*TRIGGERWARNUNG*

Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.

Dienstag, 30. Mai 2023

Gedanken 1

Ich will das mit dir und uns so gerne ich schöne Worte verpacken sodass ich mich für immer an diese so besondere Zeit erinnern kann und dich und uns niemals vergessen werde, egal wohin uns dieser Weg auch führt.

Doch keine Worte schaffen es das zu beschreiben was ich fühle wenn ich an dich denke und bei dir bin. Wie Sand der durch die Hände rieselt, so entwischen mir auch all die Worte die mir in den Sinn kommen wenn ich an dich denke. Auch wenn du mir all das richtige sagst und zeigst bahnen sich die Zweifel einen Weg durch die Wärme die du hinterlassen hast sobald du weg bist. Und sie füllen mich mit Ablehnung und Kälte und bestärken die Angst, dass mich niemals irgendjemand lieben können wird. Dass es unmöglich ist jemanden wie mich überhaupt zu mögen. Eigentlich weiß ich, dass das nicht stimmt. Ich habe einige Freund:innen für so viele Jahre und über all die Zeit und Phasen sind wir beieinander geblieben, und es würde keinen Sinn machen wenn sie mich nicht mögen würden. Die Angst behält trotzdem die Oberhand. Denn das ist kein faires Spiel, das ist keine Diskussionsrunde oder Debatte die jemand gewinnen kann – der innere Kritiker hat immer recht und alles wird so gedreht und verbogen, dass es in sein Narrativ passt. Wenn ich all das weiß, warum fall ich dann drauf rein? Wenn ich all das weiß, warum fällt es mir so schwer dir zu glauben?

Deine Nähe, deine Küsse, deine Worte und Berührungen gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Doch all die Zweifel an meiner Wahrnehmung und meinem Selbst lassen die letzten Tage hinter Milchglasscheiben verschwinden die mir eine klare Sicht der Situation verweigern. Und selbst das, was du mir schreibst, was ich wortwörtlich schwarz auf weiß habe wird in Katastrophenspiralen mit eingewoben. Ich will doch nur klar sehen, ich will mir selbst endlich vertrauen. 

Und wirklich alle mit denen ich die letzten Tage und all meine Gefühle geteilt habe sagen mir wie sehr ich das verdiene und ich will es wirklich einfach nur endlich glauben. Ich will die Angst an den Haken hängen können, ich will mich bei ihr dafür bedanken wovor sie mich beschützt hat und ihr sagen, dass ich sie nicht mehr so dringend brauche. Dass ich doch mittlerweile erwachsen, nicht mehr ausgeliefert, nicht mehr machtlos bin. Ich will an mich glauben, an dich glauben, daran glauben, dass es eine Zukunft gibt für uns. Dass es jemanden gibt der mich nicht nur aushält sondern schätzt, dass ich jemandem all die Liebe geben kann die ich in mir trage. Dass ich mich verletzlich zeige und das nicht missbraucht wird. 

Ich zähle schon die Tage runter bis zu unserem nächsten Treffen und eine Angst macht sich in mir breit da so viel in so wenigen Tagen passieren kann. Das Gefühl komplett verdorben zu sein ist seit meiner Kindheit in der der Samen gepflanzt wurde stetig angewachsen, mein Inneres kommt mir komplett verdorben vor. Manchen Schmutz kann man nicht abwaschen. Egal was ich versucht habe, ich konnte ihn mir nie von der Haut kratzen. 

Sonntag, 19. April 2020

Hate Poem for my Stepfather

I'm tethered to my darkness
and I don't know which parts of it belong to me
and how much of you is still in me.

I never wanted you in my life, no less inside of me, but you came (in me) anyway
and you broke down doors and crushed all my hopes and dreams, annihilated all that I was supposed to be. Created this ravished ghost inside, an eternal reminder of what you did to me. (Was it me?) A ghost that is me. A ghost that haunts me even while awake. 
Sometimes it feels like all of my early life led up to you, preparing the perfect victim for your sick and twisted mind.
Like I was wearing a target mark instead of clothes size 7.
As if a Mulan themed nightgown was some sort of lingerie.
How far can you count at 8 or 9 years old? I can't remember. All you left is a big black hole in my biography, each memory of you hurts more than all the blades I used to slash my skin. Remembering is me walking over shards of glass.
I want you dead. I want to read your obituary in the newspaper and piss on your grave. I hate you. But I feel like parts of you will forever be on the inside of my ribcage where you forced yourself in and emptied me out. You made me believe I was a something rather than a someone. [...] You killed the me I was supposed to be. Your marks will forever be etched into my skin. You ripped out my heart all those years ago and I don't know what it is that's been pumping blood through my veins ever since. 
If you get lung cancer think of me. I want to be the poison in your blood, I want to suffocate you slowly, I want to watch you rot and cause you so much pain.
This is my hate and I love it. 
Hating you means putting the blame where it belongs.
Hating you means I get to realize that I did nothing wrong.   You did.

Samstag, 18. April 2020

Samstagabend 20 Uhr

ich spüre, dass du fehlst wie einen Bienenstich im Herzen.
süßes Gift fließt zäh wie Honig durch meine Venen,
es schmerzt wo du warst und nicht mehr bist
_____________________________

Ich trinke mein Frühstück um 19 Uhr und es ist eine Flasche Krombacher alkoholfrei. Ich bin den Tränen seltsam nah und weiß nicht genau wieso, ich fühle mich seit ein paar Tagen so komisch, die Leere versucht sich wieder zurück in mich zu schleichen und flacht alle Emotionen ab. Auch wenn ich das Gefühl habe, wenn jetzt irgendwas besonders gutes oder schlechtes passieren würde, zöge meine Laune komplett mit. Ich stehe also gewissermaßen auf des Messers Schneide, trinke mein Bier und warte darauf dass etwas passiert. Mit jeder Stunde die vergeht in der du mir nicht schreibst, frag ich mich öfter und ängstlicher ob sich in den letzten 7 Tagen nicht doch irgendwas verändert hat. Wie können in einem Menschen, in diesem kleinen Körper, so viele verschiedene und widersprüchliche Gedanken und Gefühle gefangen sein? Meine Nervenbahnen laufen heiß und drohen zu überhitzen denn alles in mir überschlägt sich und meine Gedanken entgleisen gleich wenn du dich nicht meldest. Ich weiß auch, dass es meine Verantwortung ist mich nicht verrückt zu machen aber ich bin emotional schreckhaft wie ein Reh. Und andauernd seh ich dieses Bild vor meinem inneren Auge, eine Sekunde lang blitzt ein Reh in der durch die Scheinwerfer erleuchteten Dunkelheit auf. Was kommt danach? Der Aufprall, zerbrochene Frontscheibe, Scherben, verkeiltes Metall, Notarzteinsatz? Oder kann es doch noch ausweichen? Schnell über die Leitplanke hüpfen und wieder in die schützende Dunkelheit des Waldes fliehen? 
Seit du mir am Dienstag geschrieben hast, dass du ab heute wieder in der Stadt bist habe ich mich daran festgehalten. Ich konnte so gut einschlafen zu der Vorstellung, dass du dich meldest und mich direkt bei dir haben willst. Aber es ist eben nur das: eine Vorstellung, ein Traum, vielleicht auch aktuell mein größter Wunsch. Und ich weiß wie doof und lächerlich es ist, doch gerade macht es mich so traurig dass du dich immer noch nicht gemeldet hast, nicht mal ein "hey, bin wieder in der Stadt" damit ich weiß dass du mir nah und sicher angekommen bist. Mein Schutzmechanismus greift jetzt schon und bereitet sich darauf vor wieder das Ruder in die Hand zu nehmen wenn du es dir mit mir doch nochmal anders überlegt hast, die Ängste wieder verletzt und liegen gelassen zu werden nehmen mich ein. Ich weiß was in mir passiert, ich denke du bist vielleicht noch auf dem Weg oder schon hier aber triffst dich mit Freunden oder bist anderweitig beschäftigt und denkst dir garnichts böses und nichtsdestotrotz zerfalle ich gerade zu einem Häufchen Elend und fühle mich unendlich allein gelassen. Zusätzlich gab es gestern ein Missverständnis mit einer sehr guten Freundin die mich seitdem ignoriert, was die ganzen tiefen Ängste überhaupt erst ausgelöst hat die sich nun auch wieder auf dich beziehen - denn es passt so gut. Es ist 19:50 Uhr und du hast immer noch nicht geschrieben. Vielleicht weiß ich ja doch warum es mir so seltsam geht, aber diese Erkenntnis bringt mich keinen Deut weiter, denn ich stehe immer noch auf der Klinge des Messers und weiß mir selbst nicht hier runter zu helfen. Meine Flasche ist leer, ich lasse sie fallen und es geht so tief in den Abgrund, dass ich den Aufprall und das Zersplittern kaum wahrnehmen kann. Das Echo durchfährt mich wie leichte elektrische Stöße und ich bete zu irgendeiner höheren Macht, dass du kommst und mir deine Hand reichst. Erlös mich von diesen Ängsten und zeig mir, dass sich nichts geändert hat. Entscheid dich für mich.

Montag, 13. April 2020

a lot of holes and a little healing

I.  I have lost count of all the men I slept with, and I didn't even sleep with all of them because they left right after. Like I was a buffet; they came by, used me and then took off not bothering what they left behind.  As if I was a car wreck, captivating at first but when you come closer you get sick from all the carnage.

II.  I was always good for the taking, a quick booty call after the girl he really liked gave him a pass or a one night stand when the party's over and all the pretty girls are already gone and I'm blackout drunk and feel so terribly alone.  I was a submissive heating device, soft lips that wanted to share so much but were quickly reduced to do the sucking, hands wherever they were needed,  holes -- so many holes.

III.  I was so scared and lost, trying to fill the hole without realizing that salvation wouldn't come in the shape of a penis.  or by being held in restless arms after being fucked by yet another guy who didn't see anything but holes in me. So many men have taken from this body, so many hands have traced these lines but none of them were yours.

IV.  You -- you make me feel seen.

V.  You touch me and it feels like it's the first time ever, I'm suddenly not 8 anymore and your hands don't remind me of my stepfather.
    You touch me and it's almost like my neurons are rewiring, finding new ways to understand the act of touching -- and it no longer translates to ache,
                                                     not if it's with you.


Donnerstag, 2. April 2020

At Dawn

Touch me
warm me up
           like the sun does when she cradles my skin.
     count the goosebumps I get
     when I realize you (touch) me and I don't
                                                          flinch

Freitag, 27. März 2020

Hallo, ich lebe noch // Hallo, ich will schon wieder sterben

Das Leben ist wie eine Achterbahnfahrt die du nicht machen wolltest.
Wie Forrest Gump schon sagte ist es auch wie eine Pralinenschachtel, denn du weißt tatsächlich nie was du bekommst.

Es gibt unendlich viele Metaphern, so viele Worte und doch reicht nichts davon aus um mein Inneres angemessen zu beschreiben. In letzter Zeit habe ich mich so oft gefühlt wie in einem Film, genauer gesagt wie in der Truman Show - habe darauf gewartet endlich die Stufen in den Himmel zu finden und damit auch den Ausgang zum Set. Das Empfinden hat sich mittlerweile zum Glück etwas gelegt - doch was dich angeht fühle ich mich immer noch wie in einem Traum gefangen. Ist das alles so passiert wie ich mich erinnere? Ist es überhaupt passiert?
Hast du wirklich lachend deinen Kopf an meine Schulter gelehnt und danach meine Hand genommen und unsere Finger miteinander verschränkt? Saßen wir am nächsten morgen wirklich Kaffee trinkend auf der Parkbank in der Sonne und haben uns geküsst, während du nach Schokolade schmecktest und ich nach Zigaretten? Hast du es wirklich erwidert, als ich meinte, dass ich mich gerade wie ein Teenager fühle? Hast du vor ein paar Tagen beim Verabschieden über FaceTime wirklich gesagt, dass es schön war mein Gesicht zu sehen und meine Stimme zu hören? Hast du mich heute morgen wirklich angerufen?
Es ist für mich sehr schwer nachzuvollziehen so gemocht zu werden, nicht weil du mich ficken und dann wieder fallen lassen willst, sondern weil du mich als Person schätzt und magst. Mich. Mich? Schwer begreifbar. Und ganz glaube ich auch noch nicht daran, dafür ist unser letztes Treffen zu viele Tage her. Auch wenn deine Anrufe und Nachrichten mir sehr viel bedeuten und mir ein kleines Gefühl von Sicherheit geben, da gibt es noch so viel was ich von dir wissen will und so viel von mir das du noch nicht kennst. Habe heute auch durch mein Tagebuch geblättert und bin über den Satz Zeit war nie so zäh wie warten drauf dich wiederzusehen (Prinz Pi - Du bist) gestolpert und nun. Es stimmt immer noch, oder eher wieder. Es kribbelt überall und mir wird leicht schwindelig wenn ich daran denke dir wieder nah zu sein, an deine flüchtigen Berührungen wenn ich in der Küche oder sonst wo im Weg rumstehe, deine Küsse, deine Blicke, deinen Witz und dein Lachen. Oder dass du mir wieder Klavier vorspielst und ich mich endlos darin verlieren könnte dabei zuzuschauen wie deine Hände über das Keyboard fliegen.

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Ich weiß schon nicht mehr wann ich den oberen text geschrieben habe, war es gestern? vor 5 Tagen? vor 2 Wochen? Zeit ist durch die Krise zu einem noch viel seltsameren Konzept für mich geworden. Die Tage verschwimmen miteinander, die Farben verlieren an Intensität und alles färbt sich grau.

We shouldn't have met up last week
I wish you still were just my dream
just my dream

Denn hätten wir uns nicht gesehen wüsste ich nicht wie sicher du dich anfühlst und wie leicht alles mit dir scheint.

Du bist der einzige mit dem ich gerade reden will, die einzige Stimme die ich hören will, der einzige auf dem Display aufblitzende Name der mich glücklich macht. Aber ich habe zu viel davon den ganzen Tag auf mein Handy zu starren, mich daran zu klammern wie an die letzten Stücke Treibholz die vom untergegangenen Boot übrig geblieben sind. Das Display ist die Grenze die uns trennt und diese Erkenntnis werde ich gerade nicht mehr los. Die Distanz macht mich krank. Ich habe das letzte Mal vor 10 Tagen jemanden berührt. Dich berührt. Und die Erinnerung verblasst und ich werde von meinen Ängsten überfallen und frage mich ob ich genug Zeit hatte mich in dein Herz zu schleichen bevor ich wieder in mich zusammenfalle und mich einfach nur noch wimmernd an dich klammern will. Ich brauche niemanden der mich repariert, ich bin schon ganz so wie ich bin, ich brauche jemanden der bleibt und mich festhält wenn ich falle. Catch me if you can. Oder catch me if you want to. Aber was wenn nicht? Was ist, wenn du wiederkommst und mich nicht mehr sehen willst weil ich dich mit meinem zu-viel-sein schon verjagt habe? Ich will dich auch nicht nochmal fragen wann du wiederkommst - denn beim letzten Mal hast du schon gesagt dass du mich auf dem Laufenden hältst.

Ich wär so gerne Grund genug für dich zurückzukommen. (on repeat)

Habe dir von Tag zu Tag weniger zu erzählen wenn du dich Abends meldest um von deinem Tag zu erzählen, denn du hast in R gerade ein Leben und ich bin hier in K gefangen in mir selbst. Heute könnte ich dir erzählen wie ich mit meiner Betreuerin mit Mundschutz und 2 Meter Abstand im Park in der Sonne saß und wie sehr ich geweint habe nachdem sie gegangen war. Dass es mich fertig macht umgeben von Menschen zu sein und doch so allein. Ich könnte dir erzählen dass ich danach weinend im Bett lag und 2 Novaminsulfon auf leeren Magen genommen habe in der Hoffnung dass sie die Kopfschmerzen beenden und mich endlich betäuben. (Hat übrigens nicht funktioniert)
Aber gerade weiß ich nicht ob ich dir überhaupt irgendwas davon erzählen soll, deswegen schreibe ich es lieber auf. Ich fließe auf Papier und Display's, schreie in die Leere und erwarte trotzdem eine Antwort.
Ich presse mein Handy an meine Brust und denke ganz fest an dich, in der kindischen Hoffnung dass du es merkst und auch an mich denkst. Wünsche mir nichts mehr als dass du die Person bist die mich sieht und trotzdem bleibt.
Bitte komm zurück.

Donnerstag, 8. März 2018

Problematik

1. Emotionaler Rückzug von therapeutischer Beziehung, da es zu gefährlich erscheint jemandem weiterhin so sehr zu vertrauen/ sich auf jemanden zu verlassen der "nicht mehr für mich da ist"

2. Es fühlt sich an als sei meine Problematik nicht schlimm genug, sonst würde die Krankenkasse weiterhin Therapie bewilligen.

3. Darauf folgend: Gedanken/ Gefühle des allein gelassen werdens, "egal/ nicht wichtig" zu sein (Kleine). Selbsthass/ Drang zur Selbstzerstörung um mir a) Schaden zuzufügen und b) therapeutische Unterstützung zu erzwingen (Teenagerin) (Trotz!!!!)
Starke Spaltung/ Schwankung zwischen Teenagerin und Gesunder Erwachsener

4. (Unabhängig davon?) Extremer Fokus auf Trauma, Teenagerin schreit nach triggern damit es mir schlechter geht, Erwachsene kann noch einigermaßen gut standhalten wird allerdings schwächer

Ich fühle mich immer noch komisch und leer
Zweifle daran, dass es jemals besser wird
Durch quasi Therapiepause stell ich meine ganzen positiven Gedanken/ Ziele/ Entwicklungen in Frage. Wofür versuchen wenn es am Ende doch nicht mehr schlimm genug ist um Unterstützung zu bekommen?
"Ich werde das alles eh nicht schaffen"
"Warum versuchen wenn mir mein Leben immer wieder Steine in den Weg legt?"
"Ich bin nicht stark!!!!! Warum sieht nie jemand wie schwach ich eigentlich bin und wie schlecht es mir geht?"
"Keiner versteht mich wirklich"
"Niemand nimmt mich und meine Probleme ernst"


Eintrag in mein Tagebuch. Dokumentation von Gefühls-/ Gedankenprozessen als Reaktion darauf, dass mir die Krankenkasse vorerst keine weiteren Therapiestunden bewilligt. Meine Therapeutin versucht zu beantragen mich 3 mal im Quartal sehen zu können.
(Ich habe jedoch die Befürchtung irgendwann die Kontrolle ganz zu verlieren und mir etwas anzutun)

Dienstag, 21. November 2017

core beliefs

Manchmal fühle ich mich wie in einem dieser Filme, wo jemand stirbt es aber nicht weiß und dann umherirrt und nach Hilfe fragt doch die Leute laufen einfach nur durch. Es hört mich keiner und niemand schaut richtig hin während ich innerlich zu Grunde gehe. Ich fühle mich so unbedeutend, dass es mir den Atem raubt.

Montag, 8. Mai 2017

Flashbackmonday

War das das erste Mal? War das vielleicht wie alles angefangen hat? Nur anfassen. Hart. Wo ich bin weiß ich nicht, aber da steht ein kleines Mädchen und ein Monster im Bad.
Das war bestimmt nur ein schlechter Traum.
Ich habe Angst nachts zur Toilette zu gehen, mache lieber ins Bett und schlafe in der eigenen Pisse. Ich hatte schon wieder einen Alptraum Mama. Unter der Bettdecke mache ich mich ganz klein und kauer mich an die Wand, vorher arrangiere ich das restliche Plümmo so, dass es aussieht als würde ich weiter mittig schlafen. Falls nachts ein Einbrecher kommt und versucht mich zu erstechen.

Die Angst krallt sich mit ihren eiskalten Fingern in mein Herz, und ich glaube nicht, dass sie die Absicht hat so bald loszulassen. Nach anderthalb Stunden Panikzustand und Körpererinnerungen kamen nun die Bilder. Und jetzt? Dissoziiert. Aber immer noch Herzrasen und komische Gefühle an Stellen, die ich mir am liebsten abschneiden würde. Bier auf leeren Magen soll mich taub machen. Vielleicht noch eine Schmerztablette um gar nichts mehr zu spüren und die Stunden bis zur nächsten Therapiestunde zählen. Uni kann ich mir heute auch abschminken. Es muss doch irgendwas helfen gegen all die Angst und all die Schmerzen? Wie hören die Körpererinnerungen wieder auf? Ich will das alles nicht sehen bitte bitte bitte mach dass es aufhört
Es tut so weh und keine Worte der Welt könnten das beschreiben was in mir vorgeht. Ich fühle mich nicht als hätte ich überlebt. Meine Seele wurde mir damals ausgerissen, anscheinend in dem Bad in der Wohnung die mein zu Hause sein sollte. Ein Platz an dem Kinder sich sicher und wohl fühlen sollten. Ich wohne immer noch hier. Muss hier raus

Freitag, 5. Mai 2017

Umstieg

Uff. So. Nun habe ich wieder das Lenkrad in der Hand und sitze nicht mehr bloß auf dem Beifahrersitz und greife zwischendurch das Lenkrad wenn wir kurz vorm Tod stehen.
Die letzte Woche erscheint mir wie ein Traum, alles ist irgendwie in Neben eingehüllt.
Heute hatte ich Doppelstunde Therapie und nach anderthalb Stunden hat meine Therapeutin es geschafft mich wieder nach draußen zu holen und ich hab das erste Mal mit der Teenagerin gesprochen. Bei ihr ist es viel schwieriger einzuschätzen wann sie draußen ist, das muss ich aufjedenfall noch lernen damit das nicht wieder so außer Kontrolle gerät. Sie weiß leider nicht wie sie anders ihre Gefühle ausdrücken kann, deswegen ist sie so extrem depressiv, wütend, selbstzerstörerisch und suizidal. Aber sie will eigentlich nur auch beachtet werden, sie will dass ich weiß, dass sie auch Schmerzen hat. Kann ich auch verstehen, irgendwo. Über die ganzen neuen Schnitte ärgere ich mich aber doch ziemlich, da konnte ich aber anscheinend leider nicht eingreifen. Ich (und meine Therapeutin auch) frage mich aber, wieso sie plötzlich so extrem aktiv geworden ist. Es ist nichts wirklich passiert was das hätte triggern können. Das einzige was mir logisch erscheint, ist, dass es mit der Jahreszeit zu tun hat. Mai/Juni waren bisher immer die schlimmsten Monate. Könnte mir vorstellen, dass im Mai irgendwas besonders schlimmes passiert ist was Innen die ganze Aufruhr jetzt ausgelöst hat.

Ich für meinen Teil (lol) bin total erledigt, habe Kopfschmerzen und bin noch immer ein bisschen überfordert. Gerade habe ich wenigstens was gutes "gefrühstückt", nämlich Müsli mit Banane, Zimt, Milch und Agavendicksaft (klingt ekliger als es schmeckt), mal wieder meine Eisentablette genommen und gleich werde ich mich nochmal hinlegen.

Meine Therapeutin (für die ich so unglaublich dankbar bin, sie ist die beste) hat mir gesagt, dass sie versucht bald einen Termin bei einer guten Psychiaterin für mich zu machen damit ich endlich mal Medikamente bekomme die mir wirklich helfen, denn "so ist das gerade kein Zustand". Sie wird dann allerdings mit mir üben müssen was ich der Psychiaterin sage, weil ich sonst wahrscheinlich alles runterspiele und so tue als wären Medikamente nicht nötig. Unser nächster Termin ist in einer Woche, aber wenns die nächsten Tage wieder schlimm wird kann ich auch Dienstag kommen. In der Hinsicht hab ich dann wenigstens schonmal Unterstützung wenn ich sie brauche. Meine Therapeutin sagt immer, dass man sich an dieses Ding mit den Anteilen irgendwann gewöhnt aber... es kommt mir doch noch wie ein ewig langer Weg vor. Jetzt für den Moment bin ich erstmal froh wieder komplett draußen zu sein und die Kontrolle zurückzuhaben.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Nein, ich springe nicht vor den Zug

30 Minuten hab ichs in der Uni ausgehalten! Und mir quasi selbst den Stempel "Opfer" gegeben, jetzt idt eh alles egal. Werde mich nächste Woche wieder abmelden.

Das Seminar heißt "Professionalisierung in der person" und ich habe mich eigentlich drauf gefreut und nicht erwartet, dass es dort Trigger geben könnte. Ja. Mal wieder geirrt.

Ein Kommilitone arbeitet in einem Wohnheim für psychisch Kranke und wollte ein Beispiel zum Thema bringen. Was ist das Beispiel? Ein pädophiler Mehrfachtäter, an die 50/60 hat er wohl vergewaltigt. Mehr hab ich nicht gehört, es hat angefangen in meinen Ohren zu rauschen und "warum ist der nicht im Gefängnis?" kam aus meinem Mund. "Weil er psychisch krank ist" war die Antwort. Alles in mir hat gebrannt, mein ganzer Körper hat gebebt und ich musste raus. Einfach nur weg.
Wieso hat der Täter die Chance auf ein normales Leben? Wieso bekommt er Unterstützung bei alltäglichen Sachen? Wenn er so vielen ihr Leben geraubt hat?
Ich könnte so viel mehr sein wenn das alles nicht passiert wäre. Meine Seele ist wortwörtlich zerbrochen durch das, was mir angetan wurde. Ich werde NIE ein ganz normales Leben führen können. Niemals. Wieso gibt es keine Konsequenzen?
Ich werde das für immer mit mir rumtragen.

Am Bahnhof bin ich dann beinahe explodiert und musste mein Handgelenk als Aschenbecher benutzen, weil ich sonst für nichts hätte garantieren können. Mindestens 2m Abstand zwischen Gleisbett und mir, weiß nicht ob ich sonst nicht einfach einen Schritt gemacht hätte.

Kopfgefickt

Vor 12 Uhr Mittags Weinschorle auf leeren Magen trinken um die Angst vor der Angst zu betäuben. Ich wollte nie so sein, aber es geht gerade nicht anders. Ich muss mich in diesem Seminar einschreiben. Obwohl ich mir zurzeit echt unsicher bin ob ich nicht vielleicht doch in die Klinik muss. Ich werde bald wahrscheinlich eh neue Medikamente bekommen weil a) meine Blutwerte komplett im Arsch sind, b) die Dosis die ich nehme lächerlich ist und eh nicht hilft und c) meine Symptomatik komplett anders ist als vor 4 Jahren. Zurzeit ist es echt so schlimm wie lange nicht mehr. Vielleicht liegt es auch an dem Monat Mai, der ist irgendwie verflucht in meinem Leben. Ich wünschte ich wär damals verreckt. Gleich muss ich losgehen und ich bekomme jetzt schon Angst. Es kribbelt und ich weiß nicht ob es eine Körpererinnerung oder Panikattacke (oder beides) ist, alles in mir schreit danach einfach die Wohnung nicht zu verlassen aber ich muss. Ich muss auch noch den neuen Bafög Antrag stellen, ich muss Bewerbungen für das Praktikum rausschicken, ich muss Leuten absagen mit denen ich eventuell eine WG eröffnen wollte weil ich psychisch gerade ein extremes Wrack bin. 3. oder 4. Weinglas geleert. Verband um den Arm gemacht. Jetzt Zähne putzen und dann auf in die Schlacht

Mittwoch, 3. Mai 2017

I wish I was more than this walking tragedy

"Liebe Frau X, in 2 Tagen sehen wir uns zum Glück und werden bestimmt wieder was erreichen! Passen Sie gut auf sich auf! LG"

Danke für die Unterstützung. Hab jetzt schon das Bedürfnis von ner Brücke zu springen, aber klar, ich schaff das schon bis Freitag.

"Passen Sie gut auf sich auf!" Nein. Ich habs satt. Ich will nicht mehr auf mich aufpassen. Irgendwann reichts. Wieso passt nie jemand auf mich auf? Wieso werde ich immer im Stich gelassen, von den Leuten denen ich vertraue? Wenn sich nicht einmal mehr meine Therapeutin um mich schert, wer ist mir dann noch geblieben?
Es gibt niemanden hier der mich versteht. Niemanden, mit dem ich ehrlich reden kann. Ich lüge so viel, manchmal vergesse ich schon beinahe was jetzt überhaupt noch wahr ist. Die Lügentürme um mich herum sind mittlerweile so riesig geworden und ich befürchte ernsthaft, dass sie bald einstürzen werden.

Man wirds kaum glauben, aber irgendwann kann selbst ich nicht mehr. Aber wie immer sieht es keiner. Niemand sieht den ganzen Schmerz, doch wieso wundere ich mich überhaupt noch? Es war doch nie anders. Nichts wird jemals besser, und wenn die Zeit irgendwas geändert hat, dann ist es dass sie die Wunden nur noch weiter aufgerissen hat; das einzige was ich mir mittlerweile wünsche ist endlich am Blutverlust zu sterben.

I am the shape you made me. Filth teaches filth.

"dann redet er von Geheimnissen nachts,
alles woran ich glaubte rinnt an meinen Beinen hinab"

Ich habe Angst im Zug wieder eine Panikattacke zu bekommen. Ich will dass die Gedanken aufhören. Ich will dass mein kopf endlich leise ist. Es schreit in mir, und die Kleine weint und es ist einfach so grauenvoll alles. Ich habe Angst, dass im Seminar was triggerndes gesagt werden könnte. Die Angst krallt sich mit ihren schwarzen Händen um mein Herz und lässt mich erzittern. Allein bei dem Gedanken rauszugehen fängt mein Herz an in doppelter Geschwindigkeit zu schlagen.

Ich kann es nicht etragen. Die Wahrheit. Ich will dass es wieder weg geht, im Nebel verschwindet. Niemals werde ich darüber hinwegkommen. Niemals. Meine Seele ist zerbrochen, und es schreit und weint und der Schmerz ist unerträglich. Ich will mich einrollen und mit meinem Teddy im Bett liegen und alles alles alles vergessen. Ich will mich so klein machen dass ich verschwinde. Ich will nicht alle blöden erwachsenen-sachen machen müssen, wenn ich gerade wieder 8 bin und hilflos einem Monster ausgeliefert bin. Und an all die anderen Monster will ich erst recht nicht denken.
Wie weit kann man mit 8 zählen?
Was ist, wenn das Monster nicht nur Monster ist?

Dienstag, 2. Mai 2017

TRIGGERWARNING sex. missbrauch, bitte nicht lesen wenn ihr leicht getriggert werdet. Es tut mir leid für die harten Worte, aber ich kann es nicht beschönigen.

Wie kann es sein, dass ein Mensch ohne Wert geboren wird?
Wieso war ich nie wertvoll genug, dass jemand etwas gemerkt hat? Wie kann es sein, dass ich vergewaltigt und missbraucht wurde und niemand etwas gemerkt hat? Nichtmal meine Mutter. Wieso hat sie mich nicht beschützt? Ich war doch noch so klein. Einfach rumzukriegen. Das perfekte Opfer.
Wenn das einzige was man will, eine intakte "normale" Familie ist, scheint es auch ok zu sein von der Vaterfigur missbraucht zu werden, oder? Meine Mama ist glücklich mit ihm!!!! Alles ist gut. Dank der Dissoziation habe ich eh keinen Missbrauch erlebt, leider wandert nun das Kind, dass all die Erinnerungen trägt seit Jahren verloren in mir umher. Manchmal ist es seltsam, wenn die Grenzen verschwimmen zwischen dem was man selbst erlebt hat und all den Dingen die der dissoziierte Anteil trägt. Theoretisch zu wissen, dass es einem passiert ist, ändert nicht das Gefühl dass es jemand anders ist. Wenn man von oben herab auf ein kleines Mädchen schaut welches auf bestialische Art und Weise missbraucht wird ist es zwar unangenehm, aber man kann eben wegschauen. Die Augen zu machen und nach Innen verschwinden. Der Dreck und die Scham die an mir klebt werden niemals verschwinden. Scheinbar gab es keine Grenzen bei dem was ihr angetan wurde.
Es ist hell. Es ist so unglaublich hell, man kann kaum was sehen. Weiße Fliesen überall. Auf allen Vieren, nackt. Ketten. Er wedelt mit einem Polaroid Foto und lacht. Cut.
Ein Loch in einer Wand aus Pappe oder Ähnlichem. Ein Mund. Auf Knien. Männer. Ich bin noch zu klein um so weit zu zählen. Cut. Bitte, wenn es einen Gott gibt, bitte bitte bitte mach dass es aufhört. Mach dass es aufhört weh zu tun. Hilf mir das alles wieder zu vergessen. Ich komm nicht voran. Meine Vergangenheit verschlingt mich.

Montag, 22. August 2016

22082016

Schaffe es nicht mich für irgendwas aufzuraffen. Ich will mit keinem reden und mich am liebsten vergraben, irgendwo wo ich nie gefunden werde. Innerlich schreit es nach Zuwendung aber ich stoße jeden weg der versucht mir zu helfen oder nett zu mir zu sein. Es interessiert sich im Endeffekt sowieso keiner dafür, wies mir geht. Das hab ich am Wochenende wieder bemerkt, was dann wahrscheinlich auch das Gefühl der Einsamkeit und des Allein-seins so extrem hat werden lassen, dass ich nicht mehr aufhören könnte zu weinen. Ich wünschte ich wäre einer dieser Menschen, die aktiv Leute dazu bringen können, dass sie sich um sie kümmern. Zum Beispiel Schnitte nicht verstecken oder einfach rumheulen. Tut mir leid wenn das hart klingt, aber irgendwo in mir hab ich so eine Wut gegenüber Menschen die das tun. Wahrscheinlich weil ich eifersüchtig bin, dass ich es nicht tue. Aber um ehrlich zu sein, kann ich mich an keine Zeit erinnern (lol) wo ich mich an jemanden mit meinen Problemen gewandt hätte. Außer damals dann mit 17.
Ich spüre, dass der Wunsch dass sich jemand von sich aus (ich glaube das ist das wichtigste an dem ganzen Spektakel) für mich interessiert und sich um mich kümmern will so riesig ist, dass es mich überwältigt. Am Wochenende war ich auf einer Party, die ganze Nacht speed gezogen und Alkohol getrunken und 2 Typen waren wirklich interessiert an mir meinem Körper und ich habe es so genossen. Geflirtet aber nichts weiter. Es hat Spaß gemacht, in der Nacht ging es mir wirklich gut. Es war schön die Kontrolle bei der ganzen Nummer zu haben. Ich fühl mich... wie ein wandelndes Paradoxon. Einerseits glaube ich, dass ich einen Herzinfarkt bekommen würde wenn ich einen Penis sehe und in der anderen Nacht muss ich mich davon abhalten, mit dem nächstbesten Kerl ins Bett zu springen weil es in meinem Kopf logisch ist, damit die Leere zu stopfen. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich das letzte Mal als ich Sex mit nem Kerl hatte relativ stark dissoziiert war und ich sowieso keine Ahnung habe wieso ich mich von jedem bumsen lasse der mir nur für einige Sekunden das Gefühl gibt geliebt oder gewollt zu werden.

Sonntag, 21. August 2016

Weinen und nicht mehr aufhören können

Mir fehlen die Worte. Es hört einfach nicht auf.

Mittwoch, 17. August 2016

Von der Leere und Löchern

Diese Leere die mich ausfüllt ist überwältigend. Wahrscheinlich ist es die Depression die wieder stärker wird, aber selbst das zu wissen ändert nichts daran, dass dieses Gefühl unglaublich schwer auszuhalten ist. Ich versuche mich davon abzuhalten, risikoreiche Dinge zu tun um diese Leere zu vertreiben. Aber es ist schwer. Ich weiß, dass es mich nicht wieder ganz macht wenn ich mit irgendwelchen Typen schlafe die sich ein bisschen für mich interessieren (eher das Gegenteil), aber irgendwie ist es meine Art die Zuneigung zu erwidern, denn mehr als meinen Körper wollte bisher keiner. Nur scheine ich mich damit abgefunden zu haben und, wie in letzter Zeit alles, ist mir auch das egal. Es ist als wäre ein riesiges Loch in meinem Bauch, ich höre den Wind pfeifen und weiß, dass irgendetwas fehlt. Ich weiß bloß nicht was, und wie ich dieses Loch stopfen könnte.

Donnerstag, 11. August 2016

sichtbar sein ist scheiße

Ich denke er will mich nach dem Weg fragen und ziehe meine neuen Kopfhörer von den Ohren "Kommst du aus diesem Stadtteil?" "Ja" sage ich. "Ich hab dich hier schon zweimal gesehen" (Panik bricht in mir aus, alles schreit nach rennen so schnell mich meine Beine tragen können) "und wollte dir sagen, dass du immer ziemlich gut aussiehst" (ich will sterben) "Magst du gothic?" "ehm" stammle ich "Ich sehe dich immer nur alleine. Hast du einen Freund?" "Nein" (Wieso antwortest du immer noch, renn verdammt nochmal weg und halt deine dumme Fresse) "Ich bin schwul also keine Sorge" sagt er und zeigt mir seine korall lackierten Fingernägel (RENN. WEG.) "Bist du Einzelgängerin?" An das Ende des Gesprächs kann ich mich nicht wirklich erinnern. Panisch krame ich in meiner Innentasche nach meinem Pfefferspray und umklammere es zitternd in meiner Jackentasche. (Gänsehaut bildet sich auf meinem Rücken und mein Herz brennt. Überall Männer. Wieso starren mich alle an. Ich will unsichtbar sein.) Wie mechanisch laufe ich nach Hause, den Blick auf den Boden geheftet während es sich so anfühlt als wär mein Herz mir 3 Meter voraus. Ich beschließe die nächsten Tage nicht die Wohnung zu verlassen.

Dienstag, 9. August 2016

Gesicht. Beton. Immer und immer wieder.

Ich will mir den Arm aufschlitzen und mich im Nicht-Essen verlieren. Mir ist schon seit längerem bewusst, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin. Auf Scheiße folgt in meinem Leben nur noch mehr Scheiße. Jahrelang. Kein Wunder, dass ich so ein Wrack bin. Diese Welt scheint es nicht gut mit mir zu meinen. Ich will schlechtes Wetter und mich Nacht für Nacht aufschneiden und verschwinden und am Ende versteht mich hier sowieso niemand. "Du musst aufhören dir einzureden, dass es dir schlecht geht" "Inka, chill doch einfach mal" Ich hab keine Lust mehr die Verständnisvolle zu sein, ich hab keinen Bock mehr. Dann lasst mich doch alle einfach nur in Ruhe wenn ihr keine Lust mehr auf mich habt. Ich könnt einfach nur kotzen wenn ich an dieses scheiß gegrinse denke wenn sie mich fragen, wie es mir geht- "MIR SCHEINT DIE SONNE AUSM ARSCH, KANNST DUS DENN NICHT SEHEN?"- Aber mit wem soll ich reden. Wem könnte ich jemals irgendwas von dem erzählen, was in mir los ist. Was passiert ist. Es ist zu viel. Viel zu viel. Und ich kann nicht mehr. Dieses verfickte Scheißleben ist ein riesengroßer Scherbenhaufen. Und bei jedem Versuch es irgendwie wieder zusammenzuflicken schneid ich mich an ner Scherbe, lass sie fallen und sie zerbricht nochmal. Es ist nicht wieder ganz zu bekommen. Scherben über Scherben und jedes einzelne Scherbenstück dieses Lebens tut weh. Es tut so weh alles.