle mich so unendlich erschöpft. Ich habe keine Lust auf gar nichts. Will nicht rausgehen. Will mich nichtmal betrinken (was ja vielleicht auch ein gutes Zeichen ist). Will nicht reden, nichts überspielen, nicht mehr darstellen. Heute morgen waren es 900g weniger auf der Waage aber nichtmal das hat mich gefreut obwohl mir mein Gewicht vor ein paar Tagen beinahe einen Herzinfarkt verpasst hätte. Sogar diese Worte zu schreiben ist anstrengend. Jede noch so kleine Bewegung kostet immens viel Kraft und ich wünsche mir irgendwelche Betäubungsmittel damit ich die nächsten 2 Wochen durchschlafen kann. Ich frage mich, wie ein Kopf sich gleichzeitig unglaublich leer und überfüllt anfühlen kann. Würde so gerne irgendwas machen aber mir fehlt jegliche Kraft/Antrieb oder wasauchimmer. Ich könnte malen. Oder Gitarre spielen. Oder Aufräumen. Oder Bewerbungen schreiben. Oderoderoder. Habe das Gefühl, dass ich im Winter in der Klinik landen werde. Wird aufjedenfall schlimm werden. Sogar schlimmer als all die vergangenen Winter zusammen. Vielleicht sollte ich doch über ein Urlaubssemester und einen geplanten Klinikaufenthalt nachdenken. Denn ob das alles ambulant reicht weiß ich wirklich nicht. Gerade wenn sich die Symptomatik verschlimmert. Jeden Tag mit dem Zug zu fahren ist auch nicht immer ein Zuckerschlecken. Die Balance zwischen Studium und Psyche schlägt fehl, denn ich habe zu wenige Seminare um nach dem 4. Semester weiterhin Bafög zu bekommen, womit dann auch der Traum vom endlichausziehen erledigt wäre. Mir wächst das alles so über den Kopf. Es ist einfach so viel auf einmal. Ich habe Angst. Vor allem was in mir ist von dem ich noch nichts weiß. Vor dem ganzen Zeug mit dem dissoziieren und dem Teil der ein Eigenleben führt, sei es nun innerlich oder äußerlich.
Donnerstag, 4. August 2016
Angst, Verwirrung, Erschöpfung
Aufeinmal in der Dusche sitzen und nicht mehr wissen wie man überhaupt dahin gekommen ist, ist ziemlich gruselig. Zu hören, dass man wohl schon 40 Minuten duschen war, macht das ganze noch schlimmer. Danach im Zimmer dann entdecken, dass man ins Bett gemacht hatte ist das goldene I-Tüpfchen. Keinerlei Erinnerung an aufwachen, aufstehen und ins Bad gehen und duschen ist unheimlich. Einen Teil zu haben, der quasi ein Eigenleben führt ist schon seltsam genug doch es wird schlimmer wenn dann sowas passiert. Es ist alles so verwirrend. Ich habe das heute meiner Therapeutin erzählt und sie meinte, dass das tatsächlich mit einem Trauma zusammenhängen könnte. (Das zu hören hat mir allerdings wirklich gut getan und mir ein bisschen die Angst genommen, dass ich mir das alles zusammenspinne) Der nächsten Termin ist eine Doppelstunde und meine Therapeutin meinte, dass wir es mal mit Konfrontation probieren wollen. Ich weiß nicht wie genau das ablaufen wird, obs was mit emdr zu tun hat oder nicht aber allein das Wort Konfrontation gibt es in meinem Wortschatz nicht. Ich renne lieber davon und schiebe alle Probleme solang weg bis sie irgendwann in mir explodieren. Ich habe Angst vor all dem was noch in mir sein kann. Ich habe Angst, komplett die Kontrolle über meinen Kopf zu verlieren. Ich habe Angst, vor dem was passiert ist. Ich weiß nicht wie ich reagieren werde und was passieren wird und was alles in mir ist. Da ist so viel von dem ich nichts weiß in mir und es droht alles ans Tageslicht zu kommen. Ich weiß nicht wie das alles sein kann. Wie ich nichts wissen konnte. Wie niemand was gemerkt hat. Ich bin so erledigt nach heute, ich habe zwar nichts gemacht aber bin so erschöpft als wär ich den ganzen Tag unterwegs gewesen.
Ich will so gerne schreiben. Die Art von Schreiben, bei der die Worte beinahe magisch aufs Papier fließen und man sich am Ende denkt "Wow, hab ich das gerade gemacht?". Aber es ist so leer in mir. Eine schreiende Leere die mich in den Wahnsinn treibt und ich kann sie nicht deuten. Das ist Vollfressenunddanachkotzenstimmung um wenigstens irgendwas rauszubekommen. Das ist das erbärmliche Gefühl nachdem man kotzeverschmiert und heulend auf dem Boden neben der Toilette zusammenbricht weil einem bewusst wird was man für ein elender Versager ist. Das sind die Kopf- Hals- und Magenschmerzen wenn man jedes bisschen Essen wieder im Klo verschwinden lässt. Ich weiß nicht wohin. Hab mich gestern vielleicht zu stark getriggert und mir ist bewusst geworden, was alles schon in dieser Wohnung passiert ist. Da musste ich erstmal weg aus der Wohnung und meinem Stadtteil. Weg von diesem Schandbefleckten Ort. Gleich habe ich endlich mal wieder Therapie, ich weiß zwar nicht was ich mir immer von meiner Therapeutin erhoffe aber vielleicht kann sie mir helfen einen Durchblick zu bekommen. Was mit mir passiert. Manchmal wünsche ich mir so sehr in eine Klinik zu gehen, weg aus dem gewohnten Umfeld und Leute die für mich da sind. Ich sehe so langsam keinen Ausweg mehr, ich versuche und versuche und gehe zur Therapie aber es wird im Grunde genommen alles nur schlimmer. Wenn das nächste Semester anfängt werde ich sowieso komplett abkacken und manchmal hoffe ich insgeheim dass ich vielleicht einmal bisschen zu tief schneide. Nicht zum sterben aber wenigstens Krankenhausreif. Damit sich jemand um mich kümmert. Damit es Jemanden gibt, den ich interessiere. Aber das gibt es in meinem Leben so oder so nicht. Ich bin zwar da aber es ist niemandem wirklich wichtig. Meine Existenz ist so bescheuert und ich kenne mein eigenes Leben nicht und ich muss aufhören mich anzulügen und für mich einstehen blablabla. Ich will mich einfach nur schneiden. Ich will Zerstörung. Ich will, dass sich jemand für mich interessiert. Und das geht nur wenn es mir schlecht geht. Zumindest wenn es andere Leute merken. Ach keine Ahnung was das hier überhaupt für nen scheiß post ist.
Ich spüre rein garnichts. Nichtmal den Hass auf mich und meinen Körper. 0. Nichts.
Ich spüre rein garnichts. Nichtmal den Hass auf mich und meinen Körper. 0. Nichts.
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