1. Emotionaler Rückzug von therapeutischer Beziehung, da es zu gefährlich erscheint jemandem weiterhin so sehr zu vertrauen/ sich auf jemanden zu verlassen der "nicht mehr für mich da ist"
2. Es fühlt sich an als sei meine Problematik nicht schlimm genug, sonst würde die Krankenkasse weiterhin Therapie bewilligen.
3. Darauf folgend: Gedanken/ Gefühle des allein gelassen werdens, "egal/ nicht wichtig" zu sein (Kleine). Selbsthass/ Drang zur Selbstzerstörung um mir a) Schaden zuzufügen und b) therapeutische Unterstützung zu erzwingen (Teenagerin) (Trotz!!!!)
Starke Spaltung/ Schwankung zwischen Teenagerin und Gesunder Erwachsener
4. (Unabhängig davon?) Extremer Fokus auf Trauma, Teenagerin schreit nach triggern damit es mir schlechter geht, Erwachsene kann noch einigermaßen gut standhalten wird allerdings schwächer
Ich fühle mich immer noch komisch und leer
Zweifle daran, dass es jemals besser wird
Durch quasi Therapiepause stell ich meine ganzen positiven Gedanken/ Ziele/ Entwicklungen in Frage. Wofür versuchen wenn es am Ende doch nicht mehr schlimm genug ist um Unterstützung zu bekommen?
"Ich werde das alles eh nicht schaffen"
"Warum versuchen wenn mir mein Leben immer wieder Steine in den Weg legt?"
"Ich bin nicht stark!!!!! Warum sieht nie jemand wie schwach ich eigentlich bin und wie schlecht es mir geht?"
"Keiner versteht mich wirklich"
"Niemand nimmt mich und meine Probleme ernst"
Eintrag in mein Tagebuch. Dokumentation von Gefühls-/ Gedankenprozessen als Reaktion darauf, dass mir die Krankenkasse vorerst keine weiteren Therapiestunden bewilligt. Meine Therapeutin versucht zu beantragen mich 3 mal im Quartal sehen zu können.
(Ich habe jedoch die Befürchtung irgendwann die Kontrolle ganz zu verlieren und mir etwas anzutun)
Liebe Inka,
AntwortenLöschenich weiß, es verändert nichts, wenn ich dir eine Nachricht schreibe, denn es sind nur weitere von unzähligen Buchstaben, die durch das World Wide Web umherirren, doch trotzdem möchte ich dir mitteilen, dass immer noch jemand auf der anderen Seite deines Blogs sitzt und gespannt dem nächsten Kapitel deiner Geschichte lauscht.
Auch wenn ich nicht weiß, wo du gerade sein magst, habe ich das Gefühl, dich beim Erwachsenwerden zu begleiten. Ich schaue deinem Leben seit meiner Tumblr-Zeit vor mehreren Jahren immer noch interessiert zu, auch wenn ich dieses Hobby schon lange beiseite gelegt habe.
Ich scheine zeitgleich mit dir die Schule beendet und ein Studium begonnen zu haben, daher kann ich die zusätzlichen Erwachsenenprobleme sehr nachvollziehen.
Auch wenn wir uns wohl nie begegnet sein mögen, habe ich das Gefühl, dich trotzdem zu kennen. Durch deine Geschichten konnte ich auch aus weiter Entfernung jede Emotion spüren: Schmerz, Trauer, Leere, Angst, Wut, Hass, aber auch Liebe und den seltsamen Schmerz des Loslassen eben dieser.
Obwohl ich an vielen deiner Situationen Anteil genommen habe, werde ich niemals wissen, wie genau du dich jemals gefühlt hast oder fühlst.
Da wir uns wohl niemals begegnen werden, wollte ich dir also einmal schreiben. Ich wünsche dir das Beste, was das Leben zu bieten hat, auch wenn du jahrelang dafür kämpfen musstest und es immer noch tust. Ich halte dich für den stärksten Menschen auf der Welt, für das, was durchgestanden hast und dass du immer noch fest stehen bleibst, auch wenn es wieder schwierig wird.
Nur das Beste
Sina