*TRIGGERWARNUNG*

Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.

Samstag, 18. April 2020

Samstagabend 20 Uhr

ich spüre, dass du fehlst wie einen Bienenstich im Herzen.
süßes Gift fließt zäh wie Honig durch meine Venen,
es schmerzt wo du warst und nicht mehr bist
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Ich trinke mein Frühstück um 19 Uhr und es ist eine Flasche Krombacher alkoholfrei. Ich bin den Tränen seltsam nah und weiß nicht genau wieso, ich fühle mich seit ein paar Tagen so komisch, die Leere versucht sich wieder zurück in mich zu schleichen und flacht alle Emotionen ab. Auch wenn ich das Gefühl habe, wenn jetzt irgendwas besonders gutes oder schlechtes passieren würde, zöge meine Laune komplett mit. Ich stehe also gewissermaßen auf des Messers Schneide, trinke mein Bier und warte darauf dass etwas passiert. Mit jeder Stunde die vergeht in der du mir nicht schreibst, frag ich mich öfter und ängstlicher ob sich in den letzten 7 Tagen nicht doch irgendwas verändert hat. Wie können in einem Menschen, in diesem kleinen Körper, so viele verschiedene und widersprüchliche Gedanken und Gefühle gefangen sein? Meine Nervenbahnen laufen heiß und drohen zu überhitzen denn alles in mir überschlägt sich und meine Gedanken entgleisen gleich wenn du dich nicht meldest. Ich weiß auch, dass es meine Verantwortung ist mich nicht verrückt zu machen aber ich bin emotional schreckhaft wie ein Reh. Und andauernd seh ich dieses Bild vor meinem inneren Auge, eine Sekunde lang blitzt ein Reh in der durch die Scheinwerfer erleuchteten Dunkelheit auf. Was kommt danach? Der Aufprall, zerbrochene Frontscheibe, Scherben, verkeiltes Metall, Notarzteinsatz? Oder kann es doch noch ausweichen? Schnell über die Leitplanke hüpfen und wieder in die schützende Dunkelheit des Waldes fliehen? 
Seit du mir am Dienstag geschrieben hast, dass du ab heute wieder in der Stadt bist habe ich mich daran festgehalten. Ich konnte so gut einschlafen zu der Vorstellung, dass du dich meldest und mich direkt bei dir haben willst. Aber es ist eben nur das: eine Vorstellung, ein Traum, vielleicht auch aktuell mein größter Wunsch. Und ich weiß wie doof und lächerlich es ist, doch gerade macht es mich so traurig dass du dich immer noch nicht gemeldet hast, nicht mal ein "hey, bin wieder in der Stadt" damit ich weiß dass du mir nah und sicher angekommen bist. Mein Schutzmechanismus greift jetzt schon und bereitet sich darauf vor wieder das Ruder in die Hand zu nehmen wenn du es dir mit mir doch nochmal anders überlegt hast, die Ängste wieder verletzt und liegen gelassen zu werden nehmen mich ein. Ich weiß was in mir passiert, ich denke du bist vielleicht noch auf dem Weg oder schon hier aber triffst dich mit Freunden oder bist anderweitig beschäftigt und denkst dir garnichts böses und nichtsdestotrotz zerfalle ich gerade zu einem Häufchen Elend und fühle mich unendlich allein gelassen. Zusätzlich gab es gestern ein Missverständnis mit einer sehr guten Freundin die mich seitdem ignoriert, was die ganzen tiefen Ängste überhaupt erst ausgelöst hat die sich nun auch wieder auf dich beziehen - denn es passt so gut. Es ist 19:50 Uhr und du hast immer noch nicht geschrieben. Vielleicht weiß ich ja doch warum es mir so seltsam geht, aber diese Erkenntnis bringt mich keinen Deut weiter, denn ich stehe immer noch auf der Klinge des Messers und weiß mir selbst nicht hier runter zu helfen. Meine Flasche ist leer, ich lasse sie fallen und es geht so tief in den Abgrund, dass ich den Aufprall und das Zersplittern kaum wahrnehmen kann. Das Echo durchfährt mich wie leichte elektrische Stöße und ich bete zu irgendeiner höheren Macht, dass du kommst und mir deine Hand reichst. Erlös mich von diesen Ängsten und zeig mir, dass sich nichts geändert hat. Entscheid dich für mich.

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