*TRIGGERWARNUNG*

Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

"Und niemand schweigt besser als ein missbrauchtes Kind." - Lilly Lindner

Ich glaube es gibt eine Krankheit die chronisches Pech heißt, und die hab ich zu 500%. Ich weiß bloß nicht wieso. Und dank den Wundermächten des Gehirns auch nicht seit wann. Ich weiß, dass es irgendwann angefangen hat. Ich weiß, dass sich mein Körper irgendwann von mir getrennt hat. Ich weiß bloß nicht wann. Und wie genau. Und wo. Und wer daran Schuld ist. Wahrscheinlich ich, wie immer.

Ob man sich wohl irgendwann wieder vertragen kann? 

Wahrscheinlich muss ich erstmal das kleine Mädchen im Mulan Nachthemd finden. Doch sie versteckt sich, und das ziemlich gut. Wenn sie nicht schon längst gestorben ist. Aber das weiß ich nicht. Ich weiß einfach garnichts.

Ich bin in der Uni jetzt schon die, die zur Toilette stürmt um sich Tränen und rote Flecken aus dem Gesicht zu waschen. Würde mal behaupten das war ein typischer Start in einen Lebensabschnitt der mich eigentlich retten sollte. Dann kann ich jetzt wohl wieder warten. Währenddessen in alte Verhaltensmuster fallen, mich wieder rauskämpfen nur um beim nächsten Mal viel tiefer zu fallen. Irgendwann falle ich so tief dass mich nie, nie, niemals jemand wiederfindet. Dann kann ich vielleicht einmal etwas Ruhe haben und mich komplett von der Dunkelheit einnehmen lassen. 


Vielleicht, wenn ich fest genug daran glaube, werde ich unsichtbar. Nicht weil mich niemand beachtet sondern weil ich es will und es meine eigene Entscheidung ist. Welche Entscheidungen kamen von mir? Wann wurde ich nicht von Anderen beeinflusst oder meine Grenzen einfach überschritten? Ich weiß es nicht. (mal wieder) 

Es ist alles in einen dichten, dunkelgrauen Nebel gehüllt. All die Dinge von denen ich weiß, dass sie existieren ich sie jedoch in den Nebelschwaden nicht ausmachen kann. Manchmal verirrt sich ein Schatten für kurze Zeit in die Klarheit, selten kann ich wirklich eine Kontur erkennen. Aber sie sind da, das weiß ich. Und sie wissen auch dass ich es weiß. Vielleicht halten sie sich deshalb versteckt.

Ich glaub ich hab meine Stimme verloren. Existiert sie überhaupt wenn ich nicht spreche? Theoretisch gesehen nicht, ich gehe nur davon aus, dass sie noch da ist wenn ich wieder versuche Worte unbeholfen aus meinem Mund fallen zu lassen. Seltsam wenn man mal darüber nachdenkt.

(I always look for warmth in the coldest places)

Oh Gott, wo ist meine Zeit nur hin. Manchmal befürchte ich, dass ich unterbewusst nur nach dem suche was mich am meisten verletzen kann. Was mich da berührt, wo schon lange nichts gutes mehr existiert hat. Dann hab ich wenigstens etwas greifbares, etwas das meinem Schmerz einen Namen gibt. Dann kann ich es wenigstens begründen. Das lieben die Menschen nämlich: Ursache und Wirkung. Bloße Empathie scheint vielen in der heutigen Welt ein Fremdwort zu sein. Vorallem für die Art Schmerz die ich verspüre. Auch wenn er mal mehr, mal weniger präsent ist, er ist immer irgendwo in meiner Nähe. Lauert in kalten Nächten unter meinem Bett und versteckt sich in dunklen Ecken.
Es gibt ein davor und ein danach. Das weiß ich. Das kleine Mädchen im orange-gelben Nachthemd, cut, dann ich - salopp gesagt, eine Gestörte. Ich weiß bloß nicht wann der Wendepunkt war, wann das kleine Mädchen sich von mir verabschiedet hat. 
Doch ich mag es Dinge sicher zu wissen, das gibt mir für ein paar Augenblicke die Illusion von Stabilität. Ich glaube deswegen verabscheue ich auch meinen Schmerz so sehr, er ist zwar da doch ich weiß nicht wo er ist und woher er kommt. Nur dass er seit mein danach-Ich denken kann präsent ist. Ich glaube deswegen mochte (mag?) ich es so sehr mir Schmerzen zuzufügen. Ich weiß noch, als sei es gestern, wie ich mir am Anfang immer gesagt habe "Okay. Der Schmerz ist am Arm/Bein/Hüfte/links/rechts." Für ein paar Sekunden wusste ich wo der Schmerz war und woher er kam. Dann lief alles wieder normal weiter; Alltag eben. Atmen, lächeln, funktionieren. Ich konnte so tief schneiden wie ich wollte, die Wunde ist früher oder später verheilt.

Narben über Narben sorgen für eine dickere Haut.

Vielleicht wird daraus ja irgendwann ein Panzer.

Montag, 11. August 2014

Dieser Film ist nur für mich.

Eine Beule zeichnet sich unter dem Stoff seiner Jeans ab. Wie in Zeitlupe zieht die Hand eines Mannes den Reißverschluss auf, Zahn für Zahn, ganz langsam um das darunter errigierte Glied zu entblößen. Das kleine blonde Mädchen verlässt ihren Körper und sieht sich vor ihm knien, von der Decke aus schaut sie zu und erlässt alles über sich ergehen. 

Dann verschwindet es wieder im Nebel. Doch die Sicherheit ist bald vorbei, ein Windzug und der Nebel ist wie weggeblasen.

Samstag, 19. April 2014

friedlich

Meine Haut ist trocken. Würde mich jemand berühren, würde ich mit Sicherheit zu Staub zerfallen. Mein Körper hat durst, doch nicht nur er sondern auch meine Seele. Ich habe durst. Ich brauche Wasser. Ich brauche flüssige Energie die mich durchströmt und mich antreibt damit ich weitergehen kann. Ein Fuß vor den anderen, immer weiter. Meine Augen sind geschlossen, ich kenne mein Ziel noch nicht und mich beschäftigt die Frage, ob es denn überhaupt ein Ziel gibt. Ob ich irgendwo ankommen möchte. Der Wind treibt mich mal in die eine Richtung und mal in eine andere, wie Blätter im Herbst die vom Baum abfallen und erst noch meterweit vom Wind getragen werden bis sie am Boden ankommen und wieder eins mit der Natur werden. Schuppe für Schuppe löst sich mein altes Selbst von mir ab und ich werde wiedergeboren. Ein wenig erfahrener, verändert und bereit neu vernarbt zu werden. Ich rüste mich für die nächsten schmerzlichen Erfahrungen um daran weiterzuwachsen. Es ist verrückt, wie anders es sich anfühlt wenn eine andere Person einen berührt. Ich fahre mit meinen Fingerspitzen über meine Wangen, meinen Hals, meinen Nacken und blicke auf meine Fingerkuppen auf denen sich nun Hautreste gesammelt haben. Ich reibe meine Finger aneinander und kann beobachten wie ich selbst vom Winde verweht werde.

Wenn ich jetzt in den Spiegel schaue, sehe ich dann anders aus?

Wenn ich jetzt in mich rein schaue, habe ich mich schon verändert?



Freitag, 18. April 2014

kompliziert

Ein Sturm der nie aufhört
mal ist es das Rascheln der Blätter im Wind
mal sind es ausgerissene Bäume 
und hinabstürzende, Menschen erschlagende Äste
der Regen tut dem Asphalt nicht weh
denn er ist es gewohnt geschlagen zu werden
von Schuhsohlen unter denen Kaugummis kleben
unter manchen auch Blut oder Scheiße
doch nur weil man etwas gewohnt ist,
bedeutet dies doch nicht dass es richtig ist
und trotzdem halte ich
an all meinen Gewohnheiten fest
Selbstzerstörung ist meine Gabe, 
meine Leidenschaft, 
mein Ziel.

Ich. Schon wieder.
Es ist ganz lustig wie meine Stimmung schwankt. Gerade ist sie wieder relativ weit unten.
Ich vermisse es schreiben zu können, ich habe die Fähigkeit verloren mich auszudrücken. Mir fehlen mittlerweile die Worte für das, was in mir vorgeht. Da ich einfach nicht mehr weiß was es ist. Meine Diagnosen bringen mir auch nichts, schwere Depressionen, Bulimie, Angststörung. Ok schön. Was sagt das denn aus? Was ändert das an meiner Lebenssituation? Es macht es nicht leichter zu wissen was einen so lähmt. Ich habe diese Woche das erste Mal mit meiner Therapeutin über meine Essproblematik geredet. Ich habe ihr erzählt, dass ich vorige Woche an 4 Tagen gekotzt habe. Und dann esse ich wieder nichts. Dann sehr reduziert. Dann wieder alles in Reichweite was später dann in der Kloschüssel und auf dem Boden des Badezimmers landet. Mittlerweile bin ich wirklich gut im kotzen geworden, das ist nichts worauf ich stolz bin, aber ich weiß noch wie ich früher 1 Stunde gebraucht habe um das Essen wieder loszuwerden und Mittlerweile brauche ich je nach Menge 10-30 Minuten und alles ist raus. Ich habe meiner Therapeutin auch erzählt, dass das Kotzen für mich eher eine metaphorische Bedeutung hat. Nämlich alles an Gefühlen und Gedanken die ich nicht definieren kann hinauszubekommen, alles einfach loszuwerden und das projiziere ich eben aufs Essen. Zudem kann ich mir so selber schaden ohne dass man es sieht. Scheint die perfekte Krankheit für mich zu sein. Still und leise leiden damit es bloß keiner merkt. Obwohl ich mittlerweile weiß dass es kaum einen interessiert. Manchmal stelle ich mir auch vor, einfach kein Geheimnis draus zu machen. Manchmal, ja manchmal da würde ich mir gerne vor den Augen aller anderen meine Arme und Beine aufschlitzen, alles fressen was mir unter die Augen kommt und es auskotzen und dabei so laut sein wie ich will. Ich stelle mir vor wie es wäre, wenn ich vor allen anderen zusammenbreche, Heulkrämpfe bekomme oder eine Panikattacke. Doch das passiert nicht. Ich bin ja stark, das denken alle und das wird mir auch andauernd gesagt. Versteht mich nicht falsch, natürlich freut es mich irgendwo aber nur weil ich trotz der Schwere meiner Erkrankungen alles irgendwie auf die Reihe bekomme bedeutet es nicht dass ich nicht leide und mich schwach fühle. Aber nach außen hin bin ich eben nicht schwach. Wenn mich andere Leute die mich flüchtig kennen beschreiben müssten, würden sie Dinge sagen wie "offen, lustig, selbstbewusst, redet viel, bisschen anstrengend, laut, ehrlich" da bin ich mir relativ sicher. Denn keiner erwartet von Menschen wie mir dass sie Probleme haben. Ich trage sie nicht nach Außen hin. Außer ich bin betrunken, was ich in letzter Zeit definitiv zu oft bin. Ich verliere die Kontrolle.


Hirnkacke

Es ist schwer. Es ist schwer, mein Inneres zu beschreiben oder Gefühle und Gedanke zu lokalisieren. Ich bin, blöd gesagt, das Chaos in Person. Ich bin ein unzuverlässiger Mensch, ich bin verwirrt, ich bin nicht gut darin Kontakt zu halten auch wenn ich es gern täte. Ich habe noch zu viel mit mir zu regeln. Aber ich habe bereits Pläne. Wie Flugzeuge die man am Himmel sehen kann sind sie noch weit entfernt davon wahr zu werden, aber immerhin habe ich Dinge worauf ich hinarbeiten möchte.
Heute ist mal wieder ein guter Tag. Ich habe auch gute Tage, doch genau so habe ich sehr schlimme Tage wie beispielsweise gestern. Deswegen brauche ich ein neues Medikament welches ich wahrscheinlich nach meinem Abschluss bekommen werde. Vielleicht wird ja dann alles anders. Vielleicht werden dann die ganz schlimmen Tage verschwinden. Vielleicht wird dann mein Leben etwas einfacher und erträglicher. Zurzeit läuft die Schule ganz gut. Ich reiße mir wirklich den Arsch auf um diesen Abschluss nicht wegen meiner Probleme zu versauen, ich tue was ich kann. Auch wenn dabei andere Dinge auf der Strecke bleiben wie zum Beispiel Zimmer aufräumen. Mein Zimmer sieht aus als wäre eine Bombe eingeschlagen, doch häufig ist es bei mir so dass wenn meine Stimmung nicht gut ist auch mein Zimmer sehr unordentlich ist. Irgendwie belustigend.
Letzte Nacht habe ich wieder von meinem Ex Freund geträumt. Ehrlich, ich hätte niemals gedacht was eine andere Person mit einem anstellen kann. Und ich bin wirklich aufgeschmissen. Ich habe keine Ahnung wie man über eine Person hinwegkommen soll. Ich weiß zwar, dass es geht aber ich will dass es schneller geht. Ich will neue Chancen, bessere Chancen. Ich will ein gutes Leben. Ich will leben. Ich will leben wollen. Ich bin oft einfach zu müde um weiterzukämpfen. Um alleine weiterzumachen. Ich brauche Hilfe, stärkere Unterstützung. Aber die Hoffnung ist da. Der Wille ist da. Immer. Deswegen gebe ich nicht auf. Ich habe mit meinen sehr jungen Achtzehn Jahren schon viele Rückschläge und Enttäuschungen erlebt, allgemein Erfahrungen gemacht die man in einem gewissen Alter noch nicht gemacht haben sollte; Doch dies hat mich geprägt. Ich bin stark. Aber auch müde.
Gerade bin ich einfach nur froh Ferien zu haben.

Montag, 14. April 2014

Fremd

"Langsam fragst du dich was hast du hier auf dem Planet zu tun,
denkst ans All und fragst dich wie viele Sterne es da Draußen gibt,
resignierst, und denkst dir du willst nur sterben im Augenblick,
Du tastest deinen Körper ab damit du weißt dass es dich gibt,
Egoperspektive zeigt dir nie das eigene Gesicht,
versuche dich etwas zu beruhigen sonst wirst du wahnsinnig,
du bist dir fremd geworden obwohl du das Kind von damals bist."
- cr7z - Fremd


schwarz/weiß

Ich bin das Ergebnis von zu viel Alkohol und Drogen und gemeinsam aufgebauten Luftschlössern, von denen alle wussten dass sie nicht stabil sind und beim leichtesten Windstoß verschwinden.

Es gibt allerlei Arten von Schmerz und es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich wie damit umgegangen wird, doch ich weiß nur wie es für mich ist. Ich weiß nicht wie ich alles was passiert ist aufarbeiten soll, ich weiß nicht wie ich mit den Dingen umgehen soll die von Zeit zu Zeit die Oberfläche streichen und mich in grässliche Panik versetzen. Dann wäre da noch das Mobbing, die "Vater"-Geschichte, die Geldprobleme und meine gestörte Selbstwahrnehmung. Ich bin nicht schwach, das weiß ich denn sonst wäre ich niemals hier an dieser Stelle sondern irgendwo unter der Erde. Ich weiß, dass und wie stark ich bin doch manchmal wünsche ich mir von ganzem Herzen dass man mir ansieht wie schwach ich mich trotzdem fühle.  Ich trage alles in mir. Ich bin übersäht von Narben die trotzdem niemals die Instabilität die ich verkörpere ausdrücken könnten. Oft fühle ich mich so einsam auf dieser Welt, weil ich irgendwie merke wie gespalten mein Inneres ist - meine Stimmung, meine Emotionen und Gedanken wechseln rasant von weiß zu schwarz und andersrum ich kann das kein bisschen kontrollieren. Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen aber ich habe manchmal das Gefühl ich bin mehr Päckchen als Mensch. Ich weiß nicht. Mich mittels Worten auszudrücken ist gerade nicht so möglich wie ihr vielleicht merkt.