*TRIGGERWARNUNG*

Viele, wenn nicht sogar alle Posts auf diesem Blog könnten triggernd sein also seid vorsichtig beim lesen. Hier geht es hauptsächlich um mein Leben, meine Erfahrungen und wie ich.. überlebe, mit dem was von mir übrig geblieben ist.

Freitag, 18. April 2014

kompliziert

Ein Sturm der nie aufhört
mal ist es das Rascheln der Blätter im Wind
mal sind es ausgerissene Bäume 
und hinabstürzende, Menschen erschlagende Äste
der Regen tut dem Asphalt nicht weh
denn er ist es gewohnt geschlagen zu werden
von Schuhsohlen unter denen Kaugummis kleben
unter manchen auch Blut oder Scheiße
doch nur weil man etwas gewohnt ist,
bedeutet dies doch nicht dass es richtig ist
und trotzdem halte ich
an all meinen Gewohnheiten fest
Selbstzerstörung ist meine Gabe, 
meine Leidenschaft, 
mein Ziel.

Ich. Schon wieder.
Es ist ganz lustig wie meine Stimmung schwankt. Gerade ist sie wieder relativ weit unten.
Ich vermisse es schreiben zu können, ich habe die Fähigkeit verloren mich auszudrücken. Mir fehlen mittlerweile die Worte für das, was in mir vorgeht. Da ich einfach nicht mehr weiß was es ist. Meine Diagnosen bringen mir auch nichts, schwere Depressionen, Bulimie, Angststörung. Ok schön. Was sagt das denn aus? Was ändert das an meiner Lebenssituation? Es macht es nicht leichter zu wissen was einen so lähmt. Ich habe diese Woche das erste Mal mit meiner Therapeutin über meine Essproblematik geredet. Ich habe ihr erzählt, dass ich vorige Woche an 4 Tagen gekotzt habe. Und dann esse ich wieder nichts. Dann sehr reduziert. Dann wieder alles in Reichweite was später dann in der Kloschüssel und auf dem Boden des Badezimmers landet. Mittlerweile bin ich wirklich gut im kotzen geworden, das ist nichts worauf ich stolz bin, aber ich weiß noch wie ich früher 1 Stunde gebraucht habe um das Essen wieder loszuwerden und Mittlerweile brauche ich je nach Menge 10-30 Minuten und alles ist raus. Ich habe meiner Therapeutin auch erzählt, dass das Kotzen für mich eher eine metaphorische Bedeutung hat. Nämlich alles an Gefühlen und Gedanken die ich nicht definieren kann hinauszubekommen, alles einfach loszuwerden und das projiziere ich eben aufs Essen. Zudem kann ich mir so selber schaden ohne dass man es sieht. Scheint die perfekte Krankheit für mich zu sein. Still und leise leiden damit es bloß keiner merkt. Obwohl ich mittlerweile weiß dass es kaum einen interessiert. Manchmal stelle ich mir auch vor, einfach kein Geheimnis draus zu machen. Manchmal, ja manchmal da würde ich mir gerne vor den Augen aller anderen meine Arme und Beine aufschlitzen, alles fressen was mir unter die Augen kommt und es auskotzen und dabei so laut sein wie ich will. Ich stelle mir vor wie es wäre, wenn ich vor allen anderen zusammenbreche, Heulkrämpfe bekomme oder eine Panikattacke. Doch das passiert nicht. Ich bin ja stark, das denken alle und das wird mir auch andauernd gesagt. Versteht mich nicht falsch, natürlich freut es mich irgendwo aber nur weil ich trotz der Schwere meiner Erkrankungen alles irgendwie auf die Reihe bekomme bedeutet es nicht dass ich nicht leide und mich schwach fühle. Aber nach außen hin bin ich eben nicht schwach. Wenn mich andere Leute die mich flüchtig kennen beschreiben müssten, würden sie Dinge sagen wie "offen, lustig, selbstbewusst, redet viel, bisschen anstrengend, laut, ehrlich" da bin ich mir relativ sicher. Denn keiner erwartet von Menschen wie mir dass sie Probleme haben. Ich trage sie nicht nach Außen hin. Außer ich bin betrunken, was ich in letzter Zeit definitiv zu oft bin. Ich verliere die Kontrolle.


Hirnkacke

Es ist schwer. Es ist schwer, mein Inneres zu beschreiben oder Gefühle und Gedanke zu lokalisieren. Ich bin, blöd gesagt, das Chaos in Person. Ich bin ein unzuverlässiger Mensch, ich bin verwirrt, ich bin nicht gut darin Kontakt zu halten auch wenn ich es gern täte. Ich habe noch zu viel mit mir zu regeln. Aber ich habe bereits Pläne. Wie Flugzeuge die man am Himmel sehen kann sind sie noch weit entfernt davon wahr zu werden, aber immerhin habe ich Dinge worauf ich hinarbeiten möchte.
Heute ist mal wieder ein guter Tag. Ich habe auch gute Tage, doch genau so habe ich sehr schlimme Tage wie beispielsweise gestern. Deswegen brauche ich ein neues Medikament welches ich wahrscheinlich nach meinem Abschluss bekommen werde. Vielleicht wird ja dann alles anders. Vielleicht werden dann die ganz schlimmen Tage verschwinden. Vielleicht wird dann mein Leben etwas einfacher und erträglicher. Zurzeit läuft die Schule ganz gut. Ich reiße mir wirklich den Arsch auf um diesen Abschluss nicht wegen meiner Probleme zu versauen, ich tue was ich kann. Auch wenn dabei andere Dinge auf der Strecke bleiben wie zum Beispiel Zimmer aufräumen. Mein Zimmer sieht aus als wäre eine Bombe eingeschlagen, doch häufig ist es bei mir so dass wenn meine Stimmung nicht gut ist auch mein Zimmer sehr unordentlich ist. Irgendwie belustigend.
Letzte Nacht habe ich wieder von meinem Ex Freund geträumt. Ehrlich, ich hätte niemals gedacht was eine andere Person mit einem anstellen kann. Und ich bin wirklich aufgeschmissen. Ich habe keine Ahnung wie man über eine Person hinwegkommen soll. Ich weiß zwar, dass es geht aber ich will dass es schneller geht. Ich will neue Chancen, bessere Chancen. Ich will ein gutes Leben. Ich will leben. Ich will leben wollen. Ich bin oft einfach zu müde um weiterzukämpfen. Um alleine weiterzumachen. Ich brauche Hilfe, stärkere Unterstützung. Aber die Hoffnung ist da. Der Wille ist da. Immer. Deswegen gebe ich nicht auf. Ich habe mit meinen sehr jungen Achtzehn Jahren schon viele Rückschläge und Enttäuschungen erlebt, allgemein Erfahrungen gemacht die man in einem gewissen Alter noch nicht gemacht haben sollte; Doch dies hat mich geprägt. Ich bin stark. Aber auch müde.
Gerade bin ich einfach nur froh Ferien zu haben.

Montag, 14. April 2014

Fremd

"Langsam fragst du dich was hast du hier auf dem Planet zu tun,
denkst ans All und fragst dich wie viele Sterne es da Draußen gibt,
resignierst, und denkst dir du willst nur sterben im Augenblick,
Du tastest deinen Körper ab damit du weißt dass es dich gibt,
Egoperspektive zeigt dir nie das eigene Gesicht,
versuche dich etwas zu beruhigen sonst wirst du wahnsinnig,
du bist dir fremd geworden obwohl du das Kind von damals bist."
- cr7z - Fremd


schwarz/weiß

Ich bin das Ergebnis von zu viel Alkohol und Drogen und gemeinsam aufgebauten Luftschlössern, von denen alle wussten dass sie nicht stabil sind und beim leichtesten Windstoß verschwinden.

Es gibt allerlei Arten von Schmerz und es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich wie damit umgegangen wird, doch ich weiß nur wie es für mich ist. Ich weiß nicht wie ich alles was passiert ist aufarbeiten soll, ich weiß nicht wie ich mit den Dingen umgehen soll die von Zeit zu Zeit die Oberfläche streichen und mich in grässliche Panik versetzen. Dann wäre da noch das Mobbing, die "Vater"-Geschichte, die Geldprobleme und meine gestörte Selbstwahrnehmung. Ich bin nicht schwach, das weiß ich denn sonst wäre ich niemals hier an dieser Stelle sondern irgendwo unter der Erde. Ich weiß, dass und wie stark ich bin doch manchmal wünsche ich mir von ganzem Herzen dass man mir ansieht wie schwach ich mich trotzdem fühle.  Ich trage alles in mir. Ich bin übersäht von Narben die trotzdem niemals die Instabilität die ich verkörpere ausdrücken könnten. Oft fühle ich mich so einsam auf dieser Welt, weil ich irgendwie merke wie gespalten mein Inneres ist - meine Stimmung, meine Emotionen und Gedanken wechseln rasant von weiß zu schwarz und andersrum ich kann das kein bisschen kontrollieren. Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen aber ich habe manchmal das Gefühl ich bin mehr Päckchen als Mensch. Ich weiß nicht. Mich mittels Worten auszudrücken ist gerade nicht so möglich wie ihr vielleicht merkt.  

Dienstag, 4. Februar 2014

so fühlt sich langsam sterben an

wieso hört mich niemand
wenn ich schreie
wieso liest niemand
in meinen Augen wies mir geht
warum trocknen
alle meine Tränen
ganz einsam und allein
in dunklen ecken
warum sieht niemand
das blut das unter
meinen fingernägeln klebt
von sünden letzter nacht
wieso reicht mir niemand
seine hand wenn ich
zitternd am boden liege
und friere,
ich erfriere
weil ich hier bin
und ihr dort
fort, hauptsache weit weg
von hier
von mir
hier bin ich ganz alleine
mit den schatten
sie schneiden mir die haut auf
drücken meine kehle zu
bekomm keinen laut raus
bekomme keine luft
keine luft
ich sterbe.

Sonntag, 2. Februar 2014

Kampf gegen die Hydra

Meine Fingernägel sind lackiert, meine Augen geschminkt und durch mein Blut fließt Koffein.
Jeden Morgen wenn ich aufstehe sperre ich die Schatten in meinem Zimmer ein und versuche sie daran zu hindern mir bis in die Schule zu folgen. Es funktioniert, niemand scheint etwas zu bemerken. Nur wenn ich dann wieder zu Hause bin, fallen sie über mich her schlüpfen in meine Ohren, in meine Gedanken und legen ihre Hände um meinen Hals. Sie wollen mich Tod sehen, sie wollen dass ich sterbe. Ich bin ein wandelnder Widerspruch, meine Stimmung wechselt schneller als die Kurve eines EKGs von jemandem mit dem Puls 180. Meine Gedanken springen, verändern sich, rennen vor mir weg doch ich kann sie immer noch hören. Nur nicht greifen, sie bleiben nie nah genug sodass ich sie aussprechen könnte sie rennen weg und kommen zurück, verändern sich auf ihrem weg etwa alle 10 minuten. Es ist wirklich anstrengend in meinem Kopf zu sein und nicht mit Gefühlen umgehen zu können. Ich kämpfe gegen die Hydra, wenn ich einen Kopf abschlage wächst irgendwoanders ein neuer. Müde

Mittwoch, 29. Januar 2014

Wenn ich falle, dann extrem schnell und extrem tief

Mein Körper fühlt sich so schwer an, ich glaube jemand hat Blei in mich geschüttet. Meine Gedanken fliegen, drehen ihre Kreise - sie kommen immer wieder zurück. Ich kann nicht leben, nicht hier auf dieser Welt es ist unmöglich. Ich schaffe es nicht anders zu sein als jetzt, schaffe es nicht unbeschwert zu sein. Ich lebe ausschließlich in meinem Kopf und der Vergangenheit. Da ist so viel in mir, so viele Wortfetzen und Sätze die sich zu Komplexen Gedankengebilden zusammenfügen doch ich kann sie nicht halten, geschweigedenn aussprechen. Es ist so laut in mir, so unglaublich laut wieso hört das niemand? Wieso kann niemand in mich reinhören? Ich bin so neben der Spur und apropos Spur, wurde heute schon wieder zwei Mal fast überfahren weil ich die ganze Zeit mit meinem Kopf darum ringe den Verstand nicht vollkommen zu verlieren. Ich muss und muss und muss und muss, mir ist keine Auszeit gegönnt. Ich will in dieser Welt nicht leben, ich passe hier nicht rein. Ich habe keinen Platz, bin so nichtig und so leicht ersetzbar wie ein Sandkorn im Meer. Schatten flüstern mir Erinnerungen zu Gollum Pickelgesicht abstoßend fett widerlich und ich ertrinke darin, die Worte quellen aus meinen Augen, meiner Nase und meinem Mund. Umgeben von einer schwarzen Wolke die mir die Luft zum Atmen nimmt und meine Sicht verschleiert schlafwandle ich durch jeden Tag, hauptsache weitermachen. Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr kämpfen. Ich bin so wahnsinnig müde wieso kann ich nicht einfach schlafen, für immer. Das würde keinen Unterschied machen nein nein nein ich kann nicht mehr nein ich will nicht mehr kämpfen ich will aufgeben ich will schwach sein mir wird nie jemand helfen und alleine schaffe ich das nicht mehr lange wieso hört mich niemand?