*TRIGGERWARNUNG*

Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.

Mittwoch, 3. April 2013

Keine Worte mehr, nur noch Buchstaben die für euch keinen Sinn ergeben.

Letzte Nacht war unbeschreiblich.
Wieder einmal bin ich schwach geworden, habe mich vollgestopft bis es nicht mehr ging. Eigentlich ist es eine ganz strukturierte und mir mittlerweile sehr bekannte Abfolge; fressen, trinken, kotzen. Dann stehe ich da, vor dem Spiegel. Mein Magen ist aufgebläht und überfüllt, ich glaube, gleich platzt er. Ich wage es gar nicht den Körper genauer zu betrachten. Erst noch etwas trinken. Ich krümme mich zusammen und gegen meinen Willen wollen meine Augen wieder weinen. Ich kann das nicht mehr. Das ist zu viel für mich. Ich werde nie etwas schaffen. Ich habe nicht mal eine Zukunft.  Ich bedeute niemandem etwas. Ich bin widerlich. Ich bin abstoßend. Ich bin schrecklich. Ich hasse mich. Hass. Hass. HASS. Es muss raus. Also stehe ich auf und beuge mich vor, Zeigefinger und Mittelfinger im Rachen. Der Würgereiz kommt. Ein, zwei, dreimal zuckt der Magen. Aufeinmal stechende Schmerzen, von den Schlüsselbeinen über den Nacken in den Kopf. Mein Herz rast und ich habe das Gefühl zu sterben. Es will nicht langsamer werden deshalb lege ich mich hin. Ich denke ernsthaft darüber nach, dass ich gleich sterben könnte. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, Angst macht es mir nicht. Ich weiß nicht genau wie lang ich dort liege. Mir ist schwindelig und der Magen sticht und fühlt sich so an als würde er jeden Moment reißen. Minutenlang starre ich das kleine Fenster an, es fühlt sich falsch an so voll zu sein obwohl man so leer ist. Das ist absoluter Nonsens. Ich hieve mich wieder hoch. Du bist eine Schande. Du bist wertlos, schau dich doch an. Gezielt vermeide ich es in den Spiegel zu sehen und wanke in mein Zimmer, dort lege ich mich wieder hin. Fühle mich noch schrecklicher, da ich den ganzen Müll nun drin behalten habe. Wieder habe ich dieses Bild vor Augen, wie ich mein ganzes Gesicht mit einer Klinge zerschneide. Schon habe ich die Klinge in der Hand. Setze an, drücke und ziehe sie über den Arm. Es ist nicht mehr genug Schmerz um mich fühlen zu lassen. Ich fühle nichts. Und was heißt schon Ich? Das bin ich nicht. Ich bin nicht ich. Dieser Körper ist nicht ich. Spüre nichts, nur diese innere Unruhe. Bin wahnsinnig müde doch kann nicht schlafen. Dunkle Schatten vergreifen sich an mir, sie sind unheimlich. Ich bin in einer Art Halbschlaf, ich weiß nicht was es ist, ich sehe nur noch diesen Schatten. Ich kann nicht entkommen, bin wie gelähmt und kann nur zusehen bis langsam alles um mich herum dunkel wird.
Dann klingelt mein Wecker und ich wache auf, der nächste viel zu lange Tag steht an. Ich bin müde, ich kann mich kaum bewegen. Wieder wollen meine Augen nass werden, ich lasse es nicht zu. Los, du fettes Stück Dreck. Mach dich auf den Weg.  Also gehe ich los und frage mich wie ich den heutigen Tag überstehen soll, wie jeden Tag.
Tut mir Leid für den Mist. Zu mehr bin ich gerade nicht im Stande. Zu verwirrt.
Ich fühle mich gebrochen.

5 Kommentare:

  1. Es tut mir leid zu lesen, dass es dir so schlecht gehst und du dich so beschimpfst. Ich kenne das zwar, aber das so zu lesen bei dir ist schon hart. Du bist weder fett noch Dreck! ♥

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  2. Deine Worte auf meinem Blog haben mir so unendlich viel bedeutet. Danke für deine Bereitschaft mir zu helfen, einer völlig Fremden und doch vom Verhalten her vertraut. Zumindest kann ich das von mir behaupten. Diese Routine. Innere Gebrochenheit, Verwirrung, Angst, Zwangsvorstellungen. Selbst auferlegter Selbsthass. Und irgendwie doch nicht. Irgendwie von allen auferlegt. Irgendwie haben alle schuld, die Welt da draußen, die Gesellschaft und man selbst. Als Teil dieser Welt.
    Ich würde dir so gerne Mut zusprechen, wie du es bei mir geschafft hast. Aber ich kann nicht. Essen und folgendes Brechen, nasses Glänzen am Metall, es ist so verlockend, ich bin dem selbst verfallen. Ich kann nur versuchen, mit meinem analytischen Gefasel von außen ein wenig Klarheit in dein Chaos, in deinen Nebel zu transportieren.
    Es klingt widersprüchlich, aber solange wir ausbrechen wollen, psychischen Schmerz vermeiden wollen, verheddern wir uns weiterhin im Kranksein. Die Suche nach Fluchtwegen, nach dem weiteren Pfad, der wegführt... Und plötzlich wird unsere Problemlösung zu unserem größten Problem.
    Es schmerzt, dein Selbsthass, der mir in jeder Zeile entgegenspringt. Wie mag es tief in deinem Inneren sein? Ein Nest, eine Brut, die dich zerfrisst und du sie doch nährst.
    Halte durch Liebes, auch ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst.

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  3. ... die gebrochenen Seelen schreiben immer am besten. Das ist wirklich hart zu lesen wie schlecht es dir geht, aber Nonsens ist das keines Falls ... ich kann mich leider nur zu gut damit identifizieren, aber abgesehen davon - ich liebe deinen Schreibstil :> Kopf hoch, irgendwann wird alles besser. xx Laura

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  4. Du schreibst wunderschön, dein Leiden berührt mich sehr! Ich wünsche dir, dass du den Zauber, der in deinen
    heute traurigen Worten steckt, einmal in glückliche Schilderungen wirst kleiden können!

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  5. Ich muss mich entschuldigen. Ich habe dir so lange nicht auf deine wundervollen Worte geantwortet. Das ist richtig ekelhaft von mir. Es tut mir leid. Ich hoffe du bist mir nicht böse deswegen. Du hast es nicht verdient, dass dir so spät geantwortet wird, wirklich nicht.
    Irgendwie finde ich es schön, dass wir beide eine Gemeinsamkeit haben und beide rote Haare haben. Irgendwie ist das ein schönes Gefühl.
    Ich würde liebend gern Märchen von dir vorgelesen bekommen. Ich stelle es mir schön friedlich vor. Eingemurmelt in decken zu liegen, und deine Worte beim formen eines Märchens zu zuhören. Ich würde dir auch jederzeit ein Märchen vorlesen, damit dise Dunkelheit in deinen inneren ein wenig mit magie verzaubert wird.
    Ich hätte dich gern mit ans Meer genommen. Wir hätten einfach da sitzen können und das Meer beim rauschen zu hören können. Es hätte was beruhigendes, wenn du dabei gewesen wärst, glaube ich. Vielleicht wär ein Gefühl von Sicherheit aus den Venen gekrochen.

    Und nun zu deinen Text, er ist absolut nicht sinnlos, sinnfrei oder was auch immer. Diese Zeilen beschreiben deinen Handeln. Wie die verschiedene Stimmen in deinen Kopf miteinander gekämpft haben, und das mächtige, die wirre stimme gewonnen hat. Ich wünschte, ich hätte dir an diesen Abend bestehen können. Vielleicht hätte ich dich ablenken können.

    Du bist etwas wundervolles für mich.

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