*TRIGGERWARNUNG*
Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.
Montag, 14. März 2016
Ich hätte vermutlich mit jemandem drum wetten sollen dass die Flashbacks etc wieder kommen sobald ich wieder mit dem Thema Trauma konfrontiert werde. Ich war gestern schon den ganzen Tag sehr unruhig und abends hatte ich dann einen Flashback der mich nachdem die Bilder verschwunden waren für ein paar Minuten körperlich gelähmt hat. Die Nacht hab ich dann 3 Stunden im Halbschlaf verbracht. Duschen erweist sich als ziemlich unangenehm und heute musste dann die Innenseite meiner Oberschenkel dran glauben, in der Hoffnung nie wieder die Berührungen zu spüren. Außerdem macht schneiden den Körper taub genau so wie nichts essen und das sind beides Dinge die die Flashbacks aushaltbarer machen. In 9 Tagen habe ich den nächsten Termin bei der neuen Therapeutin, ich hoffe das wird etwas angenehmer als letzte Woche. Wahrscheinlich bringt es auch der Therapie mehr wenn ich wieder tiefer in den Sumpf rutsche, aber das hatte ich mir auch schon gedacht. Also dass es so passieren würde. Naja, mal sehen wie sich alles noch entwickelt. Studium fängt am 4.4. wieder an und ich bin jetzt schon gestresst. Vielleicht bin ich auch einfach nicht zum leben gemacht.
Freitag, 11. März 2016
11032016
Ist jetzt schon wieder was her, dass ich geschrieben habe.
Heute hatte ich das Erstgespräch bei der neuen Therapeutin. Es war wirklich seltsam nach 3 Jahren mit jemand anderem über alles zu reden. Ich bin schlecht bei ersten Eindrücken. Und ich bin auch schlecht darin, mich zu öffnen. Und ich hab Angst, dass sie denkt, dass es mir zurzeit nicht schlecht genug dafür geht, dass ich die Trauma Therapie anfangen kann. Zurzeit gehts mir auch wirklich ok, ich fühl mich die meiste Zeit bloß etwas neben mir aber so kann ich einigermaßen leben und Flashbacks hatte ich seit ein paar Wochen nicht mehr. Was mich irgendwie beunruhigt. Nicht, weil es gut oder schön ist, Flashbacks zu haben sondern weil es alle Zweifel wieder hochkommen lässt. Ist mir überhaupt etwas passiert? Meiner alten Therapeutin konnte ich in den letzten Wochen aber mehr über die Situation schildern und sie wird sich mit der neuen Therapeutin austauschen, ich denke das wird die nächste Sitzung leichter machen.
Ich bin wie ein funktionierender Junkie. Nur, dass ich keine Drogen nehme sondern eben psychisch krank bin und trotzdem meistens funktioniere. Ach, keine Ahnung. Mir fällt es so schwer zu erzählen wie ich mich wirklich fühle weil ich immer versuche es zu verharmlosen. Vielleicht liegt das auch an dem Teil in mir, der das Trauma immer noch verdrängen will. Aber dieses (nicht-)wissen immer im Hinterkopf zu haben ist schlimm. Alles ist so wirr in mir und ich blick einfach nicht mehr durch. Meine Gedanken springen im Dreieck, mir wird schwindelig und ich will mich einfach nur hinlegen und Jahre im Schlaftablettenschlaf verbringen.
Heute hatte ich das Erstgespräch bei der neuen Therapeutin. Es war wirklich seltsam nach 3 Jahren mit jemand anderem über alles zu reden. Ich bin schlecht bei ersten Eindrücken. Und ich bin auch schlecht darin, mich zu öffnen. Und ich hab Angst, dass sie denkt, dass es mir zurzeit nicht schlecht genug dafür geht, dass ich die Trauma Therapie anfangen kann. Zurzeit gehts mir auch wirklich ok, ich fühl mich die meiste Zeit bloß etwas neben mir aber so kann ich einigermaßen leben und Flashbacks hatte ich seit ein paar Wochen nicht mehr. Was mich irgendwie beunruhigt. Nicht, weil es gut oder schön ist, Flashbacks zu haben sondern weil es alle Zweifel wieder hochkommen lässt. Ist mir überhaupt etwas passiert? Meiner alten Therapeutin konnte ich in den letzten Wochen aber mehr über die Situation schildern und sie wird sich mit der neuen Therapeutin austauschen, ich denke das wird die nächste Sitzung leichter machen.
Ich bin wie ein funktionierender Junkie. Nur, dass ich keine Drogen nehme sondern eben psychisch krank bin und trotzdem meistens funktioniere. Ach, keine Ahnung. Mir fällt es so schwer zu erzählen wie ich mich wirklich fühle weil ich immer versuche es zu verharmlosen. Vielleicht liegt das auch an dem Teil in mir, der das Trauma immer noch verdrängen will. Aber dieses (nicht-)wissen immer im Hinterkopf zu haben ist schlimm. Alles ist so wirr in mir und ich blick einfach nicht mehr durch. Meine Gedanken springen im Dreieck, mir wird schwindelig und ich will mich einfach nur hinlegen und Jahre im Schlaftablettenschlaf verbringen.
Mittwoch, 2. März 2016
02032016
In letzter Zeit bin ich beinahe durchgehend nervös, beziehungsweise unruhig. Meine Lippen sind komplett aufgebissen und die Haut um meine Fingernägel aufgerissen und blutig und ich kann nicht aufhören zu piddeln. Die Schlaftabletten machen meine Augen tagsüber immer so schwer und an meine Träume kann ich mich nicht erinnern (was vielleicht ja auch gut so ist). Ich hatte schon relativ lang keine Flashbacks mehr worüber ich natürlich froh bin aber andererseits habe ich Angst, dass es bedeutet dass ich vielleicht doch nichts ernstes habe. Und ich habe Angst, dass wenn die Traumatherapie anfängt doch irgendwas hochkommt. Das schlimmste ist einfach, dass ich das alles alleine mit mir rumschleppen muss und ich hätte so gerne jemanden aus meinem Umfeld mit dem ich darüber reden könnte. Aber das geht nicht. Ich bin dazu verdammt das alleine mit mir rumzuschleppen. Allerdings habe ich gerade auch Lust das alles mit Aktivitäten zu verdrängen. Zum Beispiel arbeite ich gerade daran mein Hosen-Schnittmuster abzuändern und meine zweite Hose zu nähen. Außerdem wollte ich bald mal zu meinem Bruder fahren und Bilder von mir einscannen um die eventuell auf Kleidungsstücke zu übertragen. Mal sehen wie lang dieser Tatendrang anhält.
Ich denke an euch.
Ich denke an euch.
Sonntag, 28. Februar 2016
rumgeheule
Huch, schon wieder ewig her dass ich mich gemeldet habe. Entschuldigt.
Irgendwie fliegt alles nur an mir vorbei, ich weiß nicht wie ich das beschreiben sollte. Ich kann mich kaum konzentrieren und meine Gedanken nehmen reißaus und fließen wie Wasser durch meine Hände.
Es ist einfach viel zu viel was ich mit mir rumzutragen habe zurzeit und ich schaffe es kaum mich wie ein normaler Mensch zu benehmen, geschweigedenn die normale Anzahl von Dingen am Tag zu machen. Ich lieg nur rum. Melde mich kaum bei den Leuten die mir am Herzen liegen weil ich nicht weiß was ich sagen sollte oder ob ich es schaffe mich mit jemandem zu treffen. Am 11.3. habe ich das Erstgespräch bei der Traumatherapeutin und ich bin sehr gespannt wie das wohl wird. Es tut mir leid aber irgendwie habe ich zurzeit nicht mal was zu sagen. Mein Selbstwertgefühl ist komplett im Keller und ich fühle mich so unglaublich wertlos. Ach, keine Ahnung
Irgendwie fliegt alles nur an mir vorbei, ich weiß nicht wie ich das beschreiben sollte. Ich kann mich kaum konzentrieren und meine Gedanken nehmen reißaus und fließen wie Wasser durch meine Hände.
Es ist einfach viel zu viel was ich mit mir rumzutragen habe zurzeit und ich schaffe es kaum mich wie ein normaler Mensch zu benehmen, geschweigedenn die normale Anzahl von Dingen am Tag zu machen. Ich lieg nur rum. Melde mich kaum bei den Leuten die mir am Herzen liegen weil ich nicht weiß was ich sagen sollte oder ob ich es schaffe mich mit jemandem zu treffen. Am 11.3. habe ich das Erstgespräch bei der Traumatherapeutin und ich bin sehr gespannt wie das wohl wird. Es tut mir leid aber irgendwie habe ich zurzeit nicht mal was zu sagen. Mein Selbstwertgefühl ist komplett im Keller und ich fühle mich so unglaublich wertlos. Ach, keine Ahnung
Sonntag, 14. Februar 2016
Ein paar Minuten Hölle.
Alles ist so... grau.
Am Donnerstag bei Therapie hab ich anscheinend zu viel über die Vergangenheit geredet oder nachgedacht und plötzlich hatte ich das Gefühl jemand würde mir einen Backstein ins Gesicht schleudern - doch das wäre noch harmlos, dem gegenübergestellt was wirklich in mir ist. Alles krampft. Ich ringe nach Luft doch kann nicht atmen, ich muss husten und fange an zu wimmern, meine Umgebung beginnt zu verschwimmen und alles ist erfüllt von Schmerz. "Konzentrier dich auf die Fliesen und versuch sie zu zählen." 1, 2, 3... mein Magen dreht sich um und ich beginne wieder von vorne. Weiter als 4 komme ich nicht. Meine Therapeutin nimmt meine Hand und macht das Rauschen langsam wieder leiser. Zum Glück überwiegen die Zeiten in denen ich ziemlich gefühllos bin, doch leider mindert dies nicht die Schwere wenn ich von Gefühlen überrollt werde.
Schlafen wird immer unmöglicher und ich bin bloß noch müde.
Am Freitag hab ich mich aber mit einer guten Freundin getroffen die nach Berlin gezogen ist und die ich seit ca 2 Monaten nicht mehr gesehen hatte. Es war so schön und so vertraut und ich hab mir als erste Mahlzeit des Tages ein Bier bestellt. Apropos, ich könnt jetzt schon wieder eins trinken.
Aber gleich fahren wir zu meiner Oma - wahrscheinlich gibts Kuchen was mir gerade nicht so in den Kram passt. Abgesehen davon, dass ich keinen essen sollte habe ich sowieso die ganze Zeit Bauchschmerzen. Rückenschmerzen. Muskelschmerzen. Kopfschmerzen. Bekomm nicht mal was vernünftiges hier hin geschrieben, aber die Tage sind alle so leer und mein nächster Ankerpunkt ist wieder Donnerstag. Da geh ich zu meinem Psychiater den ich seit über 2 Jahren ca nicht mehr gesehen habe. Zum Glück hat meine liebe Therapeutin mir angeboten, ihm in einer Mail grob zu erklären was gerade los ist und dass wir mal schauen sollen, ob man bei der Medikation nicht noch etwas verbessern könnte. Hab natürlich ja gesagt. Weil. Weil ich ihm nie sagen könnte, dass ich irgendwas schlimmes habe und mehr Hilfe brauche. Es ist so dumm und kindisch aber meine Therapeutin kann mich mittlerweile wie ein Buch lesen und sowas brauche ich weil ich manche Dinge nicht aussprechen kann. Und sie weiß, was ist. Sie weiß wie sie mir dabei helfen kann, unaussprechliche Dinge in Worte (oder zumindest auf Papier) zu bringen. Puh. Ich glaube das macht alles keinen Sinn da es total unzusammenhängende Dinge sind die hier stehen. Aber so schauts gerade auch in meinem Kopf aus.
Am Donnerstag bei Therapie hab ich anscheinend zu viel über die Vergangenheit geredet oder nachgedacht und plötzlich hatte ich das Gefühl jemand würde mir einen Backstein ins Gesicht schleudern - doch das wäre noch harmlos, dem gegenübergestellt was wirklich in mir ist. Alles krampft. Ich ringe nach Luft doch kann nicht atmen, ich muss husten und fange an zu wimmern, meine Umgebung beginnt zu verschwimmen und alles ist erfüllt von Schmerz. "Konzentrier dich auf die Fliesen und versuch sie zu zählen." 1, 2, 3... mein Magen dreht sich um und ich beginne wieder von vorne. Weiter als 4 komme ich nicht. Meine Therapeutin nimmt meine Hand und macht das Rauschen langsam wieder leiser. Zum Glück überwiegen die Zeiten in denen ich ziemlich gefühllos bin, doch leider mindert dies nicht die Schwere wenn ich von Gefühlen überrollt werde.
Schlafen wird immer unmöglicher und ich bin bloß noch müde.
Am Freitag hab ich mich aber mit einer guten Freundin getroffen die nach Berlin gezogen ist und die ich seit ca 2 Monaten nicht mehr gesehen hatte. Es war so schön und so vertraut und ich hab mir als erste Mahlzeit des Tages ein Bier bestellt. Apropos, ich könnt jetzt schon wieder eins trinken.
Aber gleich fahren wir zu meiner Oma - wahrscheinlich gibts Kuchen was mir gerade nicht so in den Kram passt. Abgesehen davon, dass ich keinen essen sollte habe ich sowieso die ganze Zeit Bauchschmerzen. Rückenschmerzen. Muskelschmerzen. Kopfschmerzen. Bekomm nicht mal was vernünftiges hier hin geschrieben, aber die Tage sind alle so leer und mein nächster Ankerpunkt ist wieder Donnerstag. Da geh ich zu meinem Psychiater den ich seit über 2 Jahren ca nicht mehr gesehen habe. Zum Glück hat meine liebe Therapeutin mir angeboten, ihm in einer Mail grob zu erklären was gerade los ist und dass wir mal schauen sollen, ob man bei der Medikation nicht noch etwas verbessern könnte. Hab natürlich ja gesagt. Weil. Weil ich ihm nie sagen könnte, dass ich irgendwas schlimmes habe und mehr Hilfe brauche. Es ist so dumm und kindisch aber meine Therapeutin kann mich mittlerweile wie ein Buch lesen und sowas brauche ich weil ich manche Dinge nicht aussprechen kann. Und sie weiß, was ist. Sie weiß wie sie mir dabei helfen kann, unaussprechliche Dinge in Worte (oder zumindest auf Papier) zu bringen. Puh. Ich glaube das macht alles keinen Sinn da es total unzusammenhängende Dinge sind die hier stehen. Aber so schauts gerade auch in meinem Kopf aus.
Mittwoch, 10. Februar 2016
alles steht still
Ein Wimpernschlag und schon wieder sind keineahnungwieviele Stunden vergangen und ich befinde mich immer noch am selben Fleck.
Ich fühle mich nicht mal sonderlich depressiv, oder zumindest hab ich mich schon depressiver gefühlt (kann man das so sagen?), es ist bloß eine mich komplett einnehmende gähnende Leere in mir. Ich könnte wahrscheinlich überfahren werden und würde es nicht mitbekommen aber irgendwo wär es mir sicherlich auch egal. Ständig frage ich mich, was denn bloß los ist mit mir - was total bescheuert ist, denn ich weiß es ja: Trauma, Flashbacks, Depressiv, Bulimie - mit anderen Worten also komplett gestört. Doch nichtmal diese ganzen Diagnosen bringen mir irgendwas. Wo soll ich anfangen? Will ich anfangen? Lohnt es sich überhaupt? Ist das alles denn überhaupt real? Es fühlt sich teilweise so furchtbar irreal an, dass ich am liebsten aus dem Fenster springen würde um zu gucken ob es nicht doch bloß ein Albtraum ist.
(ca. 10 Minuten später) Jetzt fühl ich mich doch so ziemlich depressiv. Meine Mutter läuft hektisch in der Wohnung rum und sammelt ihre Sachen zusammen um zu ihrem Nebenjob zu fahren und ruft irgendetwas unverständliches. Also stehe ich auf und gehe zu ihr, umarme sie und würde am liebsten für immer so verbleiben. Wie früher manchmal, vor dem schlafengehen. Ich hab meine Mama ganz fest und lange umarmt und hatte das Gefühl unsere Herzen wären mit einem Band verbunden und ich wollte sie partout nicht loslassen. Ich schnorre sie wegen Geld für Tabak an weil ich nicht mal mehr dafür Geld habe und sie sagt sie bringt mir auf dem Rückweg welchen mit. Ich sacke auf der Küchenbank zusammen und vergrabe meinen Kopf in meinen Armen "Wenn dir das, was du die ganze Zeit tust nicht gut tut, musst du mal was anderes probieren." Ein Kloß bildet sich in meinem Hals und verursacht Schmerzen "Aufräumen, saugen, frische Luft. Mal über die Pläne für deinen Schreibtisch nachdenken, vielleicht ein neues Nähprojekt." Meine Sicht verschwimmt und ich starre schief an die Decke um die Tränen so lange zurückzuhalten bis sie aus der Tür ist "Wir müssen auch nochmal zum Nähladen." "Ich kann nicht rausgehen" stammle ich "Doch das kannst du. Ich bin bei dir, du musst dir jetzt nicht einreden, dass du Angst hast rauszugehen." Das muss ich mir nicht einreden. Das ist so. Oder? "Ich muss jetzt los. Pass auf dich auf." "Ja, mach ich" sag ich in einem Atemzug, und als die Tür zufällt kann ich nicht aufhören zu schluchzen. Verloren laufe ich durch die Wohnung und umklammere meinen eigenen Körper in der Hoffnung nicht auseinanderzufallen. Vor Tränen kaum etwas sehend taumel ich in mein Zimmer und lasse mich wieder ins Bett fallen. Ich wiege mich vor und zurück und fühle mich nackt, entblößt, missbraucht. Ich bin wieder klein. Und meine Hand ist nicht meine und dieses Zimmer sieht komisch aus. Es tut weh. Alles tut so weh. Wieso hilft mir niemand?
Ich schaff einfach gar nichts. Morgen hab ich wenigstens wieder Therapie, aber was mir das bringen soll weiß ich auch nicht. Ich will nichts mehr.
Ich fühle mich nicht mal sonderlich depressiv, oder zumindest hab ich mich schon depressiver gefühlt (kann man das so sagen?), es ist bloß eine mich komplett einnehmende gähnende Leere in mir. Ich könnte wahrscheinlich überfahren werden und würde es nicht mitbekommen aber irgendwo wär es mir sicherlich auch egal. Ständig frage ich mich, was denn bloß los ist mit mir - was total bescheuert ist, denn ich weiß es ja: Trauma, Flashbacks, Depressiv, Bulimie - mit anderen Worten also komplett gestört. Doch nichtmal diese ganzen Diagnosen bringen mir irgendwas. Wo soll ich anfangen? Will ich anfangen? Lohnt es sich überhaupt? Ist das alles denn überhaupt real? Es fühlt sich teilweise so furchtbar irreal an, dass ich am liebsten aus dem Fenster springen würde um zu gucken ob es nicht doch bloß ein Albtraum ist.
(ca. 10 Minuten später) Jetzt fühl ich mich doch so ziemlich depressiv. Meine Mutter läuft hektisch in der Wohnung rum und sammelt ihre Sachen zusammen um zu ihrem Nebenjob zu fahren und ruft irgendetwas unverständliches. Also stehe ich auf und gehe zu ihr, umarme sie und würde am liebsten für immer so verbleiben. Wie früher manchmal, vor dem schlafengehen. Ich hab meine Mama ganz fest und lange umarmt und hatte das Gefühl unsere Herzen wären mit einem Band verbunden und ich wollte sie partout nicht loslassen. Ich schnorre sie wegen Geld für Tabak an weil ich nicht mal mehr dafür Geld habe und sie sagt sie bringt mir auf dem Rückweg welchen mit. Ich sacke auf der Küchenbank zusammen und vergrabe meinen Kopf in meinen Armen "Wenn dir das, was du die ganze Zeit tust nicht gut tut, musst du mal was anderes probieren." Ein Kloß bildet sich in meinem Hals und verursacht Schmerzen "Aufräumen, saugen, frische Luft. Mal über die Pläne für deinen Schreibtisch nachdenken, vielleicht ein neues Nähprojekt." Meine Sicht verschwimmt und ich starre schief an die Decke um die Tränen so lange zurückzuhalten bis sie aus der Tür ist "Wir müssen auch nochmal zum Nähladen." "Ich kann nicht rausgehen" stammle ich "Doch das kannst du. Ich bin bei dir, du musst dir jetzt nicht einreden, dass du Angst hast rauszugehen." Das muss ich mir nicht einreden. Das ist so. Oder? "Ich muss jetzt los. Pass auf dich auf." "Ja, mach ich" sag ich in einem Atemzug, und als die Tür zufällt kann ich nicht aufhören zu schluchzen. Verloren laufe ich durch die Wohnung und umklammere meinen eigenen Körper in der Hoffnung nicht auseinanderzufallen. Vor Tränen kaum etwas sehend taumel ich in mein Zimmer und lasse mich wieder ins Bett fallen. Ich wiege mich vor und zurück und fühle mich nackt, entblößt, missbraucht. Ich bin wieder klein. Und meine Hand ist nicht meine und dieses Zimmer sieht komisch aus. Es tut weh. Alles tut so weh. Wieso hilft mir niemand?
Ich schaff einfach gar nichts. Morgen hab ich wenigstens wieder Therapie, aber was mir das bringen soll weiß ich auch nicht. Ich will nichts mehr.
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